herausstellen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herausstellen
- Worttrennung
- he·raus·stel·len
- Präsens
- stellt heraus
- Präteritum
- stellte heraus
- Partizip II
- herausgestellt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich als etwas herausstellen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas herausstellen (Akkusativ)
Reflexiv: sich als etwas erweisen. Im Ballsport ohne sich: jemanden vom weiteren Mitspielen ausschließen.
Herausstellen bedeutet, etwas nach draußen zu stellen oder etwas besonders hervorzuheben. Reflexiv heißt sich herausstellen, dass ein zuvor unklarer Sachverhalt erkennbar wird oder sich etwas als eine bestimmte Sache erweist. Im Ballsport kann herausstellen außerdem den Ausschluss vom weiteren Mitspielen bezeichnen.
Eine Sache betonen oder eine Erkenntnis gewinnen
„Sie stellt die Kisten vor die Tür heraus“ beschreibt eine Ortsveränderung. „Sie stellt die Vorteile ihres Vorschlags heraus“ meint dagegen die Darstellung: Bestimmte Vorteile werden in den Mittelpunkt gerückt. Ob auch Nachteile angemessen dargestellt sind, lässt der Satz offen.
Bei „Der vermeintliche Fehler stellte sich als Missverständnis heraus“ ändert sich der Erkenntnisstand. Etwas zuvor anders Eingeschätztes wird nun genauer eingeordnet. Das reflexive Verb behauptet einen erkennbar gewordenen Befund. Eine bloße Vermutung sollte nicht ohne weitere Grundlage so formuliert werden.
Stellen, betonen und sich erweisen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| nach draußen stellen | Präzisiert die tatsächliche räumliche Handlung. |
| hervorheben | Passt zu wichtigen Merkmalen, Leistungen oder Gesichtspunkten. |
| betonen | Kann eine Aussage oder einen besonderen Nachdruck betreffen; der Raumbezug entfällt. |
| sich erweisen | Passt zu einer sichtbar gewordenen Eigenschaft oder Einordnung. |
| sich ergeben | Passt zu einem Resultat oder einer Folgerung, muss aber nicht denselben Erkenntniswechsel betonen. |
„Der Bericht stellt die Vorteile des Plans heraus.“ – „Der Bericht stellt sich als vorteilhaft heraus.“
Die Sätze haben verschiedene Inhalte. Im ersten berichtet ein Text über Vorteile eines Plans. Im zweiten wird der Bericht selbst als vorteilhaft beurteilt. Das Reflexivpronomen verändert hier nicht nur den Stil, sondern die ganze Aussage.
„Die Nachricht stellte sich als Irrtum heraus.“ – „Die Nachricht erwies sich als Irrtum.“
Beide Fassungen beschreiben eine nachträgliche Einordnung. Für einen sachlichen Bericht sollte folgen, welche Prüfung dazu führte. Die Formulierung allein liefert noch keinen Beleg für diese Einordnung.
Mit sich verändert sich der Satzbau
Es heißt stellt heraus, stellte heraus und hat herausgestellt. Reflexiv lautet das Perfekt hat sich herausgestellt. Häufig folgen als oder ein Nebensatz: Das hat sich als Fehler herausgestellt; Es hat sich herausgestellt, dass eine Seite fehlt.
Reflexiv: sich als etwas erweisen. Im Ballsport ohne sich: jemanden vom weiteren Mitspielen ausschließen.
Konjugation von herausstellenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | stelle heraus | stellte heraus | stelle heraus | stellte heraus |
| du | stellst heraus | stelltest heraus | stellest heraus | stelltest heraus |
| er/sie/es | stellt heraus | stellte heraus | stelle heraus | stellte heraus |
| wir | stellen heraus | stellten heraus | stellen heraus | stellten heraus |
| ihr | stellt heraus | stelltet heraus | stellet heraus | stelltet heraus |
| sie/Sie | stellen heraus | stellten heraus | stellen heraus | stellten heraus |
Das Verb ergeben kann eine verwandte Resultatsbedeutung haben. „Aus den Zahlen ergibt sich ein Unterschied“ betont eher eine Folgerung; „Bei der Prüfung stellte sich ein Unterschied heraus“ eher die gewonnene Erkenntnis. In beiden Fällen bleibt wichtig, auf welcher Grundlage die Aussage steht. Beim sportlichen Herausstellen muss dagegen der Spielzusammenhang erkennbar sein; das ist weder eine Veröffentlichung noch das bloße Loben einer Person.
