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herumkommen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
herumkommen
Worttrennung
he·rum·kom·men
Präsens
kommt herum
Präteritum
kam herum
Partizip II
herumgekommen
Hilfsverb
sein
Gebrauch
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.

Umgangssprachlich; um etwas herumkommen und mit etwas herumkommen unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Herumkommen kann bedeuten, an verschiedene Orte zu gelangen, ein Hindernis zu überwinden oder etwas Unangenehmes zu vermeiden. Umgangssprachlich wird das Verb außerdem für das Bewältigen von Aufgaben und das Weiterverbreiten einer Nachricht gebraucht.

Die Ergänzungen verändern den Sinn

„Sie ist beruflich viel herumgekommen“ beschreibt Erfahrungen an verschiedenen Orten. Wie lange sie jeweils dort war und wie gut sie diese Orte kennt, bleibt offen. Viel herumzukommen ist deshalb kein Beweis für umfassende Kenntnisse über jedes besuchte Land.

„Mit dem Wagen kommen wir nicht um die enge Kurve herum“ betrifft dagegen einen konkreten Weg. Etwas kann zu groß sein, um den Richtungswechsel zu schaffen. Auch mit den Armen um einen sehr dicken Stamm herumzukommen bezeichnet eine räumliche Reichweite.

In „Um die Besprechung kommen wir nicht herum“ ist der Umweg bildlich gemeint: Die Besprechung lässt sich nicht vermeiden. „Mit den Vorbereitungen kommen wir nicht herum“ hebt hingegen hervor, dass die Arbeit nicht bewältigt wird. Eine Nachricht, die schnell herumkommt, verbreitet sich durch Weitererzählen; ihre Wahrheit wird dadurch nicht bestätigt.

Reisen, vermeiden oder bewältigen?

AusdruckBedeutung und Grenze
viel reisenPasst zum Aufenthalt an verschiedenen Orten, nicht zu jedem kurzen Ortswechsel.
vorbeikommenKann einen Weg an einem Hindernis vorbei beschreiben; der genaue räumliche Sinn muss passen.
vermeiden könnenPasst in um etwas herumkommen; die Verneinung nicht ist genau zu beachten.
bewältigenPasst zu Aufgaben oder Vorbereitungen, mit denen jemand fertig wird.
sich verbreitenPasst zu einer Nachricht, ohne einen Beleg für deren Inhalt zu liefern.

„Um eine erneute Prüfung kommen wir nicht herum.“ – „Eine erneute Prüfung lässt sich nicht vermeiden.“

Die zweite Fassung nennt die Notwendigkeit sachlicher. Beide lassen offen, warum die Prüfung nötig ist. Diese Begründung sollte folgen, wenn jemand davon überzeugt werden soll.

„Sie ist bei ihrer Arbeit viel herumgekommen.“ – „Sie hat bei ihrer Arbeit viele verschiedene Orte kennengelernt.“

Die Umschreibung hebt die Ortsvielfalt hervor. Sie darf nicht ohne Weiteres zu „Sie kennt überall alle Verhältnisse“ verstärkt werden. Kurze Besuche vermitteln andere Erfahrungen als ein langer Aufenthalt.

Kommt herum, ist herumgekommen

Die Formen lauten kommt herum, kam herum und ist herumgekommen. Das Verb ist umgangssprachlich. Für eine Vermeidung steht etwa um eine Aufgabe herumkommen; ein nachfolgender Infinitiv kann mit darum angekündigt werden: nicht darum herumkommen, etwas zu prüfen.

Umgangssprachlich; um etwas herumkommen und mit etwas herumkommen unterscheiden.

Konjugation von herumkommenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichkomme herumkam herumkomme herumkäme herum
dukommst herumkamst herumkommest herumkämest herum / kämst herum
er / sie / eskommt herumkam herumkomme herumkäme herum
wirkommen herumkamen herumkommen herumkämen herum
ihrkommt herumkamt herumkommet herumkämet herum / kämt herum
sie / Siekommen herumkamen herumkommen herumkämen herum

Der Unterschied zwischen um und mit ist wichtig. Eine Aufgabe nicht vermeiden zu können ist nicht dasselbe wie sie nicht zu schaffen. Eine genaue Umschreibung schützt hier vor einer unbemerkten Bedeutungsverschiebung.