hervorbringen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hervorbringen
- Worttrennung
- her·vor·brin·gen
- Präsens
- bringt hervor
- Präteritum
- brachte hervor
- Partizip II
- hervorgebracht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas hervorbringen (Akkusativ)
Hervorbringen bedeutet, etwas entstehen zu lassen, sichtbar hervorzuholen oder einen Laut zu äußern. Eine Pflanze kann Früchte, eine Person ein Werk und ein Instrument Töne hervorbringen. Die Art des Ergebnisses bestimmt, welcher Vorgang gemeint ist.
Entstehen, sichtbar werden und erklingen
Bei Pflanzen steht das Wachstum im Vordergrund. Bei einem geschaffenen Werk geht es dagegen um eine schöpferische Leistung. Wenn eine Stadt als Herkunftsort bedeutender Künstler beschrieben wird, bedeutet hervorbringen nicht, dass die Stadt als handelnde Person auftritt. Die Formulierung fasst einen kulturellen Zusammenhang bildlich zusammen.
„Sie brachte nur wenige Worte hervor“ betrifft das Sprechen. Der Satz kann andeuten, dass es Mühe kostet; den Grund legt er noch nicht fest. Eine Stimme kann durch Aufregung stocken, aber auch andere Umstände können das Sprechen erschweren. Eine Erklärung sollte diese Ursache nicht aus der Wortwahl allein ableiten.
Wörtlich kann hervorbringen außerdem heißen, etwas aus einem verdeckten Bereich zum Vorschein zu holen. Ein Gegenstand, der sichtbar gemacht wird, muss dabei nicht neu entstehen. Diese Unterscheidung ist wichtig: Herausholen und Erschaffen können dasselbe Objekt betreffen, beschreiben aber verschiedene Vorgänge.
Erzeugen, schaffen oder äußern?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| erzeugen | Nahe beim Entstehenlassen eines Ergebnisses oder einer Wirkung. |
| schaffen | Passt besonders zu einer bewussten schöpferischen Leistung. |
| zum Vorschein bringen | Passt zu etwas, das bereits vorhanden, aber verdeckt war. |
| äußern | Passt zu Worten oder Lauten; bezeichnet nicht jedes materielle Ergebnis. |
| erklingen lassen | Macht die hörbare Seite eines Tons deutlich. |
„Der Baum bringt im Herbst viele Früchte hervor.“ – „Der Baum trägt im Herbst viele Früchte.“
Die zweite Fassung richtet den Blick auf den vorhandenen Fruchtbehang. Die erste betont stärker das Entstehen. Beide lassen offen, wie groß oder genießbar die Früchte sind.
„Sie brachte ein leises Nein hervor.“ – „Sie äußerte ein leises Nein.“
Die Sätze liegen nahe beieinander. Hervorbringen kann im Zusammenhang stärker das mühsame Zustandekommen des Sprechens hervorheben. Die konkrete Ursache sollte trotzdem nicht ohne Anhaltspunkt ergänzt werden.
Bringt hervor, hat hervorgebracht
Es heißt bringt hervor, brachte hervor und hat hervorgebracht. Der Infinitiv wird zusammengeschrieben. Das Ergebnis oder der hervorgeholte Gegenstand steht häufig im Akkusativ.
Konjugation von hervorbringenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bringe hervor | brachte hervor | bringe hervor | brächte hervor |
| du | bringst hervor | brachtest hervor | bringest hervor | brächtest hervor |
| er/sie/es | bringt hervor | brachte hervor | bringe hervor | brächte hervor |
| wir | bringen hervor | brachten hervor | bringen hervor | brächten hervor |
| ihr | bringt hervor | brachtet hervor | bringet hervor | brächtet hervor |
| sie/Sie | bringen hervor | brachten hervor | bringen hervor | brächten hervor |
Bei einer Wirkung ist erzeugen eine mögliche Alternative. Keine dieser Formulierungen beweist jedoch für sich, dass ein Ergebnis beabsichtigt war. Eine Textanalyse sollte Merkmal, Zusammenhang und gedeutete Wirkung miteinander verbinden, statt einen bloßen Wirkungsnamen als Erklärung stehen zu lassen.
