hinaufgehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinaufgehen
- Worttrennung
- hi·nauf·ge·hen
- Präsens
- geht hinauf
- Präteritum
- ging hinauf
- Partizip II
- hinaufgegangen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Steigende Werte oder erhöhte Forderungen: umgangssprachlich.
Hinaufgehen bedeutet, nach oben zu gehen oder sich nach oben zu bewegen. Ein Weg kann außerdem hinaufgehen, ohne selbst in Bewegung zu sein. Umgangssprachlich wird das Verb auch für steigende Werte oder eine erhöhte Forderung gebraucht.
Bewegung, Wegverlauf und Zahlenwert
„Sie geht zur Dachterrasse hinauf“ beschreibt einen Weg zu einem höheren Ort. „Die Straße geht zum Aussichtspunkt hinauf“ nennt dagegen ihren Verlauf. Eine Straße geht nicht mit eigenen Schritten; das Verb beschreibt hier die Richtung, in der man ihr folgen kann.
Auch andere Höhenänderungen sind möglich, etwa bei einer Flughöhe. Die genaue Bewegungsart folgt aus dem Subjekt und der Situation. Das Verb allein beschreibt weder eine Gehgeschwindigkeit noch den erforderlichen Kraftaufwand.
„Die Preise gehen hinauf“ bedeutet umgangssprachlich, dass sie steigen. „Der Anbieter geht mit dem Preis hinauf“ benennt eine entsprechende Änderung durch eine handelnde Person. In beiden Fällen geht es um Zahlen auf einer Skala, nicht um die räumliche Höhe eines Preisschilds. Ob die Änderung erwünscht ist, hängt davon ab, welche Größe und wessen Perspektive gemeint sind.
Aufwärtsgehen, verlaufen oder steigen?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| nach oben gehen | Eine verständliche räumliche Umschreibung. |
| ansteigen | Passt zu einer Höhe, einem Wert oder einem Weg mit zunehmender Höhenlage. |
| aufwärtsführen | Passt zu einem Weg oder einer Straße und macht deren Verlauf deutlich. |
| steigen | Passt zu Werten und Bewegungen, ist aber ebenfalls mehrdeutig. |
| erhöhen | Benennt die Veränderung durch jemanden oder etwas; der Satzbau muss angepasst werden. |
„Der Pfad geht hinter dem Tor hinauf.“ – „Der Pfad führt hinter dem Tor aufwärts.“
Die zweite Fassung macht deutlich, dass der Verlauf gemeint ist. Keine behauptet, dass die Steigung auf der gesamten Strecke gleich bleibt. Für eine genaue Wegbeschreibung wären weitere Angaben nötig.
„Die Miete ist hinaufgegangen.“ – „Die Vermieterin hat die Miete erhöht.“
Der zweite Satz nennt eine handelnde Person und ist deshalb nicht in jedem Kontext ein neutraler Ersatz. Erhöhen hebt die verursachte Veränderung hervor; der erste Satz nennt zunächst den gestiegenen Wert.
Geht hinauf, ist hinaufgegangen
Es heißt geht hinauf, ging hinauf und ist hinaufgegangen. Im Infinitiv wird das Verb zusammengeschrieben. Bei einem Zahlenwert nennt auf häufig den Endwert, um dagegen den Unterschied.
Steigende Werte oder erhöhte Forderungen: umgangssprachlich.
Konjugation von hinaufgehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe hinauf | ging hinauf | gehe hinauf | ginge hinauf |
| du | gehst hinauf | gingst hinauf | gehest hinauf | gingest hinauf |
| er/sie/es | geht hinauf | ging hinauf | gehe hinauf | ginge hinauf |
| wir | gehen hinauf | gingen hinauf | gehen hinauf | gingen hinauf |
| ihr | geht hinauf | gingt hinauf | gehet hinauf | ginget hinauf |
| sie/Sie | gehen hinauf | gingen hinauf | gehen hinauf | gingen hinauf |
In einem sachlichen Bericht sind steigen oder sich erhöhen oft unauffälliger als die umgangssprachliche Skalenverwendung von hinaufgehen. Entscheidend bleibt eine klare Bezugsgröße: Ein größerer Wert ist nicht automatisch eine bessere Leistung oder eine günstigere Situation.
