hinreichen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinreichen
- Worttrennung
- hin·rei·chen
- Präsens
- reicht hin
- Präteritum
- reichte hin
- Partizip II
- hingereicht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemandem etwas hinreichen (Dativ + Akkusativ); für etwas hinreichen (für + Akkusativ)
Die Bedeutungen von hinreichen
Hinreichen bezeichnet zunächst das Anbieten durch eine reichende Bewegung. Eine Person hält einer anderen etwa einen Gegenstand so hin, dass sie ihn nehmen kann. Dabei liegt eine Übergabe nahe, ist aber nicht in jedem Satz bereits abgeschlossen. Der Gegenstand kann noch in der ausgestreckten Hand liegen.
Eine räumliche Lesart beschreibt die Ausdehnung bis zu einer Stelle: Ein Arm oder ein Gegenstand reicht bis zu einer markierten Grenze hin. Hier geht es nicht notwendig um ein Übergeben. In übertragenen Zusammenhängen kann auch die Reichweite eines Einflusses oder einer Erklärung gemeint sein.
Häufig bedeutet hinreichen außerdem genügen. Geld, Kenntnisse oder andere Mittel sind für eine Aufgabe in ausreichendem Umfang vorhanden. Umgangssprachlich kann eine Person mit einem Betrag hinreichen, also damit auskommen. Ausreichend ist etwas immer in Bezug auf einen Bedarf oder Zweck; eine beliebige Menge ist nicht für jede Aufgabe genug.
Synonyme nach Lesart
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| hinhalten / anbieten | Passt zum bereitgehaltenen Gegenstand. Anbieten kann auch ohne eine körperliche Bewegung erfolgen. |
| übergeben | Behauptet die vollzogene Übergabe deutlicher. |
| sich erstrecken | Passt zur räumlichen Ausdehnung bis zu einem Punkt. |
| ausreichen / genügen | Passt zur Deckung eines Bedarfs. Auskommen steht dagegen mit einer Person und mit. |
Für einen verständlichen Text ist die Ergänzung entscheidend: jemandem etwas hinreichen, bis zu einer Stelle hinreichen oder für eine Aufgabe hinreichen. Der gleiche Verbstamm trägt in diesen Sätzen unterschiedliche Aussagen.
Zwei Beispiele erklärt
„Nora reichte ihm das Lineal hin.“ · „Nora reichte mit dem Lineal bis an den Rand hin.“
Der erste Satz nennt eine angebotene Übergabe. Der zweite beschreibt eine Reichweite. Die Ergänzung mit dem Lineal macht den Gegenstand zum Mittel einer anderen Handlung.
„Die Vorräte reichen für drei Tage hin.“ · „Die Vorräte sind vollständig erfasst.“
Der erste Satz bewertet den Umfang am Bedarf für einen Zeitraum. Der zweite sagt etwas über die Bestandsaufnahme. Eine vollständige Liste kann auch einen unzureichenden Vorrat dokumentieren.
Form und Satzbau
Das schwache, trennbare Verb lautet „reicht hin“, „reichte hin“ und „hat hingereicht“. Mit zu schreibt man hinzureichen. In der Genügenslesart steht häufig „für“ oder „zu“: Mittel reichen für eine Aufgabe, Kenntnisse reichen dazu hin. Beim umgangssprachlichen Auskommen heißt es dagegen „mit den Mitteln hinreichen“.
Konjugation von hinreichenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | reiche hin | reichte hin | reiche hin | reichte hin |
| du | reichst hin | reichtest hin | reichest hin | reichtest hin |
| er/sie/es | reicht hin | reichte hin | reiche hin | reichte hin |
| wir | reichen hin | reichten hin | reichen hin | reichten hin |
| ihr | reicht hin | reichtet hin | reichet hin | reichtet hin |
| sie/Sie | reichen hin | reichten hin | reichen hin | reichten hin |
