hochkommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hochkommen
- Worttrennung
- hoch·kom·men
- Präsens
- kommt hoch
- Präteritum
- kam hoch
- Partizip II
- hochgekommen
- Hilfsverb
- sein
umgangssprachlich
Die Bedeutungen von hochkommen
Hochkommen beschreibt umgangssprachlich eine Bewegung nach oben. Eine Person kann aus dem Erdgeschoss hochkommen, sich aus einer gebückten Lage aufrichten oder an die Wasseroberfläche kommen. Der Ausdruck allein legt nicht fest, welches Hilfsmittel verwendet wird und wie schnell die Bewegung erfolgt.
Übertragen kann hochkommen eine Erholung nach einer schwächenden Situation oder einen beruflichen beziehungsweise gesellschaftlichen Aufstieg bezeichnen. „Sie ist wieder hochgekommen“ kann heißen, dass sie wieder zu Kräften gekommen ist. „Im Betrieb ist sie schnell hochgekommen“ betrifft dagegen ihre Stellung. Die erreichte Position sagt nicht automatisch etwas über den Weg dorthin aus.
Auch etwas bisher nicht Bewusstes kann hochkommen: eine Erinnerung, ein Gefühl oder eine unangenehme Frage. Dabei wird das Auftauchen bildlich als Bewegung an die Oberfläche dargestellt. Die Erinnerung muss deshalb nicht vollständig oder in allen Einzelheiten zuverlässig sein. Bei körperlichem Unwohlsein kann hochkommen außerdem bezeichnen, dass Mageninhalt nach oben drängt. Diese Lesart braucht einen passenden körperlichen Zusammenhang.
Synonyme genau unterscheiden
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| heraufkommen / auftauchen | Die erste Form betont eine Richtung zum Bezugspunkt, die zweite etwa das Erscheinen an einer Oberfläche. |
| sich aufrichten / aufstehen | Passt zur Körperbewegung. Aufstehen kann zusätzlich das Verlassen eines Sitzplatzes oder Bettes meinen. |
| sich erholen / aufsteigen | Erholen betrifft neue Kräfte; aufsteigen kann eine höhere berufliche oder soziale Stellung betreffen. |
| wieder bewusst werden | Passt zu Erinnerungen oder Gefühlen, die erneut in den Vordergrund treten. |
Für einen genauen Bericht sollte der Bezug nicht fehlen. „Nach der Pause kam sie hoch“ kann einen Weg im Gebäude meinen. „Nach der schwierigen Phase kam sie wieder hoch“ legt eher eine Erholung nahe. Erst die Ergänzungen sichern die beabsichtigte Bedeutung.
Zwei Satzpaare erklärt
„Amira kam aus dem Keller hoch.“ · „Amira kam nach dem Rückschlag wieder hoch.“
Der erste Satz beschreibt einen räumlichen Weg. Der zweite stellt eine Erholung bildlich dar. Er behauptet nicht, dass Amira sich in einem anderen Stockwerk befindet.
„Beim Foto kam die Erinnerung hoch.“ · „Beim Foto konnte sie jedes Detail belegen.“
Das erste Beispiel nennt das erneute Bewusstwerden einer Erinnerung. Das zweite behauptet überprüfbare Genauigkeit. Eine lebhafte Erinnerung allein ist noch kein entsprechender Nachweis.
Formen und Schreibweise
Die Formen lauten „kommt hoch“, „kam hoch“ und „ist hochgekommen“. Das trennbare Verb wird im Nebensatz zusammengeschrieben: „weil die Erinnerung hochkommt“. Mit zu lautet es hochzukommen. Die umgangssprachliche Färbung kann in Gesprächen natürlich wirken; in formellen Berichten ist eine eindeutige Umschreibung häufig geeigneter.
umgangssprachlich
Konjugation von hochkommenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme hoch | kam hoch | komme hoch | käme hoch |
| du | kommst hoch | kamst hoch | kommest hoch | kämest hoch / kämst hoch |
| er/sie/es | kommt hoch | kam hoch | komme hoch | käme hoch |
| wir | kommen hoch | kamen hoch | kommen hoch | kämen hoch |
| ihr | kommt hoch | kamt hoch | kommet hoch | kämet hoch / kämt hoch |
| sie/Sie | kommen hoch | kamen hoch | kommen hoch | kämen hoch |
