hochsteigen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hochsteigen
- Worttrennung
- hoch·stei·gen
- Präsens
- steigt hoch
- Präteritum
- stieg hoch
- Partizip II
- hochgestiegen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Was bedeutet hochsteigen?
Hochsteigen beschreibt eine Bewegung nach oben. Eine Person kann auf einer Leiter oder Treppe hochsteigen. Bei einem Gegenstand, Rauch oder einem Flugkörper kann eine aufwärts gerichtete Bewegung gemeint sein, ohne dass Beine oder Stufen beteiligt sind. Der jeweilige Gegenstand entscheidet über die Art des Aufstiegs.
Übertragen können Gefühle in jemandem hochsteigen. Dann werden etwa Ärger, Freude oder eine andere Empfindung allmählich deutlich. Auch Tränen können in dieser bildhaften Weise beschrieben werden. Das Wort stellt einen inneren Vorgang als Aufwärtsbewegung dar. Es benennt nicht automatisch dessen Ursache oder die anschließende Handlung.
Ein aufkommendes Gefühl ist noch keine sichtbare Reaktion. In einer Erzählung kann Wut in einer Figur hochsteigen, während sie äußerlich still bleibt. Eine Analyse sollte deshalb unterscheiden, was die Erzählinstanz über das Innere mitteilt und was andere Figuren tatsächlich beobachten können. Beides kann zusammenpassen, muss aber nicht dasselbe sein.
Synonyme nach Bedeutung
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| hinaufsteigen / hinaufklettern | Passt zum Weg nach oben. Klettern beschreibt eine besondere Bewegungsweise und passt nicht zu jedem Aufstieg. |
| aufsteigen / emporsteigen | Passt auch zu Rauch oder anderen aufwärts bewegten Dingen; emporsteigen wirkt gehobener. |
| aufkommen / sich regen | Passt zu Gefühlen, die in einer Person spürbar werden. |
| ausbrechen | Bezeichnet häufig einen deutlicheren Beginn oder Ausdruck. Ein Gefühl kann aufkommen, ohne offen auszubrechen. |
Für eine genaue Schilderung helfen Angaben zu Richtung, Ausgangspunkt und Verlauf. „Rauch stieg hoch“ sagt wenig über dessen Menge. „In ihr stieg Ärger hoch“ beschreibt eine Empfindung, liefert aber noch keinen Beleg dafür, dass sie jemanden beschimpft.
Zwei Satzpaare erklärt
„Jule stieg die Treppe hoch.“ · „Über dem Dach stieg Rauch hoch.“
Beide Sätze enthalten eine Aufwärtsbewegung. Im ersten führt eine Person Schritte aus; im zweiten bewegt sich Rauch. Klettern wäre nur im ersten Zusammenhang unter passenden Umständen ein Ersatz.
„In ihm stieg Wut hoch.“ · „Er schlug wütend auf den Tisch.“
Der erste Satz beschreibt eine innere Empfindung. Der zweite eine beobachtbare Handlung. Aus der Empfindung allein darf die Handlung nicht als zwangsläufige Folge ergänzt werden.
Formen und Schreibweise
Das trennbare Verb heißt „steigt hoch“, „stieg hoch“ und „ist hochgestiegen“. Mit zu schreibt man hochzusteigen, im Nebensatz „weil der Rauch hochsteigt“. Bei Gefühlen steht häufig „in jemandem“: „In ihr ist Unruhe hochgestiegen.“ Die Person ist dabei der Ort der Empfindung, nicht ein räumlich bestiegener Gegenstand.
Konjugation von hochsteigenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | steige hoch | stieg hoch | steige hoch | stiege hoch |
| du | steigst hoch | stiegst hoch | steigest hoch | stiegest hoch |
| er/sie/es | steigt hoch | stieg hoch | steige hoch | stiege hoch |
| wir | steigen hoch | stiegen hoch | steigen hoch | stiegen hoch |
| ihr | steigt hoch | stiegt hoch | steiget hoch | stieget hoch |
| sie/Sie | steigen hoch | stiegen hoch | steigen hoch | stiegen hoch |
