hochziehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hochziehen
- Worttrennung
- hoch·zie·hen
- Präsens
- zieht hoch
- Präteritum
- zog hoch
- Partizip II
- hochgezogen
- Hilfsverb
- haben beim Ziehen, Heben, Bauen und Hochnehmen eines Flugzeugs; sein beim Aufziehen eines Gewitters
Die Bedeutungen von hochziehen
Hochziehen kann eine Bewegung durch Ziehen nach oben beschreiben. Man zieht einen Rollladen hoch oder zieht sich mithilfe eines Geländers selbst nach oben. Bei den Schultern oder Augenbrauen bezeichnet es ein Heben. Die sichtbare Bewegung ist beschrieben; ihre Bedeutung im Gespräch muss erst aus dem Zusammenhang erschlossen werden.
Im Jargon kann hochziehen auch den Bau eines Gebäudes oder einer Mauer bezeichnen. Es benennt dann das Errichten, nicht das nachträgliche Anheben eines fertigen Hauses. In der Fliegerei kann es bedeuten, ein Flugzeug rasch an Höhe gewinnen zu lassen. Bei Wettervorgängen ist dagegen das Aufkommen oder Näherkommen eines Gewitters gemeint.
Gleiche Wortform bedeutet daher nicht gleicher Vorgang. Ein hochgezogener Mundwinkel kann amüsiert, skeptisch oder anders wirken; die Bewegung allein beweist keine bestimmte innere Haltung. Ebenso sagt das Hochziehen eines Gebäudes noch nicht, ob sorgfältig gearbeitet oder besonders schnell gebaut wurde. Dafür braucht der Text zusätzliche Angaben.
Synonyme passend auswählen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| hinaufziehen / heraufziehen | Passt zu einer Zugbewegung; der Bezugspunkt kann die Richtungswahl beeinflussen. |
| heben / anheben | Passt zu Körperteilen und Gegenständen, legt aber nicht immer ein Ziehen fest. |
| errichten / bauen | Passt zur baulichen Jargonbedeutung und ist in Sachtexten neutraler. |
| aufziehen / herankommen | Passt zum Wetter, nicht zum Bauen oder zum Heben einer Schulter. |
Die Art der Ergänzung hilft beim Lesen: „eine Mauer hochziehen“ betrifft ein Bauwerk, „an einem Seil hochziehen“ eine Zugbewegung. Ein Ersatzwort sollte diese Handlung präzisieren, statt nur das gemeinsame Bild einer Höhe aufzugreifen.
Zwei Satzpaare erklärt
„Sie hat den Korb hochgezogen.“ · „Ein Gewitter ist hochgezogen.“
Im ersten Satz bewegt eine Person einen Gegenstand; das Perfekt steht mit haben. Im zweiten kommt eine Wettererscheinung auf; das Perfekt steht mit sein. Die unterschiedlichen Bedeutungen erklären die Hilfsverbwahl.
„Er zog die Augenbrauen hoch.“ · „Er widersprach ausdrücklich.“
Der erste Satz beschreibt eine sichtbare Bewegung. Sie kann im Gespräch etwas andeuten. Der zweite nennt eine eindeutige Äußerung. Ein beobachteter Gesichtsausdruck ersetzt keinen sicheren Beleg für eine konkrete Aussage.
Sich an etwas hochziehen
Übertragen kann die Verbindung heißen, an einer Sache Vergnügen oder Genugtuung zu finden. Eigenes Beispiel: „Die Gruppe zog sich an jedem kleinen Fehler des Rivalen hoch.“ Das beschreibt eine abwertende Freude an diesen Fehlern, keine körperliche Stütze. Wörtlich kann man sich dagegen an einem Geländer hochziehen. Die Formen lauten „zog hoch“ und „hochgezogen“.
Grammatik und Wortformen
Konjugation von hochziehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | ziehe hoch | zog hoch | ziehe hoch | zöge hoch |
| du | ziehst hoch | zogst hoch | ziehest hoch | zögest hoch / zögst hoch |
| er/sie/es | zieht hoch | zog hoch | ziehe hoch | zöge hoch |
| wir | ziehen hoch | zogen hoch | ziehen hoch | zögen hoch |
| ihr | zieht hoch | zogt hoch | ziehet hoch | zöget hoch / zögt hoch |
| sie/Sie | ziehen hoch | zogen hoch | ziehen hoch | zögen hoch |
