höhnen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- höhnen
- Worttrennung
- höh·nen
- Präsens
- höhnt
- Präteritum
- höhnte
- Partizip II
- gehöhnt
- Hilfsverb
- haben
gehoben
Was bedeutet höhnen?
Höhnen heißt, Spott mit Verachtung auszudrücken. Das kann eine Äußerung begleiten: Eine Figur sagt etwas nicht bloß, sondern höhnt es. Das Verb lässt dann erkennen, dass sie ihr Gegenüber herabsetzt oder dessen Lage verächtlich kommentiert. Es kann auch unmittelbar heißen, jemanden zu verhöhnen.
Der Ausdruck gehört eher zu einer gehobenen, häufig erzählenden Sprache. In einem Bericht kann „höhnte sie“ die Art einer Äußerung knapp kennzeichnen. Dabei enthält die Wahl des Verbs bereits eine Deutung des Tons. Eine Analyse sollte deshalb zeigen, welche Wörter, Gesten oder Umstände diese Deutung stützen.
Nicht jedes Lachen ist Hohn. Menschen können aus Freude, Unsicherheit oder über einen einvernehmlichen Scherz lachen. Auch eine scharfe Kritik muss nicht verächtlich sein. Beim Höhnen steht die herabsetzende Wirkung beziehungsweise Haltung im Mittelpunkt, nicht bloß das Benennen eines Fehlers.
Synonyme und Register
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| verhöhnen / verspotten | Nahe Alternativen, wenn jemand zum Ziel von Spott wird; verhöhnen betont die Verachtung besonders deutlich. |
| spotten | Kann je nach Zusammenhang weniger scharf wirken. Der genaue Ton bleibt entscheidend. |
| auslachen | Betont die sicht- oder hörbare Reaktion des Lachens auf Kosten einer Person. |
| scherzen / kritisieren | Keine allgemeinen Ersatzwörter: Ein Scherz kann freundlich, eine Kritik sachlich sein. |
In einer Charakterisierung kann geringschätzig die abwertende Haltung beschreiben. Höhnen benennt dagegen ein konkretes sprachliches oder spöttisches Verhalten. Ein solcher Auftritt kann die Haltung in einer Szene stützen, legt aber noch nicht jede Eigenschaft der Person fest.
Zwei Satzpaare erklärt
„So sieht also dein großartiger Plan aus“, höhnte sie über dem eingestürzten Modell. · „Welche Stütze fehlt?“, fragte sie über dem eingestürzten Modell.
Die erste Äußerung nutzt das Scheitern zum verächtlichen Spott. Die zweite kann eine sachliche Fehlersuche einleiten. Dass beide auf denselben Fehler reagieren, macht ihre Haltung nicht gleich.
„Die Zuschauer höhnten über den gescheiterten Versuch.“ · „Die Zuschauer lachten erleichtert, als niemand verletzt war.“
Im ersten Satz richtet sich der Spott gegen das Scheitern. Im zweiten ist Erleichterung der genannte Anlass. Das Lachen allein trägt die Deutung als Hohn deshalb nicht.
Formen und Satzbau
Die Formen heißen „höhnt“, „höhnte“ und „hat gehöhnt“. Man kann höhnen ohne direktes Objekt als Redebegleitung verwenden oder eine Person als Ziel nennen. Mit zu heißt es zu höhnen. Das Verb sollte im sachlichen Schreiben dort stehen, wo die herabsetzende Art der Äußerung tatsächlich begründet werden kann.
gehoben
Konjugation von höhnenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | höhne | höhnte | höhne | höhnte |
| du | höhnst | höhntest | höhnest | höhntest |
| er/sie/es | höhnt | höhnte | höhne | höhnte |
| wir | höhnen | höhnten | höhnen | höhnten |
| ihr | höhnt | höhntet | höhnet | höhntet |
| sie/Sie | höhnen | höhnten | höhnen | höhnten |
