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holen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
holen
Worttrennung
ho·len
Präsens
holt
Präteritum
holte
Partizip II
geholt
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
sich etwas holen: Dativpronomen + Akkusativobjekt
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemandem etwas holen (Dativ + Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

holen: Holen heißt, jemanden oder etwas von anderswo herbeizubringen; übertragen kann es auch beschaffen, gewinnen oder sich etwas zuziehen bedeuten.

Bedeutung und Zusammenhang

Beim wörtlichen Holen gelangt eine Person oder Sache von einem anderen Ort dorthin, wo sie gebraucht wird. Wer einen Stuhl holt, beschafft ihn und bringt ihn herbei. Wer Hilfe holt, sorgt dafür, dass Helfende kommen; dafür muss man sie nicht persönlich begleiten.

Übertragen kann man sich Rat holen oder in einem Wettbewerb einen Titel holen. Umgangssprachlich kann „sich etwas holen“ auch eine unangenehme Folge meinen, etwa eine Erkältung. Die Verbindung beschreibt dann kein bewusstes Beschaffen. In seemännischer Verwendung kann holen ein Heranziehen bezeichnen, etwa beim Straffen eines Segels.

Synonyme im Gebrauch

Herbeibringen betont den Transport zum genannten Ort. Besorgen hebt die Beschaffung hervor und lässt den Weg offen. Abholen passt, wenn jemand oder etwas an einem bestimmten Ausgangsort übernommen und von dort mitgenommen wird.

Bei einem Wettkampf ist gewinnen genauer als herbeibringen. Bei Rat passt einholen oder sich beraten lassen. Die richtige Alternative richtet sich nach dem Gegenstand: Einen Ratschlag trägt man nicht wie einen Stuhl durch den Raum.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Lea holt einen Stuhl aus dem Nebenraum.“
„Lea besorgt einen Stuhl für die Feier.“

Der erste Satz beschreibt einen konkreten Weg. Im zweiten bleibt offen, ob Lea den Stuhl leiht, kauft oder aus dem Lager nimmt. Besorgen ist in dieser Hinsicht weiter.

Vergleiche: „Der Verein holte den Pokal.“
„Der Hausmeister holte den Pokal aus der Vitrine.“

Im ersten Satz liegt die sportliche Bedeutung gewinnen nahe. Im zweiten wird ein Gegenstand bewegt. Die Ortsangabe entscheidet, welche Handlung beschrieben wird.

Verwendung und Satzbau

Der Gegenstand steht gewöhnlich im Akkusativ: „Er holt die Tasche.“ Ein zusätzlicher Dativ kann die begünstigte Person nennen: „Er holt seiner Schwester die Tasche.“ Bei „sich Rat holen“ bezeichnet sich die eigene Beteiligung als Empfänger des Rats.

Ein Satz wie „Sie hat sich einen Infekt geholt“ ist umgangssprachlich. In einem sachlichen Bericht sind sich anstecken oder erkranken oft passender, sofern diese Aussage tatsächlich feststeht. Die Wortwahl sollte keine Ursache hinzufügen, die im Zusammenhang nicht belegt ist.

Feste Verbindungen und Wendungen

Da ist nichts zu holen kann bedeuten, dass bei jemandem kein Geld oder kein anderer erwarteter Vorteil zu erhalten ist. „Bei der insolventen Firma war nichts mehr zu holen“ meint einen fehlenden wirtschaftlichen Ertrag, nicht eine leere Transportaufgabe.

Grammatik und Wortformen

Konjugation von holenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
holen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichholeholteholeholte
duholstholtestholestholtest
er/sie/esholtholteholeholte
wirholenholtenholenholten
ihrholtholtetholetholtet
sie/Sieholenholtenholenholten