hüten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hüten
- Worttrennung
- hü·ten
- Präsens
- hütet
- Präteritum
- hütete
- Partizip II
- gehütet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- sich vor etwas hüten (vor + Dativ)
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas hüten (Akkusativ)
hüten: Hüten heißt, jemanden oder etwas aufmerksam zu bewahren oder zu beaufsichtigen; sich hüten bedeutet, sich vor etwas in Acht zu nehmen.
Bedeutung und Zusammenhang
Wer jemanden oder etwas hütet, passt auf, damit kein Schaden entsteht. Man kann Kinder hüten, Tiere auf einer Weide beaufsichtigen oder einen wertvollen Gegenstand sorgfältig bewahren. Das Verb verbindet Aufmerksamkeit mit Schutz oder verantwortlichem Aufpassen. Es sagt noch nicht, welche konkreten Tätigkeiten dafür nötig sind.
Ein Geheimnis hüten ist eine übertragene Verwendung: Die Information soll nicht weitergegeben werden. Davon unterscheidet sich die reflexive Form sich hüten. Hier nimmt die handelnde Person Abstand von einer Gefahr oder einer unerwünschten Handlung. Es geht nicht um die Bewachung der eigenen Person.
Synonyme im Gebrauch
Beaufsichtigen betont die Aufsicht über Verhalten oder Abläufe. Bewahren passt besonders zu Gegenständen, Erinnerungen und Geheimnissen. Beschützen stellt eine Bedrohung und deren Abwehr in den Vordergrund.
Bei sich hüten passen sich in Acht nehmen oder vorsichtig sein. Vermeiden kann die Handlung direkter beschreiben: Wer sich davor hütet, ein Gerücht zu verbreiten, achtet bewusst darauf, es nicht weiterzugeben. Die Ergänzungen ändern sich beim Ersetzen mit.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Am Nachmittag hütet Jonas die jüngeren Kinder.“
„Am Nachmittag bewacht Jonas das verschlossene Tor.“
Beide Tätigkeiten verlangen Aufmerksamkeit. Kinder hüten umfasst jedoch Fürsorge und Aufsicht, nicht nur das Verhindern eines Zutritts. Bewachen wäre deshalb keine vollständige Beschreibung derselben Aufgabe.
Vergleiche: „Sie hütete das Geheimnis ihrer Freundin.“
„Sie hütete sich davor, das Geheimnis zu erzählen.“
Im ersten Satz wird die bewahrte Information zum Objekt. Im zweiten steht die zu vermeidende Handlung im Mittelpunkt. Beide können dasselbe Verhalten erläutern, haben aber einen unterschiedlichen Satzbau.
Verwendung und Satzbau
Ohne sich folgt gewöhnlich ein Akkusativobjekt: „Er hütet die Schafe.“ Mit sich kann eine vor-Ergänzung stehen: „Er hütet sich vor falschen Versprechen.“ Die reflexive Form ist also keine bloße stilistische Verlängerung desselben Satzes.
Auch eine Infinitivgruppe ist möglich: „Sie hütet sich davor, vorschnell zu urteilen.“ Das davor verweist auf die anschließende Handlung. In einer verständlichen Erklärung sollte diese Handlung ausdrücklich genannt werden, wenn der Zusammenhang sie nicht schon eindeutig macht.
Feste Verbindungen und Wendungen
Ich werde mich hüten! ist eine umgangssprachliche, nachdrückliche Ablehnung: „Soll ich ihm blind vertrauen? Ich werde mich hüten!“ Der Sprecher kündigt an, etwas keinesfalls zu tun; er verspricht keine spätere Aufsicht.
Grammatik und Wortformen
Konjugation von hütenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | hüte | hütete | hüte | hütete |
| du | hütest | hütetest | hütest | hütetest |
| er/sie/es | hütet | hütete | hüte | hütete |
| wir | hüten | hüteten | hüten | hüteten |
| ihr | hütet | hütetet | hütet | hütetet |
| sie/Sie | hüten | hüteten | hüten | hüteten |
