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idealisieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
idealisieren
Worttrennung
ide·a·li·sie·ren
Präsens
idealisiert
Präteritum
idealisierte
Partizip II
idealisiert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas idealisieren (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

idealisieren: Idealisieren heißt, jemanden oder etwas vollkommener darzustellen oder wahrzunehmen, als es tatsächlich ist.

Bedeutung und Zusammenhang

Beim Idealisieren werden positive Züge hervorgehoben, während Fehler, Schwierigkeiten oder Widersprüche in den Hintergrund treten. So kann eine Person die eigene Kindheit als durchgehend glücklich erinnern oder einen bewunderten Menschen für nahezu fehlerlos halten. Die Darstellung nähert den Gegenstand einem Ideal an.

Das muss nicht bewusst geschehen. Eine idealisierende Erinnerung kann aufrichtig sein und trotzdem wichtige Teile ausblenden. Das Verb allein beweist deshalb keine absichtliche Lüge. Für die Bewertung ist wichtig, welche Wirklichkeit der Text erkennen lässt und welche Seiten die betreffende Sichtweise übergeht.

Synonyme im Gebrauch

Verklären passt besonders zu einer verschönerten, oft gefühlsbetonten Erinnerung. Beschönigen betont das mildere Darstellen von Schwierigkeiten oder Fehlern. Glorifizieren hebt die übermäßige Verehrung und Verherrlichung hervor.

Bewundern ist nicht automatisch idealisieren. Man kann eine Leistung anerkennen und die Grenzen einer Person trotzdem sehen. Auch vereinfachen ist weiter: Eine Vereinfachung kann für eine verständliche Erklärung nötig sein, ohne den Gegenstand vollkommener erscheinen zu lassen.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Er idealisiert seine Schulzeit und erwähnt keinen einzigen Konflikt.“
„Er erinnert sich gern an seine Schulzeit und nennt auch schwierige Jahre.“

Der erste Satz zeigt eine einseitige Annäherung an ein vollkommenes Bild. Im zweiten schließen positive Gefühle die Probleme nicht aus. Eine angenehme Erinnerung ist also noch keine Idealisierung.

Vergleiche: „Die Biografie idealisiert die berühmte Forscherin.“
„Die Biografie würdigt die berühmte Forscherin kritisch.“

Idealisieren legt eine übermäßig vollkommene Darstellung nahe. Kritisches Würdigen kann dagegen Leistungen und Grenzen gemeinsam behandeln. Die beiden Formulierungen beschreiben verschiedene Arten der Anerkennung.

Verwendung und Satzbau

Man idealisiert jemanden oder etwas; der Gegenstand steht im Akkusativ. Möglich sind etwa eine Person, eine vergangene Zeit oder eine gesellschaftliche Ordnung. Das Partizip lautet idealisiert: „Die Erzählung hat das Landleben idealisiert.“ Ein zusätzliches ge- steht hier nicht.

In einer Analyse sollte das Urteil an konkreten Auslassungen oder Überhöhungen erkennbar werden. „Die Beschreibung kennt nur hilfsbereite Nachbarn, obwohl später mehrere Konflikte sichtbar werden“ macht die Einseitigkeit nachvollziehbar. Das bloße Auftreten freundlicher Figuren reicht als Beleg nicht aus.

Die Perspektive ist ebenfalls wichtig. Eine Figur kann ihren Vater idealisieren, während der Erzähler deutliche Gegenzeichen setzt. Dann ist nicht der ganze Text idealisierend; vielmehr führt er eine idealisierende Sicht vor und kann sie zugleich hinterfragen.

Idealistisch zu handeln ist nicht dasselbe wie jemanden zu idealisieren. Eine Orientierung an Werten kann mit einer genauen Wahrnehmung von Schwächen verbunden sein; Idealisierung betrifft dagegen die Darstellung oder Einschätzung als vollkommener.

Grammatik und Wortformen

Konjugation von idealisierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
idealisieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichidealisiereidealisierteidealisiereidealisierte
duidealisierstidealisiertestidealisierestidealisiertest
er/sie/esidealisiertidealisierteidealisiereidealisierte
wiridealisierenidealisiertenidealisierenidealisierten
ihridealisiertidealisiertetidealisieretidealisiertet
sie/Sieidealisierenidealisiertenidealisierenidealisierten