innervieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- innervieren
- Worttrennung
- in·ner·vie·ren
- Präsens
- innerviert
- Präteritum
- innervierte
- Partizip II
- innerviert
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas innervieren (Akkusativ)
Innervieren wird besonders in anatomischen und medizinischen Beschreibungen verwendet. Es bezeichnet die Versorgung eines Körperteils mit Nerven beziehungsweise Nervenreizen. Daneben gibt es einen übertragenen bildungssprachlichen Gebrauch im Sinn von anregen oder antreiben.
Nervenversorgung und übertragene Anregung
In einem anatomischen Satz nennt das Subjekt häufig einen Nerv und das Objekt einen Muskel oder ein anderes versorgtes Gewebe. Die Aussage beschreibt dann eine funktionale Zuordnung. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einer Behandlung oder einer Feststellung, dass ein Muskel gerade besonders kräftig arbeitet.
Im übertragenen Gebrauch kann eine Idee ein Vorhaben innervieren, also ihm einen anregenden Impuls geben. Diese Formulierung klingt deutlich fachlicher und seltener als „anregen“. Sie ist kein Hinweis darauf, dass eine Idee im wörtlichen Sinn Nerven ausbildet oder eine medizinische Wirkung entfaltet.
Versorgen ist nicht dasselbe wie aktivieren
Mit Nerven versorgen ist eine verständliche fachbezogene Umschreibung. Aktivieren oder reizen kann je nach Zusammenhang einen Vorgang beschreiben, ist aber nicht in jedem anatomischen Zuordnungssatz gleichbedeutend. Im übertragenen Sinn passen anregen, beflügeln oder antreiben, wobei beflügeln eine positive Wirkung besonders hervorhebt.
„Die Skizze zeigt den Nerv, der den Muskel innerviert.“ → „Die Skizze zeigt den Nerv, der den Muskel nervlich versorgt.“
Die zweite Fassung erklärt den Fachausdruck, ohne eine andere Struktur zu behaupten. Welche Bewegungen der Muskel ermöglicht, müsste die Skizze oder ihre Erläuterung zusätzlich angeben.
„Der neue Gedanke innervierte die Diskussion.“ → „Der neue Gedanke regte die Diskussion an.“
Die zweite Fassung ist leichter verständlich und gibt den übertragenen Sinn wieder. „Er überzeugte alle Beteiligten“ wäre stärker: Ein anregender Gedanke muss nicht von allen akzeptiert werden.
Innerviert, innervierte, hat innerviert
Das Verb ist nicht trennbar. Im Hauptsatz lautet es beispielsweise „der Nerv innerviert den Muskel“, im Perfekt „hat innerviert“. Das Partizip erhält kein zusätzliches ge. Bei einem Akkusativobjekt wie „den Muskel“ bleibt die anatomische Zuordnung auch grammatisch erkennbar.
Konjugation von innervierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | innerviere | innervierte | innerviere | innervierte |
| du | innervierst | innerviertest | innervierest | innerviertest |
| er/sie/es | innerviert | innervierte | innerviere | innervierte |
| wir | innervieren | innervierten | innervieren | innervierten |
| ihr | innerviert | innerviertet | innervieret | innerviertet |
| sie/Sie | innervieren | innervierten | innervieren | innervierten |
Für allgemein verständliche Sachtexte lohnt sich eine kurze Erklärung beim ersten Auftreten. Ein bloßer Austausch durch das ähnlich klingende „nerven“ wäre falsch: Jemanden nerven bezeichnet eine alltägliche Verärgerung und keine Nervenversorgung.
