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innewohnen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
innewohnen
Worttrennung
in·ne·woh·nen
Präsens
wohnt inne
Präteritum
wohnte inne
Partizip II
innegewohnt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar

Gehoben, intransitiv mit Dativ: einer Sache innewohnen.

Formen und Verwendung im Detail

Innewohnen heißt, zu etwas als Bestandteil, Möglichkeit oder charakteristische Eigenschaft zu gehören. Das Verb wird gehoben gebraucht und beschreibt gewöhnlich kein tatsächliches Wohnen in einem Gebäude.

Eine Eigenschaft gehört zu einer Sache

„Der Methode wohnt ein Risiko inne“ ordnet das Risiko der Methode selbst zu. Das Risiko erscheint also nicht bloß als beliebige äußere Begleiterscheinung. Die Formulierung behauptet damit einen Zusammenhang, der in einem erklärenden Text begründet werden sollte.

Bei einem Kunstwerk kann etwa von einem Ausdruck oder einer Spannung gesprochen werden, die ihm innewohnt. Der Satz ist dann eine Deutung des Werks. Er ersetzt keine Untersuchung seiner Gestaltung. Wer eine solche Aussage verwendet, sollte zeigen, welche Merkmale den Eindruck hervorrufen.

Gehören, enthalten sein, typisch sein

Zu etwas gehören ist eine leicht verständliche Alternative. In etwas enthalten sein kann konkreter klingen, ist bei einer Eigenschaft aber ebenfalls häufig übertragen. Für etwas typisch sein hebt die Kennzeichnung hervor; typisch ist nicht immer notwendig vorhanden. Inhärent sein klingt noch fachlicher. Verursacht werden behauptet dagegen einen Entstehungszusammenhang, den innewohnen nicht ohne Weiteres im selben Sinn ausdrückt.

„Dem Verfahren wohnt eine gewisse Unsicherheit inne.“ → „Eine gewisse Unsicherheit gehört zu diesem Verfahren.“

Die zweite Fassung ist verständlicher und erhält die Zuordnung. Sie sagt noch nicht, wie groß die Unsicherheit ist. Eine genaue Zahl oder Bewertung müsste gesondert begründet werden.

„Dem Bild wohnt eine eigentümliche Ruhe inne.“ → „Das Bild strahlt eine eigentümliche Ruhe aus.“

Die erste Fassung beschreibt Ruhe als Eigenschaft des Bildes. Die zweite rückt die Wirkung auf Betrachtende in den Vordergrund. Bei einer Bildbeschreibung können beide passen; sie setzen aber verschiedene Schwerpunkte.

Einer Sache innewohnen

Das, wozu die Eigenschaft gehört, steht im Dativ: „dem Verfahren“, „der Darstellung“, „den Worten“. Die Eigenschaft selbst ist das Subjekt: „Ein Widerspruch wohnt der Aussage inne.“ Bei der Umstellung bleibt dieser Unterschied erhalten.

Gehoben, intransitiv mit Dativ: einer Sache innewohnen.

Konjugation von innewohnenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
innewohnen: finite Formen ohne Ergänzungen – Das Subjekt bezeichnet gewöhnlich eine Eigenschaft oder einen Bestandteil; das Zugehörige steht im Dativ. Daher ist vor allem die dritte Person gebräuchlich.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichwohne innewohnte innewohne innewohnte inne
duwohnst innewohntest innewohnest innewohntest inne
er/sie/eswohnt innewohnte innewohne innewohnte inne
wirwohnen innewohnten innewohnen innewohnten inne
ihrwohnt innewohntet innewohnet innewohntet inne
sie/Siewohnen innewohnten innewohnen innewohnten inne

Im Hauptsatz wird das Verb getrennt. Im Nebensatz heißt es „weil der Aussage ein Widerspruch innewohnt“. Das Perfekt lautet „hat innegewohnt“. Für gewöhnliche Ortsangaben wie „Sie wohnt in der Wohnung“ wäre innewohnen keine passende förmliche Ausschmückung.