irregehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- irregehen
- Worttrennung
- ir·re·ge·hen
- Präsens
- geht irre
- Präteritum
- ging irre
- Partizip II
- irregegangen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Irregehen bedeutet, einem falschen Weg zu folgen oder einer falschen Auffassung anzuhängen. Das Verb kann eine räumliche Orientierung und übertragen eine gedankliche Fehleinschätzung betreffen.
Den Weg verfehlen oder falschliegen
Im räumlichen Sinn geht jemand irre, wenn er sich in die falsche Richtung bewegt. Ob er einen Wegweiser missverstanden, eine Abzweigung übersehen oder eine ungenaue Auskunft erhalten hat, sagt das Verb noch nicht. Auch eine schuldhafte Absicht ist darin nicht enthalten.
Übertragen kann eine Person mit ihrer Einschätzung irregehen. Gemeint ist dann keine Bewegung im Gelände, sondern ein Irrtum im Denken. Der Ausdruck stellt die Auffassung als falsch dar. Die Begründung dafür muss der weitere Text liefern.
Sich verirren, sich irren und fehlgehen
Sich verirren ist im räumlichen Zusammenhang eine verständliche Erklärung. Sich irren passt bei einer falschen Annahme. Fehlgehen kann ebenfalls eine verfehlte Richtung oder Einschätzung ausdrücken. Umkehren bezeichnet dagegen einen Richtungswechsel und setzt nicht notwendig voraus, dass man zuvor falsch gegangen ist.
„Im dichten Wald ging die Gruppe irre.“ → „Im dichten Wald verirrte sich die Gruppe.“
Die zweite Fassung erschließt den räumlichen Sinn. Sie legt weder die genaue Ursache noch die Dauer fest. Ob die Gruppe den richtigen Weg bald wiederfand, bleibt offen.
„Mit dieser Einschätzung ging der Beobachter irre.“ → „Mit dieser Einschätzung irrte sich der Beobachter.“
Hier bleibt die gedankliche Bedeutung erhalten. Eine räumliche Umschreibung mit Verlaufen wäre unpassend. Der Satz beurteilt eine bestimmte Einschätzung, nicht die gesamte Person als unfähig.
Geht irre, ging irre, ist irregegangen
Das Verb ist trennbar und bildet das Perfekt mit sein: „Sie ist irregegangen.“ Im Hauptsatz stehen die Teile auseinander: „Sie ging irre.“ Anders als sich irren braucht irregehen in diesen Beispielen kein zusätzliches sich.
Konjugation von irregehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe irre | ging irre | gehe irre | ginge irre |
| du | gehst irre | gingst irre | gehest irre | gingest irre |
| er/sie/es | geht irre | ging irre | gehe irre | ginge irre |
| wir | gehen irre | gingen irre | gehen irre | gingen irre |
| ihr | geht irre | gingt irre | gehet irre | ginget irre |
| sie/Sie | gehen irre | gingen irre | gehen irre | gingen irre |
In einem argumentierenden Text sollte deutlich werden, worin die Fehleinschätzung besteht. „Die Annahme geht irre“ ersetzt keine Gegenargumente. Ein benannter Widerspruch oder ein passender Beleg macht erst nachvollziehbar, warum die eingeschlagene gedankliche Richtung nicht trägt.
