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irreleiten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
irreleiten
Worttrennung
ir·re·lei·ten
Präsens
leitet irre
Präteritum
leitete irre
Partizip II
irregeleitet
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Gebrauch
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.

Gehobener Sprachgebrauch; räumliche und übertragene Bedeutung.

Formen und Verwendung im Detail

Irreleiten bedeutet, etwas oder jemanden falsch zu leiten. Übertragen kann es heißen, eine Person zu einer falschen Auffassung oder Verhaltensweise zu bringen. Der Ausdruck wirkt eher gehoben.

Eine verfehlte Richtung oder Auffassung

Im räumlichen Sinn kann ein Gegenstand am falschen Ziel ankommen, weil er irregeleitet wurde. Der Ausdruck benennt dann eine Fehlleitung. Er legt nicht automatisch fest, ob jemand bewusst eingegriffen oder versehentlich eine falsche Adresse verwendet hat.

Bei Menschen kann die Richtung auch gedanklich gemeint sein. Eine unzutreffende Erklärung kann eine Person zu einer falschen Annahme verleiten. Wer dagegen bewusst eine falsche Spur legt, handelt mit einer bestimmten Absicht. Diese Absicht ist vom tatsächlich entstandenen Missverständnis zu unterscheiden.

Fehlleiten, irreführen und verleiten

Fehlleiten passt besonders zur falschen räumlichen Zuordnung. Irreführen ist eine nahe Alternative für falsche Orientierung oder Vorstellung. Zu einer falschen Annahme verleiten macht den gedanklichen Sinn ausdrücklich. Verunsichern beschreibt hingegen zunächst Zweifel; eine bestimmte falsche Überzeugung muss daraus noch nicht folgen.

„Die Sendung wurde durch die unklare Adresse irregeleitet.“ → „Die Sendung wurde wegen der unklaren Adresse an das falsche Ziel geleitet.“

Die zweite Fassung ist im Alltag leichter verständlich. Beide nennen eine Fehlleitung, behaupten aber keinen absichtlichen Eingriff einer bestimmten Person.

„Die scheinbar eindeutige Grafik leitete ihn irre.“ → „Die scheinbar eindeutige Grafik verleitete ihn zu einer falschen Annahme.“

Die Umschreibung erklärt die gedankliche Wirkung. Welche Annahme entstand und warum sie falsch ist, sollte anschließend genannt werden. Ein bloßes Unbehagen wäre noch nicht derselbe Sachverhalt.

Leitet irre, hat irregeleitet

Das Verb ist trennbar: „Der Hinweis leitete sie irre.“ Im Partizip steht irregeleitet zusammen. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Die geleitete Person oder Sache kann als Akkusativobjekt erscheinen.

Gehobener Sprachgebrauch; räumliche und übertragene Bedeutung.

Konjugation von irreleitenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichleite irreleitete irreleite irreleitete irre
duleitest irreleitetest irreleitest irreleitetest irre
er / sie / esleitet irreleitete irreleite irreleitete irre
wirleiten irreleiteten irreleiten irreleiteten irre
ihrleitet irreleitetet irreleitet irreleitetet irre
sie / Sieleiten irreleiteten irreleiten irreleiteten irre

In einer Charakterisierung sollte die Formulierung auf den beschriebenen Vorgang begrenzt bleiben. „In dieser Szene leitet die Figur ihren Gesprächspartner irre“ ist genauer als ein unbegründetes Urteil, sie täusche grundsätzlich alle Menschen. Die konkrete Gesprächsstelle liefert die nötige Grundlage.