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irremachen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
irremachen
Worttrennung
ir·re·ma·chen
Präsens
macht irre
Präteritum
machte irre
Partizip II
irregemacht
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Gebrauch
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.

Formen und Verwendung im Detail

Irremachen bedeutet, jemanden in seiner Auffassung oder Überzeugung unsicher zu machen. Die Person beginnt an etwas zu zweifeln, das sie zuvor für richtig oder verlässlich hielt.

Eine Überzeugung gerät ins Wanken

Ein widersprüchlicher Hinweis kann jemanden irremachen, weil er nicht zur bisherigen Erklärung passt. Das Verb sagt zunächst etwas über die entstehende Unsicherheit. Es legt nicht fest, ob die frühere Auffassung richtig war oder ob der neue Hinweis berechtigt ist.

Irremachen bedeutet daher nicht automatisch täuschen. Ein gutes Gegenargument kann eine falsche Überzeugung erschüttern. Umgekehrt kann eine unbegründete Behauptung berechtigte Sicherheit untergraben. Die Bewertung hängt von den Gründen und vom Gesprächszusammenhang ab.

Verunsichern, zweifeln lassen und widerlegen

Verunsichern ist eine nahe allgemeine Erklärung. An etwas zweifeln lassen nennt den Bezug besonders deutlich. Entmutigen betrifft eher Hoffnung und Handlungsbereitschaft. Widerlegen ist stärker: Eine Auffassung ist nicht schon deshalb widerlegt, weil eine Person sich ihrer nicht mehr sicher ist.

„Die abweichende Zahl machte ihn in seiner Annahme irre.“ → „Die abweichende Zahl ließ ihn an seiner Annahme zweifeln.“

Die zweite Fassung erklärt die Wirkung. Ob die Zahl korrekt ist und die bisherige Annahme tatsächlich falsch, bleibt eine andere Frage. Unsicherheit und sachlicher Gegenbeweis sind nicht dasselbe.

„Die Einwendung hat sie irregemacht.“ → „Die Einwendung hat ihre Auffassung widerlegt.“

Der zweite Satz geht weiter. Er behauptet einen erfolgreichen Gegenbeweis und nicht nur eine veränderte Sicherheit der Person. Dafür wären nachvollziehbare Gründe erforderlich.

Sich nicht irremachen lassen

Das Verb ist trennbar: „Der Widerspruch macht sie irre.“ Das Perfekt lautet hat irregemacht. Häufig ist die Verbindung „sich nicht irremachen lassen“: „Lass dich von dem ersten Rückschlag nicht irremachen.“ Sie fordert dazu auf, die bisherige Orientierung nicht vorschnell aufzugeben.

Diese Aufforderung ist kein Freibrief, gute Gegenargumente zu ignorieren. In einem begründeten Text sollte deutlich werden, ob Standhaftigkeit oder unkritisches Festhalten beschrieben wird. Dazu braucht es die konkrete Situation und die Qualität der vorgebrachten Gründe.

Grammatik und Wortformen

Konjugation von irremachenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichmache irremachte irremache irremachte irre
dumachst irremachtest irremachest irremachtest irre
er / sie / esmacht irremachte irremache irremachte irre
wirmachen irremachten irremachen irremachten irre
ihrmacht irremachtet irremachet irremachtet irre
sie / Siemachen irremachten irremachen irremachten irre