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leiten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
leiten
Worttrennung
lei·ten
Präsens
er / sie leitet
Präteritum
er / sie leitete
Partizip II
geleitet
Perfekt
hat geleitet
Hilfsverb
haben
Infinitiv
leiten
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: gewöhnlich nicht reflexiv; Verbindung sich von etwas leiten lassen

Gebrauch: Schwaches Verb. Verantwortliche Führung, Weglenkung und technische Leitfähigkeit getrennt verwenden. Das Partizip lautet geleitet, nicht gelitten.

Ergänzungen: jemanden/etwas leiten (Akkusativ); jemanden durch etwas leiten (durch + Akkusativ); sich von etwas leiten lassen (von + Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Leiten heißt, verantwortlich zu führen oder jemanden beziehungsweise etwas an ein Ziel zu lenken. In Physik und Technik bedeutet es außerdem, elektrischen Strom oder Wärme weiterzuführen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Verantwortung für einen Ablauf tragen

Wer eine Einrichtung, ein Team oder eine Sitzung leitet, steuert deren Arbeit oder Ablauf. Welche Befugnisse dazugehören, hängt von der Aufgabe ab. Eine Diskussion zu leiten bedeutet beispielsweise nicht, allein über ihr Ergebnis entscheiden zu dürfen. Eine Person mit einer solchen Aufgabe kann Leiter oder Leiterin genannt werden.

„Sie leitet die Besprechung und verteilt die Redezeit.“

Die konkrete Handlung zeigt die Leitungsaufgabe. Über weitergehende Entscheidungsbefugnisse wird nichts gesagt.

Bedeutung 2: Auf einen bestimmten Weg bringen

Man kann Besucher durch ein Gebäude, Wasser in einen Kanal oder eine Anfrage an die passende Stelle leiten. Der gemeinsame Gedanke ist, dass etwas sein Ziel auf einem bestimmten Weg erreicht.

„Die Beschilderung leitet die Besucher zum Ausgang.“

Ein Ziel und der Weg dorthin stehen im Mittelpunkt. Leiten ist hier keine Personalführung.

Bedeutung 3: Handeln oder Denken beeinflussen

Ein Gedanke oder eine Überzeugung kann eine Entscheidung leiten. In „Sie lässt sich von Neugier leiten“ ist keine räumliche Wegstrecke gemeint, sondern ein Beweggrund.

„Bei der Auswahl ließ er sich von seiner Neugier leiten.“

Neugier wird als Beweggrund genannt. Die Richtigkeit der Entscheidung wird dadurch nicht zugesichert.

Bedeutung 4: Strom oder Wärme weiterführen

Ein Stoff kann elektrischen Strom oder Wärme leiten. Die Aussage beschreibt eine physikalische Eigenschaft. Ein leitendes Material ist in diesem Zusammenhang kein Material, das Anweisungen gibt.

„Im Unterricht wurde untersucht, welche Stoffe Wärme gut leiten.“

Gemeint ist eine physikalische Eigenschaft. Das Wort hat hier nichts mit dem Erteilen von Anweisungen zu tun.

Synonyme: andere Wörter für leiten

Führen, hinführen und übertragen gehören zu verschiedenen Verwendungen von leiten.

Bei einer verantwortlichen Aufgabe

führen · anführen · organisieren · moderieren

Führen ist eine breite Entsprechung. Moderieren passt besonders zum Lenken eines Gesprächs. Organisieren hebt die Vorbereitung und Abstimmung hervor; dabei muss die betreffende Person nicht die Leitung innehaben.

„Mina leitet die Diskussion.“ → „Mina moderiert die Diskussion.“ Die zweite Fassung betont die Gesprächsführung.

Bei Wegen und Zielen

führen · lenken · weiterleiten

Führen passt zu begleiteten Personen. Lenken hebt die Richtung hervor. Weiterleiten ist bei Nachrichten und Anfragen oft genauer, weil es deren Weitergabe an eine nächste Stelle bezeichnet.

„Die Helferin leitete die Gäste zum Seiteneingang.“ → „Die Helferin führte die Gäste zum Seiteneingang.“ Beide Sätze beschreiben hier das Erreichen eines Ortes.

Bei Strom und Wärme

weiterführen · übertragen · durchlassen

Welches Ersatzwort passt, hängt vom physikalischen Zusammenhang ab. Bei leitet Strom ist elektrisch leitfähig sein eine passende Umschreibung. Ein Stoff kann in einer Hinsicht gut leiten und in einer anderen andere Eigenschaften haben.

„Das Material leitet elektrischen Strom.“ → „Das Material ist elektrisch leitfähig.“ Die zweite Fassung nennt die Eigenschaft ausdrücklich.

Beispiele und Verwendung

Eine Leitungsaufgabe zeigen

„Der Schüler leitete die Besprechung und achtete darauf, dass jede Gruppe ihre Ergebnisse vorstellen konnte.“

Die Handlung erklärt, was Leitung hier praktisch bedeutet. Sie zeigt eine Aufgabe, ohne daraus eine allgemeine Überlegenheit des Schülers abzuleiten.

Einen räumlichen Verlauf beschreiben

„Eine schmale Rinne leitet das Regenwasser vom Dach in die Tonne.“

Das Wasser wird auf einen bestimmten Weg gebracht. Diese räumliche Bedeutung unterscheidet sich von einer Führungsaufgabe.

Einen Beweggrund benennen

„Bei der Wahl des Themas ließ sie sich von ihrer Neugier leiten.“

Die Neugier ist der genannte Beweggrund. Der Satz bedeutet nicht, dass die Entscheidung deshalb automatisch richtig war.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen heißen leitet, leitete, hat geleitet. Bei du leitest und ihr leitet steht ein e vor der Endung. Das Partizip geleitet gehört zu leiten; gelitten gehört dagegen zu leiden.

In „Sie leitet die Sitzung“ steht die Sitzung im Akkusativ. „Sie lässt sich von einer Vermutung leiten“ verbindet leiten mit lassen und einer von-Ergänzung im Dativ. Bei der verkürzten Aussage „Das Material leitet gut“ ergibt sich aus dem Zusammenhang, ob beispielsweise elektrischer Strom oder Wärme geleitet wird.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich leiteich leitete
dudu leitestdu leitetest
er / sie / eser/sie/es leiteter/sie/es leitete
wirwir leitenwir leiteten
ihrihr leitetihr leitetet
siesie leitensie leiteten
Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich leiteich leitete
dudu leitestdu leitetest
er / sie / eser/sie/es leiteer/sie/es leitete
wirwir leitenwir leiteten
ihrihr leitetihr leitetet
siesie leitensie leiteten
Perfekt
PersonPerfekt
ichich habe geleitet
dudu hast geleitet
er / sie / eser/sie/es hat geleitet
wirwir haben geleitet
ihrihr habt geleitet
siesie haben geleitet
Aufforderungsformen
AnredeImperativ
duleite!
ihrleitet!
Sieleiten Sie!

Sich von etwas leiten lassen

Die Verbindung benennt, was eine Entscheidung beeinflusst: „Er ließ sich bei der Auswahl von den Erfahrungen der Gruppe leiten.“ Das ist zunächst eine Erklärung des Vorgehens. Ob der Einfluss hilfreich war, muss gesondert beurteilt werden.

Für eine Charakterisierung kann die Formulierung einen Beweggrund zusammenfassen. Benenne eine passende Handlung der Figur, statt ihr allein mit dem Verb ein dauerhaftes Motiv zuzuschreiben.