nachkommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- nachkommen
- Worttrennung
- nach·kom·men
- Präsens
- er kommt nach
- Präteritum
- er kam nach
- Partizip II
- nachgekommen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Wünsche oder Anforderungen erfüllen: gehoben. Jemandem ähnlich sein: landschaftlich.
Ergänzungen: jemandem/einer Bitte nachkommen: Dativ
Definition · kurz erklärt
Nachkommen heißt, später oder hinter jemandem zu kommen. Das Verb kann auch bedeuten, eine Bitte oder Verpflichtung zu erfüllen oder mit einem Tempo Schritt zu halten. Landschaftlich heißt jemandem nachkommen außerdem, ihm ähnlich zu sein.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Später kommen oder folgen
Jemand kommt nach, wenn er zeitlich später ankommt oder sich nach einer anderen Person auf den Weg macht. Auch eine mögliche spätere Folge kann mit da kommt noch etwas nach angekündigt werden.
Die ersten Gäste gingen schon zur Halle, die übrigen kamen eine Stunde später nach.
Eine Stunde später benennt den zeitlichen Abstand. Eine Verfolgung wird nicht behauptet.
Bedeutung 2: Hinter jemandem herkommen
Nachkommen kann das räumliche Folgen hinter einer Person bezeichnen. Diese Person steht im Dativ. Über die Absicht des Folgens sagt das Verb allein wenig.
Als sie das Gartentor öffnete, kam ihr der Bruder nach.
Ihr bezeichnet die Person, hinter der er geht. Der Satz behauptet keine feindselige Verfolgung.
Bedeutung 3: Gehoben eine Bitte oder Verpflichtung erfüllen
Einer Bitte nachkommen heißt, das Gewünschte zu tun. Bei einer Verpflichtung geht es entsprechend um deren Erfüllung. Auch hier steht die Ergänzung im Dativ, nicht im Akkusativ.
Die Bibliothek kam der Bitte nach und verlängerte die Ausstellung.
Der Bitte benennt das erfüllte Anliegen. Die Verlängerung zeigt die konkrete Umsetzung.
Bedeutung 4: Schritt halten oder schnell genug vorankommen
Nachkommen kann heißen, eine Tätigkeit im erforderlichen Tempo bewältigen zu können. Oft wird die Schwierigkeit verneint ausgedrückt: nicht mehr nachkommen.
Bei dem schnellen Vortrag kam sie mit dem Mitschreiben nicht mehr nach.
Die Aussage betrifft das Tempo des Mitschreibens, nicht zwingend das Verstehen des Inhalts.
Bedeutung 5: Landschaftlich jemandem ähnlich sein
Landschaftlich kann ein Kind einem Elternteil nachkommen, wenn es ihm ähnlich ist. Das muss keine vollständige Übereinstimmung aller Merkmale bedeuten.
Im regional gefärbten Familienbericht heißt es, die Tochter komme ihrer Großmutter nach.
Der Zusammenhang betrifft Ähnlichkeit. Es ist nicht gesagt, dass sie räumlich hinter der Großmutter hergeht.
Synonyme: andere Wörter für nachkommen
Bei einer Folge
später kommen · folgen · hinterherkommen
Später kommen betont die zeitliche, hinterherkommen die räumliche Beziehung. Folgen ist allgemeiner und kann auch einer Anweisung gelten. Der Zusammenhang muss erhalten bleiben.
„Sie kommt ihm nach“ kann räumlich sein. „Sie kommt seiner Bitte nach“ bezeichnet dagegen eine Erfüllung.
Bei Aufgabe und Ähnlichkeit
erfüllen · befolgen · Schritt halten · ähneln
Erfüllen passt zur Verpflichtung, Schritt halten zum Tempo, ähneln zur landschaftlichen Familienverwendung. Das Ersatzwort verlangt oft einen anderen Satzbau.
„Sie kommt der Bitte nach“ wird zu „Sie erfüllt die Bitte“; der Dativ wechselt zum Akkusativ.
Beispiele und Verwendung
Eine Forderung genau benennen
Der Verein kommt nur dem ersten Teil der Bitte nach.
Nur begrenzt die Erfüllung. Der Satz sagt nicht, dass das gesamte Anliegen umgesetzt wurde.
Verb und Nomen unterscheiden
Die Enkel sollen später nachkommen; die Chronik nennt sie die Nachkommen der Familie.
Nachkommen ist zuerst ein Verb, dann der Plural des Nomens Nachkomme. Die Großschreibung und der Satzbau machen den Unterschied sichtbar.
Grammatik und Beugung
Die starken Hauptformen lauten kommt nach – kam nach – ist nachgekommen. Die Worttrennung lautet nach·kom·men.
Nachkommen ist trennbar. Das Perfekt wird mit sein gebildet, auch bei einer Verpflichtung: Sie ist ihrer Pflicht nachgekommen. Mit zu heißt es nachzukommen.
Die Ergänzungen einer Person oder eines Anspruchs stehen im Dativ: ihm, einer Bitte nachkommen. Der Konjunktiv II lautet ich käme nach. Die Aufforderung ist komm nach.
| Person | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| ich | ich komme nach | ich kam nach | ich bin nachgekommen |
| du | du kommst nach | du kamst nach | du bist nachgekommen |
| er/sie/es | er/sie/es kommt nach | er/sie/es kam nach | er/sie/es ist nachgekommen |
| wir | wir kommen nach | wir kamen nach | wir sind nachgekommen |
| ihr | ihr kommt nach | ihr kamt nach | ihr seid nachgekommen |
| sie | sie kommen nach | sie kamen nach | sie sind nachgekommen |
| Person | Plusquamperfekt | Futur I | Futur II |
|---|---|---|---|
| ich | ich war nachgekommen | ich werde nachkommen | ich werde nachgekommen sein |
| du | du warst nachgekommen | du wirst nachkommen | du wirst nachgekommen sein |
| er/sie/es | er/sie/es war nachgekommen | er/sie/es wird nachkommen | er/sie/es wird nachgekommen sein |
| wir | wir waren nachgekommen | wir werden nachkommen | wir werden nachgekommen sein |
| ihr | ihr wart nachgekommen | ihr werdet nachkommen | ihr werdet nachgekommen sein |
| sie | sie waren nachgekommen | sie werden nachkommen | sie werden nachgekommen sein |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich komme nach | ich käme nach |
| du | du kommest nach | du kämest nach |
| er/sie/es | er/sie/es komme nach | er/sie/es käme nach |
| wir | wir kommen nach | wir kämen nach |
| ihr | ihr kommet nach | ihr kämet nach |
| sie | sie kommen nach | sie kämen nach |
| Anrede | Form |
|---|---|
| du | komm nach! |
| ihr | kommt nach! |
| Sie | kommen Sie nach! |
