quetschen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- quetschen
- Worttrennung
- quet·schen
- Präsens
- er/sie/es quetscht
- Präteritum
- er/sie/es quetschte
- Partizip II
- gequetscht
- Perfekt
- er/sie/es hat gequetscht
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Reflexiver Gebrauch: auch sich quetschen; sich etwas quetschen
Gebrauch: Kräftig drücken oder pressen; sich in enge Räume zwängen; durch Druck verletzen. Regional auch auspressen. Die du-Form lautet quetschst.
Ergänzungen: etwas gegen etwas quetschen; sich in etwas quetschen
Definition · kurz erklärt
Quetschen bedeutet, etwas kräftig zu drücken oder zusammenzupressen. Sich quetschen kann heißen, sich mit Mühe in einen engen Raum zu zwängen. Bei Körperteilen kann das Verb außerdem eine Verletzung durch Druck bezeichnen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Kräftig drücken oder pressen
Etwas wird mit Kraft gegen einen Gegenstand gedrückt oder zusammengedrängt. Das Wort kann deutlicher als drücken eine starke oder unangenehme Enge ausdrücken.
„Im übervollen Rucksack werden die weichen Hefte zwischen die Bücher gequetscht.“
Die Hefte geraten unter Druck. Ob sie tatsächlich beschädigt werden, muss der weitere Zusammenhang zeigen.
Bedeutung 2: In engem Raum unterbringen oder sich hineinzwängen
Quetschen kann beschreiben, wie etwas trotz knappen Platzes noch untergebracht wird. Mit sich ist die handelnde Person selbst von der Enge betroffen.
„Sie quetscht sich mit ihrer Tasche in die letzte freie Ecke des Abteils.“
Der Satz hebt den geringen Platz und die mühsame Bewegung hervor. Er beschreibt keine entspannte, bequeme Sitzsituation.
Bedeutung 3: Durch Druck verletzen
Bei Körperteilen kann quetschen bedeuten, dass sie durch starken Druck verletzt werden. Die Form sich die Hand quetschen nennt die Person, der die Verletzung widerfährt.
„In der Erzählung hat er sich beim Schließen der Tür die Hand gequetscht.“
Das Beispiel erläutert die Bedeutung. Über Art und Schwere einer tatsächlichen Verletzung entscheidet der Ausdruck allein nicht.
Bedeutung 4: Regional etwas auspressen
Regional kann das Verb auch das Auspressen von Saft oder Flüssigkeit bezeichnen. In einem überregionalen Text ist auspressen häufig eindeutiger.
„Im regional gefärbten Rezept steht, dass der Saft aus der Frucht gequetscht wird.“
Gemeint ist die Gewinnung des Safts durch Druck. Eine Verletzung ist in diesem Zusammenhang nicht gemeint.
quetschen: Synonyme und andere Wörter
Beim Drücken
pressen · zusammendrücken · zusammendrängen
Pressen und zusammendrücken sind nahe Umschreibungen. Ein leichtes Berühren ist schwächer und ersetzt die kräftige Druckbedeutung nicht.
„Die Mappe wird zwischen die Bücher gequetscht.“ → „Die Mappe wird zwischen den Büchern stark zusammengedrückt.“ Die zweite Fassung erläutert die Druckwirkung.
Bei räumlicher Enge
sich zwängen · sich hineindrängen · eng unterbringen
Sich zwängen hebt die enge Öffnung oder den knappen Raum hervor. Sich drängen kann zusätzlich eine Menschenmenge betreffen. Das Reflexivpronomen darf beim Umformulieren nicht unbemerkt verschwinden.
„Sie quetscht sich in die Lücke.“ → „Sie zwängt sich in die Lücke.“ Beide Sätze beschreiben ihre eigene Bewegung.
Beispiele und Verwendung
Eine Wirkung am Wortlaut zeigen
„Die gequetschten Hefte liegen mit verbogenen Ecken im Rucksack.“
Die verbogenen Ecken geben einen zusätzlichen Beleg für die Beschädigung. Quetschen allein hätte deren genaue Art noch nicht bestimmt.
Ein Sprachbild erkennen
„Die Figur antwortet mit gequetschter Stimme.“
Gequetscht beschreibt hier den eingeschränkten, nicht frei klingenden Stimmklang. Der Satz bedeutet nicht notwendig, dass eine körperliche Verletzung vorliegt.
Grammatik und Beugung
Die Hauptformen lauten quetscht, quetschte, hat gequetscht. Das schwache Verb ist nicht trennbar. Die Worttrennung lautet quet·schen.
Die Form der zweiten Person lautet du quetschst. Der Stamm endet auf sch; das anschließende st bleibt in dieser Form sichtbar. Die Imperative lauten quetsch! oder quetsche!, im Plural quetscht!.
Bei sie quetscht sich in die Lücke steht sich im Akkusativ. Bei sie hat sich die Hand gequetscht steht sich im Dativ, die Hand im Akkusativ. Diese Verbindungen haben verschiedene Satzmuster.
| Person | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| ich | ich quetsche | ich quetschte | ich habe gequetscht |
| du | du quetschst | du quetschtest | du hast gequetscht |
| er/sie/es | er/sie/es quetscht | er/sie/es quetschte | er/sie/es hat gequetscht |
| wir | wir quetschen | wir quetschten | wir haben gequetscht |
| ihr | ihr quetscht | ihr quetschtet | ihr habt gequetscht |
| sie | sie quetschen | sie quetschten | sie haben gequetscht |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | ich quetsche | ich quetschte |
| du | du quetschest | du quetschtest |
| er/sie/es | er/sie/es quetsche | er/sie/es quetschte |
| wir | wir quetschen | wir quetschten |
| ihr | ihr quetschet | ihr quetschtet |
| sie | sie quetschen | sie quetschten |
| Anrede | Form |
|---|---|
| du | quetsch! / quetsche! |
| ihr | quetscht! |
| Sie | quetschen Sie! |
