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schleppen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schleppen
Worttrennung
schlep·pen
Präsens
er schleppt
Präteritum
er schleppte
Partizip II
geschleppt
Hilfsverb
haben

Lange Kleidung tragen und sich mit einer Last abmühen: landschaftlich. Auf dem Boden schleifen: selten. Bei Personenmitnahme und illegalem Grenztransport: umgangssprachlich.

Reflexiver Gebrauch: auch sich schleppen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schleppen bedeutet, etwas mit Mühe zu tragen oder hinter sich herzuziehen. Man kann auch eine Person irgendwohin schleppen oder sich selbst nur mühsam fortbewegen. Wenn sich ein Vorgang schleppt, dauert er lange und kommt nur langsam voran.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Etwas hinter sich herziehen

Ein Gegenstand oder Fahrzeug wird ziehend bewegt. Schleppen kann dabei einen langsamen oder kraftaufwendigen Vorgang hervorheben. Die genaue Vorrichtung benennt das Wort allein nicht.

Das größere Boot schleppt den beschädigten Kahn zum Anleger.

Ein anderes Fahrzeug bewirkt die Bewegung. Der Kahn fährt nicht aus eigener Kraft.

Bedeutung 2: Etwas Schweres mühsam tragen

Wer eine Last schleppt, trägt sie unter spürbarer Anstrengung. Eine Richtungsangabe kann das Ziel nennen. Auch eine durch das Tragen entstandene Erschöpfung lässt sich beschreiben.

Zu zweit schleppten sie die schweren Kisten in den Saal.

Die gemeinsame Anstrengung und das Gewicht tragen die Wortwahl. Über die genaue Tragetechnik wird nichts gesagt.

Bedeutung 3: Eine Person irgendwohin mitnehmen

Umgangssprachlich kann jemanden irgendwohin schleppen heißen, ihn mehr oder weniger gegen seinen Willen mitzunehmen. Die Wortwahl kann aber auch scherzhaft aus Sicht des Widerstrebenden gebraucht werden.

Die Figur behauptet, die Freunde hätten sie schon wieder zu einem Konzert geschleppt.

Behauptet ordnet die Bewertung der Figur zu. Ob tatsächlich Zwang ausgeübt wurde, muss der übrige Text zeigen.

Bedeutung 4: Umgangssprachlich: Menschen illegal über eine Grenze bringen

In diesem Zusammenhang bezeichnet schleppen das unerlaubte Bringen von Menschen von einem Land in ein anderes gegen Bezahlung. Es geht um eine besondere Beförderungssituation, nicht um das Tragen einer Last.

Der Nachrichtenbericht nennt den Vorwurf, die Beschuldigten hätten Menschen über die Grenze geschleppt.

Der Satz gibt einen Vorwurf wieder. Einzelne Umstände oder eine rechtskräftige Entscheidung sind nicht mitbehauptet.

Bedeutung 5: Selten: am Boden schleifen

Bei einem langen Kleidungsstück kann schleppen selten heißen, dass es den Boden berührt und darüber schleift. Das Kleidungsstück selbst steht dann als Subjekt.

Das lange Festkleid schleppte über den Boden des Saals.

Gemeint ist der schleifende Saum. Niemand trägt das Kleid als schwere Last in den Händen.

Bedeutung 6: Landschaftlich Kleidung lange tragen

Landschaftlich kann schleppen heißen, ein Kleidungsstück lange und immer wieder zu tragen. Das Wort kann einen leicht kritischen Ton haben.

Im regional gefärbten Dialog fragt die Schwester, wie lange er den alten Mantel noch schleppen wolle.

Die Frage zielt auf die lange Nutzung des Mantels. Sein tatsächliches Gewicht ist nicht der entscheidende Punkt.

Bedeutung 7: Sich mühsam fortbewegen

Reflexiv beschreibt sich schleppen eine schwere, langsame Bewegung mit großer Anstrengung. Eine Richtungsangabe nennt, wohin die Person oder Sache noch gelangt.

Nach dem anstrengenden Weg schleppte sie sich zur nächsten Bank.

Die Bewegung ist mühsam. Der Satz benennt weder einen festen Charakterzug noch eine bestimmte Ursache der Erschöpfung.

Bedeutung 8: Sich lange hinziehen

Ein Verfahren oder ein anderer Vorgang kann sich schleppen, wenn es nur langsam vorangeht. Diese Verwendung ist übertragen; kein Gegenstand wird dabei körperlich gezogen.

Die Vorbereitung schleppte sich über mehrere Wochen hin.

Mehrere Wochen gibt die Dauer an. Was genau den Ablauf verzögerte, bleibt offen.

Bedeutung 9: Landschaftlich: sich mit einer Last abmühen

Sich mit etwas schleppen kann landschaftlich die Mühe mit einer schweren Last bezeichnen. Bildlich lässt sich so auch eine lange getragene Belastung ausdrücken.

Im regional geprägten Bericht musste sie sich allein mit dem ganzen Gepäck schleppen.

Mit dem Gepäck nennt die belastende Last. Die Mühe steht im Vordergrund.

Synonyme: andere Wörter für schleppen

Bei Gegenständen

ziehen · mühsam tragen · bewegen

Ziehen und tragen unterscheiden die Art der Beförderung. Bewegen ist wesentlich allgemeiner. Nicht jede Bewegung verlangt die bei schleppen oft betonte Anstrengung.

„Sie schleppt die Kiste“ kann ein mühsames Tragen meinen; „Sie verschiebt sie“ eine andere Bewegung.

Bei Personen und Vorgängen

mitnehmen · sich mühsam fortbewegen · sich hinziehen

Mitnehmen kann ohne Widerstreben geschehen. Sich hinziehen passt zum zeitlichen Vorgang, nicht unmittelbar zur körperlichen Beförderung einer Person.

„Die Sitzung schleppt sich“ beschreibt einen zähen Ablauf. „Sie schleppt den Koffer“ beschreibt eine Last.

Beispiele und Verwendung

Eine Übertreibung einordnen

Er klagt, er schleppe den Brief seit Tagen mit sich herum.

Ein Brief muss nicht schwer sein. Der Kontext kann ein lästiges fortgesetztes Mitnehmen bildlich zuspitzen.

Eine Person nicht auf einen Moment reduzieren

Die sonst schnelle Wanderin schleppte sich nach dem langen Aufstieg nur langsam weiter.

Die Szene beschreibt eine vorübergehende Beanspruchung. Daraus folgt kein dauerhaftes Urteil über ihr Tempo.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Hauptformen lauten schleppt – schleppte – hat geschleppt. Die Worttrennung ist schlep·pen.

Das Perfekt verwendet auch bei der reflexiven Ortsveränderung haben: Sie hat sich zum Haus geschleppt. Die nichtreflexive Tabelle zeigt die Formen ohne sich.

Ein transportierter Gegenstand oder eine mitgenommene Person kann im Akkusativ stehen. Eine Richtung folgt etwa mit in oder zu. Bei sich schleppen wird das Reflexivpronomen dem Subjekt angepasst.

schleppen: Präsens, Präteritum, Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich schleppeich schleppteich habe geschleppt
dudu schleppstdu schlepptestdu hast geschleppt
er/sie/eser/sie/es schleppter/sie/es schleppteer/sie/es hat geschleppt
wirwir schleppenwir schlepptenwir haben geschleppt
ihrihr schlepptihr schlepptetihr habt geschleppt
siesie schleppensie schlepptensie haben geschleppt
schleppen: Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte geschlepptich werde schleppenich werde geschleppt haben
dudu hattest geschlepptdu wirst schleppendu wirst geschleppt haben
er/sie/eser/sie/es hatte geschleppter/sie/es wird schleppener/sie/es wird geschleppt haben
wirwir hatten geschlepptwir werden schleppenwir werden geschleppt haben
ihrihr hattet geschlepptihr werdet schleppenihr werdet geschleppt haben
siesie hatten geschlepptsie werden schleppensie werden geschleppt haben
schleppen: Konjunktiv I, Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich schleppeich schleppte
dudu schleppestdu schlepptest
er/sie/eser/sie/es schleppeer/sie/es schleppte
wirwir schleppenwir schleppten
ihrihr schleppetihr schlepptet
siesie schleppensie schleppten
schleppen: Aufforderungsformen
AnredeForm
duschleppe!
ihrschleppt!
Sieschleppen Sie!