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schmecken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schmecken
Worttrennung
schme·cken
Präsens
er schmeckt
Präteritum
er schmeckte
Partizip II
geschmeckt
Perfekt
er hat geschmeckt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Süddeutsch, österreichisch und schweizerisch auch im Sinn von riechen.

Übertragenes schmecken für Gefallen oder Missfallen ist umgangssprachlich.

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv

Ergänzungen: etwas schmecken; nach etwas schmecken mit Dativ; jemandem schmecken mit Person im Dativ

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schmecken bedeutet, einen Geschmack wahrzunehmen oder einen bestimmten Geschmack zu haben. Etwas schmeckt jemandem kann außerdem heißen, dass es ihm geschmacklich gefällt. Übertragen kann es um Zustimmung oder Missfallen gehen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Mit dem Geschmackssinn wahrnehmen

Wer etwas schmeckt, nimmt einen Geschmack wahr. In dieser Konstruktion ist die wahrnehmende Person das Subjekt. Ein genannter Stoff oder Geschmack steht als Objekt beziehungsweise als näherer Inhalt der Wahrnehmung.

Ich schmecke in der Soße eine leichte Säure.

Die Person nimmt eine Geschmacksqualität wahr. Der Satz behauptet noch nicht, ob sie diese angenehm findet.

Bedeutung 2: Einen bestimmten Geschmack haben

Bei einer Speise oder einem Getränk kann schmecken beschreiben, welche geschmackliche Eigenschaft wahrgenommen wird. Das Lebensmittel ist dann das Subjekt. Eine Beschreibung mit nach nennt, woran der Geschmack erinnert.

Die Suppe schmeckt nach Kräutern.

Der Satz benennt den erkennbaren Kräutergeschmack. Ob die Suppe jemandem gefällt, ist damit noch nicht gesagt.

Bedeutung 3: Jemandem munden

Etwas schmeckt einer Person, wenn sie es geschmacklich gern mag. Die Person steht dabei im Dativ. Die Aussage beschreibt eine Vorliebe und ist nicht automatisch ein Urteil, das alle anderen teilen.

Die Suppe schmeckt nach Kräutern, aber dem Kind schmeckt sie nicht.

Der Kräutergeschmack ist hier wahrnehmbar, gefällt dem Kind jedoch nicht. Geschmackseigenschaft und persönliche Bewertung sind zwei verschiedene Aussagen.

Bedeutung 4: Übertragen: Gefallen oder Missfallen

Umgangssprachlich kann jemandem etwas schmecken oder nicht schmecken, wenn ihm eine Situation gefällt oder missfällt. Es geht dann um eine Bewertung und nicht um Essen oder Trinken.

Dass der Plan ohne Rückfrage geändert wurde, schmeckt ihr überhaupt nicht.

Die Planänderung wird nicht gekostet. Die Formulierung drückt ihr Missfallen aus.

Bedeutung 5: Regional: riechen

Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Gebrauch kann schmecken auch riechen bedeuten. Gemeint ist dann eine Wahrnehmung mit der Nase. Ob diese regionale Bedeutung vorliegt, zeigt der sprachliche Zusammenhang.

Im schweizerischen Dialog bemerkt die Besucherin: „Ich schmecke den Duft des frischen Brots.“

In diesem regionalen Gebrauch nimmt die Besucherin den Brotgeruch wahr. Sie hat das Brot dafür nicht probiert.

Synonyme: andere Wörter für schmecken

Wahrnehmen, kosten oder gefallen?

geschmacklich wahrnehmen · kosten · nach etwas schmecken · gefallen

Kosten bezeichnet meist das bewusste Probieren. Schmecken kann auch eine Wahrnehmung nennen, die nicht eigens beabsichtigt war. Gefallen erklärt die persönliche positive Bewertung, nicht den konkreten Geschmack.

„Ich koste die Suppe“ beschreibt eine Handlung. „Die Suppe schmeckt mir“ beschreibt meine Bewertung ihres Geschmacks.

Beispiele und Verwendung

Die Satzrollen beachten

Ich schmecke die Kräuter. Die Suppe schmeckt nach Kräutern.

Im ersten Satz nimmt eine Person etwas wahr, im zweiten wird die Speise beschrieben. Das gleiche Verb steht in unterschiedlichen Satzmustern.

Eine Wertung nicht verallgemeinern

Die Nachspeise schmeckt ihr, ihrem Bruder aber nicht.

Eine persönliche Vorliebe ist keine allgemeine Aussage über alle Esser. Der Dativ nennt hier jeweils die bewertende Person.

Grammatik und Beugung

Die Formen lauten schmecken, schmeckte, hat geschmeckt. Die Worttrennung ist schme·cken; ck bleibt zusammen. Das Verb wird nicht getrennt.

Die Konstruktionen sind zu unterscheiden: etwas schmecken mit Akkusativ, nach etwas schmecken mit nach und Dativ, jemandem schmecken mit einer Person im Dativ.

Im Perfekt kann es deshalb heißen Ich habe die Säure geschmeckt oder Die Suppe hat mir geschmeckt. Die Formen sind gleich gebaut, die Satzrollen und Aussagen aber verschieden.

schmecken: Präsens
PersonForm
ichich schmecke
dudu schmeckst
er / sie / eser/sie/es schmeckt
wirwir schmecken
ihrihr schmeckt
siesie schmecken
schmecken: Präteritum
PersonForm
ichich schmeckte
dudu schmecktest
er / sie / eser/sie/es schmeckte
wirwir schmeckten
ihrihr schmecktet
siesie schmeckten
schmecken: Perfekt
PersonForm
ichich habe geschmeckt
dudu hast geschmeckt
er / sie / eser/sie/es hat geschmeckt
wirwir haben geschmeckt
ihrihr habt geschmeckt
siesie haben geschmeckt
schmecken: Plusquamperfekt
PersonForm
ichich hatte geschmeckt
dudu hattest geschmeckt
er / sie / eser/sie/es hatte geschmeckt
wirwir hatten geschmeckt
ihrihr hattet geschmeckt
siesie hatten geschmeckt
schmecken: Futur I
PersonForm
ichich werde schmecken
dudu wirst schmecken
er / sie / eser/sie/es wird schmecken
wirwir werden schmecken
ihrihr werdet schmecken
siesie werden schmecken
schmecken: Futur II
PersonForm
ichich werde geschmeckt haben
dudu wirst geschmeckt haben
er / sie / eser/sie/es wird geschmeckt haben
wirwir werden geschmeckt haben
ihrihr werdet geschmeckt haben
siesie werden geschmeckt haben
schmecken: Konjunktiv I
PersonForm
ichich schmecke
dudu schmeckest
er / sie / eser/sie/es schmecke
wirwir schmecken
ihrihr schmecket
siesie schmecken
schmecken: Konjunktiv II
PersonForm
ichich schmeckte
dudu schmecktest
er / sie / eser/sie/es schmeckte
wirwir schmeckten
ihrihr schmecktet
siesie schmeckten

Redewendungen und feste Verbindungen

Was bedeutet „Das schmeckt nach mehr“?

Die umgangssprachliche Verbindung drückt aus, dass etwas so gut schmeckt, dass man gern mehr davon hätte. Sie kann als freundliches Lob beim Essen verwendet werden.

Nach dem ersten Löffel des Nachtischs sagt der Gast: „Das schmeckt nach mehr!“

Er lobt den Nachtisch und deutet Lust auf eine weitere Portion an. Eine bestimmte Menge bestellt er mit diesem Satz allein noch nicht.