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stauen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
stauen
Worttrennung
stau·en
Präsens
er staut
Präteritum
er staute
Partizip II
gestaut
Hilfsverb
haben

Reflexiver Gebrauch: Auch sich stauen für ein Ansammeln vor einem Hindernis.

Gebrauch: Ladung sachgemäß unterbringen: Seemannssprache.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Stauen heißt, etwas Fließendes aufzuhalten. Sich stauen bedeutet, zum Stillstand zu kommen und sich anzusammeln. In der Seemannssprache kann stauen außerdem das sachgemäße Unterbringen von Ladung auf einem Schiff bezeichnen.

Bedeutungen

Etwas Fließendes aufhalten

Ein Hindernis kann Wasser oder einen anderen Strom zurückhalten. Durch das Stauen sammelt sich das Zurückgehaltene an. Der Satz kann einen absichtlich errichteten Damm oder eine andere Ursache nennen.

„Ein umgestürzter Baum staute das Wasser vor der schmalen Brücke.“

Der Baum ist das Hindernis. Das Verb setzt nicht voraus, dass jemand ihn eigens dafür aufgestellt hat.

Zum Stillstand kommen und sich ansammeln

In der reflexiven Verwendung sammeln sich etwa Fahrzeuge vor einem Hindernis. Bildlich können sich auch Gefühle stauen, wenn sie über längere Zeit zurückgehalten werden. Das Ansammeln steht im Mittelpunkt, nicht eine einzelne schnelle Bewegung.

„Vor der gesperrten Einfahrt stauten sich die Lieferwagen.“

Die Lieferwagen sind das Subjekt. Sich gehört zur Verbindung; es bezeichnet keine bewusste Tätigkeit der Wagen an sich selbst.

Ladung auf einem Schiff unterbringen

Seemannssprachlich bedeutet stauen, Güter im Schiff sachgemäß unterzubringen. Diese Verwendung ist von einem blockierten Wasser- oder Verkehrsstrom zu unterscheiden. Es geht um die Verladung beziehungsweise Anordnung der Ladung.

„Vor der Abfahrt wurden die Säcke im Laderaum sorgfältig gestaut.“

Die Säcke werden als Ladung verstaut. Ein Rückstau von Säcken in einem Fluss ist nicht gemeint.

stauen: Synonyme und andere Wörter

Bei einem Strom

aufhalten · zurückhalten · anstauen

Aufhalten ist allgemeiner. Anstauen hebt das Ansammeln hervor. Blockieren kann eine vollständige Sperre meinen, während beim Stauen der genaue Umfang aus dem Zusammenhang hervorgehen muss.

„Das Hindernis staut das Wasser“ beschreibt eine andere Wirkung als „Das Hindernis lenkt das Wasser um“. Sich ansammeln passt zur reflexiven Sicht auf das Wasser.

Bei Ladung

unterbringen · verladen · verstauen

Verladen richtet den Blick auf das Bringen der Güter auf ein Transportmittel. Verstauen betont ihre Unterbringung. Der seemännische Gebrauch von stauen umfasst die sachgemäße Anordnung an Bord.

„Die Mannschaft staut die Ladung“ und „Die Mannschaft verstaut die Ladung“ können hier dieselbe Arbeit meinen. „Die Ladung staut sich“ wäre eine andere Aussage.

Beispiele und Verwendung

„In der Figur hatte sich über Wochen Ärger gestaut.“

Der Ärger wird bildlich wie etwas Zurückgehaltenes beschrieben. Der Satz nennt noch nicht, wie er später ausgedrückt wird.

„Der Verkehr staute sich hinter der Baustelle, obwohl einzelne Wagen langsam weiterfuhren.“

Ein Verkehrsstau kann stockenden Verkehr umfassen. Das Beispiel beschreibt kein dauerhaftes Stillstehen jedes einzelnen Fahrzeugs.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Hauptformen lauten staut – staute – hat gestaut. Die Worttrennung lautet stau·en. Das Perfekt verwendet haben, auch reflexiv: Der Verkehr hat sich gestaut.

In etwas stauen ist das Aufgehaltene ein Akkusativobjekt. Bei sich stauen wird es zum Subjekt: Das Hindernis staut das Wasser; das Wasser staut sich. Die persönlichen Tabellen zeigen die Beugung des Verbs. Zum reflexiven Gebrauch kommt das passende Pronomen hinzu, etwa sich in der dritten Person.

stauen: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichstauestaute
dustauststautest
er/sie/esstautstaute
wirstauenstauten
ihrstautstautet
siestauenstauten
stauen: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe gestauthatte gestaut
duhast gestauthattest gestaut
er/sie/eshat gestauthatte gestaut
wirhaben gestauthatten gestaut
ihrhabt gestauthattet gestaut
siehaben gestauthatten gestaut
stauen: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde stauenwerde gestaut haben
duwirst stauenwirst gestaut haben
er/sie/eswird stauenwird gestaut haben
wirwerden stauenwerden gestaut haben
ihrwerdet stauenwerdet gestaut haben
siewerden stauenwerden gestaut haben
stauen: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichstauestaute
dustaueststautest
er/sie/esstauestaute
wirstauenstauten
ihrstauetstautet
siestauenstauten
stauen: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe gestauthätte gestaut
duhabest gestauthättest gestaut
er/sie/eshabe gestauthätte gestaut
wirhaben gestauthätten gestaut
ihrhabet gestauthättet gestaut
siehaben gestauthätten gestaut
stauen: Imperativ
AnredeImperativ
dustau! / staue!
ihrstaut!
Siestauen Sie!