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vergraben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
vergraben
Worttrennung
ver·gra·ben
Präsens
vergräbt
Präteritum
vergrub
Partizip II
vergraben
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: transitiv oder reflexiv: sich vergraben

Ergänzungen: etwas in der Erde vergraben; sich in Arbeit vergraben

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Vergraben bedeutet, etwas durch Eingraben unter Erde zu verbergen. Man kann sich auch selbst unter der Erde verbergen, Gesicht oder Hände tief in etwas stecken oder sich bildlich so in eine Beschäftigung vertiefen, dass die Umgebung zurücktritt.

Bedeutungen

Etwas unter der Erde verbergen

Ein Gegenstand wird in den Boden gebracht und mit Erde bedeckt. Im Unterschied zu einem nur teilweise eingegrabenen Pfosten steht oft das vollständige Verbergen im Vordergrund.

„Die Kinder vergruben die verschlossene Schatzkiste im Sand.“

Die Kiste verschwindet unter der Oberfläche. Dass sie später wiedergefunden wird, sagt das Verb nicht voraus.

Sich unterirdisch oder zurückgezogen verbergen

Ein Tier kann sich durch Graben einen verborgenen Platz schaffen. Übertragen kann sich vergraben auch einen Rückzug von anderen Menschen beschreiben. Die wörtliche und die übertragene Bewegung müssen unterschieden werden.

„Der Maulwurf hat sich in der Erde vergraben.“

Gemeint ist eine unterirdische Bewegung beziehungsweise ein Versteck. Eine soziale Abwendung wäre eine andere, bildhafte Verwendung.

Körperteile tief in etwas stecken

Gesicht oder Hände können in oder zwischen etwas verborgen werden. In dieser Verwendung muss kein Loch ausgehoben werden.

„Er vergrub das Gesicht in den Händen.“

Die Hände verdecken das Gesicht. Welche Gefühle die Figur dabei hat, muss die Szene zusätzlich zeigen.

Sich ganz in eine Beschäftigung vertiefen

Wer sich in Bücher oder Arbeit vergräbt, beschäftigt sich so intensiv damit, dass andere Dinge oder Kontakte in den Hintergrund geraten. Die Formulierung kann anerkennend, neutral oder kritisch wirken.

„Am freien Nachmittag vergrub sie sich in ihre Bücher und bemerkte das Klingeln erst spät.“

Das verspätete Wahrnehmen macht die Vertiefung anschaulich. Gute Lernergebnisse sind dadurch noch nicht bewiesen.

Synonyme: andere Wörter für vergraben

Vergraben oder eingraben?

eingraben · unter Erde verbergen · verscharren

Eingraben kann auch einem Gegenstand Halt geben, der danach noch sichtbar ist. Vergraben hebt häufig das Verbergen hervor. Verscharren kann nachlässiger oder abwertend klingen.

„Der Pfosten wird eingegraben“ verlangt nicht „Der Pfosten wird vollständig vergraben“.

Ein Pfosten kann über der Erde weiter seine Funktion erfüllen. Die vollständige Bedeckung wäre eine zusätzliche Information.

Sich vertiefen oder sich zurückziehen?

sich versenken · sich vertiefen · sich abschließen

Sich vertiefen betont die Aufmerksamkeit für den Gegenstand. Sich abschließen rückt die Abwendung von der Umgebung nach vorn. Beide Aspekte können bei sich vergraben zusammenkommen, sind aber nicht in jeder Szene gleich stark.

„Sie vergräbt sich in ihre Arbeit“ lässt sich als „Sie vertieft sich ganz in ihre Arbeit“ erklären.

Die Umschreibung nimmt das Bild des unterirdischen Verbergens zurück. Eine dauerhafte Einsamkeit sollte daraus nicht automatisch abgeleitet werden.

Beispiele und Verwendung

Eine Körperhaltung genau deuten

„Die Figur sitzt da und vergräbt beide Hände tief in den Taschen.“

Der Satz beschreibt eine Haltung. Ob Kälte, Unsicherheit oder bloße Gewohnheit der Grund ist, braucht weitere Hinweise.

Wörtliche und bildliche Bewegung trennen

„Im Garten wird die Kiste vergraben; im Haus vergräbt sich Ben in einen Abenteuerroman.“

Der erste Teil beschreibt einen Bodenversteck-Vorgang. Der zweite verwendet dasselbe Bild für intensive Beschäftigung.

Grammatik und Beugung

Das starke Verb lautet vergräbt – vergrub – hat vergraben. Im Präsens haben du und er/sie/es einen Umlaut; im Konjunktiv II heißt es vergrübe. Das Partizip enthält kein ge. Der zu-Infinitiv lautet zu vergraben. Bei Orts- und Richtungsdarstellung sind je nach Formulierung Dativ und Akkusativ möglich, etwa das Gesicht in den Händen oder in die Hände vergraben; eine pauschale Regel nur für einen dieser Fälle wäre zu eng.

Die Worttrennung lautet ver·gra·ben. Die Formen stehen direkt im Text; bei schmalen Bildschirmen kann die jeweilige Tabelle seitlich verschoben werden.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich vergrabeich vergrub
dudu vergräbstdu vergrubst
er/sie/eser/sie/es vergräbter/sie/es vergrub
wirwir vergrabenwir vergruben
ihrihr vergrabtihr vergrubt
siesie vergrabensie vergruben
Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe vergrabenich hatte vergraben
dudu hast vergrabendu hattest vergraben
er/sie/eser/sie/es hat vergrabener/sie/es hatte vergraben
wirwir haben vergrabenwir hatten vergraben
ihrihr habt vergrabenihr hattet vergraben
siesie haben vergrabensie hatten vergraben
Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichich werde vergrabenich werde vergraben haben
dudu wirst vergrabendu wirst vergraben haben
er/sie/eser/sie/es wird vergrabener/sie/es wird vergraben haben
wirwir werden vergrabenwir werden vergraben haben
ihrihr werdet vergrabenihr werdet vergraben haben
siesie werden vergrabensie werden vergraben haben
Konjunktiv I und Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich vergrabeich vergrübe
dudu vergrabestdu vergrübest
er/sie/eser/sie/es vergrabeer/sie/es vergrübe
wirwir vergrabenwir vergrüben
ihrihr vergrabetihr vergrübet
siesie vergrabensie vergrüben
Imperativ
FormVollständige Wortform
duvergrabe!
ihrvergrabt!
Sievergraben Sie!
Infinite Formen
FormVollständige Wortform
Infinitivvergraben
Infinitiv Perfektvergraben haben
zu-Infinitivzu vergraben
zu-Infinitiv Perfektvergraben zu haben
Partizip Ivergrabend
Partizip IIvergraben