wählen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- wählen
- Worttrennung
- wäh·len
- Präsens
- wählt
- Präteritum
- wählte
- Partizip II
- gewählt
- Perfekt
- hat gewählt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
Entscheidung, Stimmabgabe beziehungsweise Wahlergebnis und Telefonnummer unterscheiden. Zwischen verlangt in der Auswahlverbindung Dativ.
Definition · kurz erklärt
Wählen kann die Entscheidung für ein Buch, eine Stimme bei einer Wahl oder die Eingabe einer Telefonnummer meinen. Welche Bedeutung vorliegt, zeigen die Ergänzungen. Die Formen lauten wählt, wählte, hat gewählt.
Bedeutungen
Eine Möglichkeit aussuchen
Eine Person entscheidet sich zwischen mehreren Möglichkeiten oder prüft und vergleicht diese vor ihrer Entscheidung. Ein angebotener Spielraum ist noch nicht dasselbe wie eine bereits getroffene Wahl.
„Für den Leseabend wählt Mila eine kurze Erzählung mit offenem Schluss.“
Sie entscheidet sich für diesen Text. Dass er objektiv der beste wäre, ist damit nicht gesagt.
Eine Stimme abgeben oder durch eine Wahl bestimmen
Bei einer Wahl kann wählen das Abgeben einer Stimme für eine Person oder Möglichkeit beschreiben. Mit einem entsprechenden Objekt kann auch die Besetzung eines Amtes gemeint sein. Eine einzelne Stimmabgabe und das Gesamtergebnis sind zu unterscheiden.
„Ben wählt Nora bei der Sprecherwahl und kreuzt ihren Namen an; nach der Auszählung ist jedoch Amir gewählt.“
Ben hat Nora seine Stimme gegeben. Aus seiner eigenen Entscheidung folgt nicht, dass sie insgesamt gewählt wurde.
Eine Telefonnummer eingeben
Am Telefon wird eine Nummer eingegeben beziehungsweise angewählt, um eine Verbindung herzustellen. Bei älteren Geräten kann das Drehen einer Wählscheibe gemeint sein.
„Mira wählt die Nummer des Museums, erreicht aber nur die Ansage zu den Öffnungszeiten.“
Das Eingeben der Nummer ist gelungen. Ein persönliches Gespräch ist dadurch noch nicht zustande gekommen.
Synonyme: andere Wörter für wählen
Bei einer Entscheidung
aussuchen · auswählen · sich entscheiden · eine Auswahl treffen
Aussuchen und auswählen können in einer Alltagssituation gut passen. Die Auswahl kann aber auch das verfügbare Angebot oder das Ergebnis heißen; das Nomen ist nicht in jedem Satz eine bloße Ersetzung des Verbs.
„Sie wählt eine Geschichte“ beschreibt eine Entscheidung. „Sie hat eine große Auswahl“ nennt die verfügbaren Möglichkeiten.
Vorgang, Ergebnis und Angebot bleiben verschiedene Perspektiven.
Bei Stimme und Telefon
seine Stimme abgeben · durch Abstimmung bestimmen · eine Nummer eingeben
Seine Stimme abgeben beschreibt die Teilnahme, durch Abstimmung bestimmen ein mögliches Ergebnis. Eine Nummer eingeben gehört zum Telefon und sagt nichts über eine Abstimmung aus.
„Er hat schon gewählt“ kann im Wahlgespräch eine Stimmabgabe meinen. „Er hat die Nummer gewählt“ macht den Telefonbezug ausdrücklich.
Der verkürzte Satz braucht einen erkennbaren Zusammenhang.
Beispiele und Verwendung
Entscheidung und Möglichkeit unterscheiden
„Du kannst zwischen zwei Terminen wählen; entschieden hast du dich noch nicht.“
Können bezeichnet hier den vorhandenen Spielraum. Der zweite Teilsatz verneint eine bereits getroffene Entscheidung.
Ein Wahlergebnis nicht hinzuerfinden
„Die Gruppe wählt am Freitag ihre Sprecherin oder ihren Sprecher.“
Der Satz kündigt eine Wahl an. Wer kandidiert oder gewinnt, wird darin noch nicht genannt.
Grammatik und Beugung
Das schwache Verb ist nicht trennbar: wählt – wählte – hat gewählt. Das h bleibt in allen Formen erhalten. Der zu-Infinitiv heißt zu wählen.
Das Gewählte kann als Akkusativobjekt stehen: einen Text, eine Person, eine Nummer wählen. Bei zwischen zwei Möglichkeiten wählen steht nach zwischen der Dativ.
Eine Funktion kann mit zu und Dativ angeschlossen werden: jemanden zum Sprecher wählen. Bei sie wählt sich ein Buch ist sich ein zusätzlicher Dativbezug; die Tabellen zeigen das aktive Verb ohne solche Ergänzungen.
Gegenwart und Vergangenheit
| Person | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| ich | ich wähle | ich wählte | ich habe gewählt |
| du | du wählst | du wähltest | du hast gewählt |
| er/sie/es | er/sie/es wählt | er/sie/es wählte | er/sie/es hat gewählt |
| wir | wir wählen | wir wählten | wir haben gewählt |
| ihr | ihr wählt | ihr wähltet | ihr habt gewählt |
| sie | sie wählen | sie wählten | sie haben gewählt |
Vorvergangenheit und Zukunft
| Person | Plusquamperfekt | Futur I | Futur II |
|---|---|---|---|
| ich | ich hatte gewählt | ich werde wählen | ich werde gewählt haben |
| du | du hattest gewählt | du wirst wählen | du wirst gewählt haben |
| er/sie/es | er/sie/es hatte gewählt | er/sie/es wird wählen | er/sie/es wird gewählt haben |
| wir | wir hatten gewählt | wir werden wählen | wir werden gewählt haben |
| ihr | ihr hattet gewählt | ihr werdet wählen | ihr werdet gewählt haben |
| sie | sie hatten gewählt | sie werden wählen | sie werden gewählt haben |
Konjunktiv und würde-Verbindung
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II | würde-Verbindung |
|---|---|---|---|
| ich | ich wähle | ich wählte | ich würde wählen |
| du | du wählest | du wähltest | du würdest wählen |
| er/sie/es | er/sie/es wähle | er/sie/es wählte | er/sie/es würde wählen |
| wir | wir wählen | wir wählten | wir würden wählen |
| ihr | ihr wählet | ihr wähltet | ihr würdet wählen |
| sie | sie wählen | sie wählten | sie würden wählen |
Aufforderungen
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | wähl! / wähle! |
| ihr | wählt! |
| Sie | wählen Sie! |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet wäh·len. Gewählt ist das Partizip II. In das Wählen steht ein substantivierter Infinitiv; das verwandte Nomen Wahl wird ebenfalls großgeschrieben.
Redewendungen und feste Verbindungen
Seine Worte wählen
Die feste Verbindung bezeichnet das bewusste Überlegen, was und wie man etwas sagt. Sie kann Rücksicht oder sprachliche Genauigkeit betonen; ein Zusatz wie sorgfältig beschreibt die Art.
„Bevor sie den Einwand ausspricht, wählt Mila ihre Worte sorgfältig und nennt zuerst den konkreten Fehler.“
Sie überlegt ihre Formulierung. Die Wendung behauptet nicht, dass der Einwand dadurch automatisch richtig oder für alle angenehm wäre.
