agnostisch

Agnostisch: die Grenzen sicheren Wissens über letzte Fragen, besonders die Existenz Gottes, betonend; den Agnostizismus betreffend.

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Was bedeutet agnostisch?

Eine agnostische Haltung unterscheidet zwischen Glauben und begründbarem Wissen. Sie kann die betreffende Frage offenlassen oder ihre sichere Erkennbarkeit bezweifeln. Die Form agnostizistisch bezieht sich ausdrücklich auf den Agnostizismus und vertritt denselben Grundgedanken.

Eigene Beispiele mit Erklärung

„Die Figur nimmt zur Gottesfrage eine agnostische Haltung ein.“

Sie beansprucht kein sicheres Wissen über die Antwort.

„Der Text erläutert eine agnostizistische Position.“

Die Position wird dem Agnostizismus zugeordnet.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Atheistisch betrifft fehlenden Gottesglauben beziehungsweise die Ablehnung der Annahme von Göttern. Agnostisch betrifft vor allem den Wissensanspruch. Diese Ebenen sind verschieden und können in Selbstbeschreibungen miteinander verbunden werden.

Schreibweise und Grammatik

Adjektive agnostisch und agnostizistisch. Beispiele: eine agnostische Haltung, ein agnostizistischer Ansatz. Die Tabellen zeigen die kürzere Form. Vor einem Nomen stimmt die Endung mit dessen grammatischer Umgebung überein. In einer Verbindung mit sein bleibt die Grundform dagegen endungslos. Die Tabellen unten unterscheiden deshalb die Formen nach bestimmten Artikeln, nach ein beziehungsweise keine und ohne Artikel. Sie zeigen keine unterschiedlichen Bedeutungen, sondern unterschiedliche Satzumgebungen desselben Adjektivs.

Steigerung

Als sachliche Zuordnung wird das Adjektiv gewöhnlich nicht gesteigert. Unterschiede beschreibt man genauer, indem man die betreffende Eigenschaft oder den Vergleichsmaßstab nennt; eine Endung allein macht aus einer Zuordnung noch keinen sinnvoll messbaren Grad.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagnostischeragnostischeagnostischesagnostische
Genitivagnostischenagnostischeragnostischenagnostischer
Dativagnostischemagnostischeragnostischemagnostischen
Akkusativagnostischenagnostischeagnostischesagnostische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagnostischeagnostischeagnostischeagnostischen
Genitivagnostischenagnostischenagnostischenagnostischen
Dativagnostischenagnostischenagnostischenagnostischen
Akkusativagnostischenagnostischeagnostischeagnostischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagnostischeragnostischeagnostischesagnostischen
Genitivagnostischenagnostischenagnostischenagnostischen
Dativagnostischenagnostischenagnostischenagnostischen
Akkusativagnostischenagnostischeagnostischesagnostischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Die folgende kurze Erläuterung ist ein selbst entworfenes Anwendungsbeispiel, kein Zitat aus einem Fachtext.

Eine erfundene Figur sagt, sie könne die Gottesfrage nicht sicher entscheiden. Der Kommentar beschreibt diese Aussage als agnostisch, ohne ihr weitere religiöse Überzeugungen zuzuschreiben.

Das Beispiel leitet die Einordnung aus dem geäußerten Wissensanspruch ab. Es macht aus offenem Zweifel weder Gleichgültigkeit noch automatisch eine bestimmte atheistische Lehre.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.