agogisch

Agogisch: die ausdrucksvolle zeitliche Gestaltung eines musikalischen Vortrags betreffend, insbesondere feine Veränderungen des Tempos.

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Was bedeutet agogisch?

Ein Vortrag kann durch kurzes Verweilen oder behutsames Beschleunigen gegliedert werden. Solche Nuancen betreffen den zeitlichen Verlauf und sind nicht einfach mit einem grundsätzlich anderen Tempo gleichzusetzen. Ihre Wirkung hängt von der musikalischen Phrase und der Interpretation ab.

Eigene Beispiele mit Erklärung

„Die Pianistin setzt einen agogischen Akzent.“

Sie hebt eine Stelle durch ihre zeitliche Gestaltung hervor.

„Die Besprechung lobt die agogische Flexibilität des Vortrags.“

Gemeint ist der differenzierte Umgang mit kleinen Tempoveränderungen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Dynamisch betrifft in der Musik vor allem Lautstärke und ihre Abstufungen. Ein Ton kann zeitlich gedehnt werden, ohne zugleich lauter zu werden. Agogik und Dynamik können zusammenwirken, bleiben aber unterscheidbare Gestaltungsmittel.

Schreibweise und Grammatik

Adjektiv agogisch, mit zwei getrennten g. Das zugehörige Nomen heißt Agogik. Formen: eine agogische Nuance. Vor einem Nomen stimmt die Endung mit dessen grammatischer Umgebung überein. In einer Verbindung mit sein bleibt die Grundform dagegen endungslos. Die Tabellen unten unterscheiden deshalb die Formen nach bestimmten Artikeln, nach ein beziehungsweise keine und ohne Artikel. Sie zeigen keine unterschiedlichen Bedeutungen, sondern unterschiedliche Satzumgebungen desselben Adjektivs.

Steigerung

Als sachliche Zuordnung wird das Adjektiv gewöhnlich nicht gesteigert. Unterschiede beschreibt man genauer, indem man die betreffende Eigenschaft oder den Vergleichsmaßstab nennt; eine Endung allein macht aus einer Zuordnung noch keinen sinnvoll messbaren Grad.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagogischeragogischeagogischesagogische
Genitivagogischenagogischeragogischenagogischer
Dativagogischemagogischeragogischemagogischen
Akkusativagogischenagogischeagogischesagogische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagogischeagogischeagogischeagogischen
Genitivagogischenagogischenagogischenagogischen
Dativagogischenagogischenagogischenagogischen
Akkusativagogischenagogischeagogischeagogischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativagogischeragogischeagogischesagogischen
Genitivagogischenagogischenagogischenagogischen
Dativagogischenagogischenagogischenagogischen
Akkusativagogischenagogischeagogischesagogischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Die folgende kurze Erläuterung ist ein selbst entworfenes Anwendungsbeispiel, kein Zitat aus einem Fachtext.

In einem erfundenen Hörvergleich wird dieselbe Phrase zweimal gespielt. Beim zweiten Vortrag verweilt die Musikerin leicht vor dem Schlusston. Die Erläuterung beschreibt diese agogische Gestaltung, ohne eine höhere Lautstärke zu behaupten.

Der Vergleich bindet das Fachwort an ein hörbares Merkmal. Er beweist nicht, dass die zweite Fassung in jedem Werk die bessere Interpretation wäre.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.