angeschickert

Angeschickert bedeutet umgangssprachlich leicht betrunken. Das Wort beschreibt einen vorübergehenden Zustand nach dem Trinken von Alkohol; es ist weder eine genaue Mengenangabe noch eine feste Charaktereigenschaft.

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Bedeutung und wichtige Unterschiede

Eine umgangssprachliche Zustandsbeschreibung

Wer angeschickert ist, steht nach gewöhnlichem Sprachgebrauch leicht unter Alkoholeinfluss. Die Bezeichnung klingt häufig weniger schwer als betrunken. Sie gehört vor allem in lockere Gespräche, Figurenrede oder entsprechend gefärbte Erzählungen. Für einen sachlichen Bericht ist eine genaue Beschreibung dessen, was tatsächlich bekannt oder beobachtet wurde, meist hilfreicher als das saloppe Etikett.

Der Ausdruck enthält keine verlässliche Messung

Angeschickert nennt weder eine bestimmte Trinkmenge noch einen bestimmten Alkoholwert. Verschiedene Sprecher können denselben Zustand unterschiedlich bezeichnen. Auch das Wort leicht ist hier eine sprachliche Einordnung, keine Feststellung über uneingeschränkte Fähigkeiten. Aus der Formulierung allein lässt sich deshalb nicht ableiten, welche Tätigkeiten jemand noch sicher ausführen kann.

Wirkung der Wortwahl im Text

Ein Erzähler kann mit angeschickert einen lockeren Ton herstellen; eine Figur kann damit ihren Zustand herunterspielen. Ob tatsächlich verharmlost wird, muss der Zusammenhang zeigen. Eine gesellige Stimmung genügt für die Zuschreibung nicht: Menschen können auch ohne Alkohol laut lachen oder ungewohnt offen sprechen. Die Textanalyse trennt daher die Wortwahl des Erzählers von den beschriebenen Handlungen.

Beispiele und Verwendung

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

„Nach dem Empfang nennt sich der Gast selbst ein wenig angeschickert.“

So ist es gemeint: Der Satz gibt eine Selbsteinschätzung wieder. Er behauptet keinen unabhängig festgestellten Messwert.

„Der Erzähler schildert die beiden Erwachsenen als angeschickert und auffallend gesprächig.“

So ist es gemeint: Die Zustandsbezeichnung und das beobachtbare Gesprächsverhalten stehen nebeneinander. Geselligkeit allein würde die erste Aussage nicht beweisen.

„Im Bericht steht nur, der Besucher sei angeschickert gewesen; nähere Beobachtungen fehlen.“

So ist es gemeint: Die Leser erfahren eine Wertung, aber wenig darüber, worauf sie beruht. Für eine genaue Darstellung wäre eine Ergänzung nötig.

Typische Wortverbindungen

Etwas angeschickert sein, leicht angeschickert wirken, ein angeschickerter Gast. Verstärkungen wie ziemlich angeschickert kommen umgangssprachlich vor, machen den Ausdruck aber nicht zu einer präzisen Skala. Bei fremden Personen sollte außerdem klar werden, ob eine eigene Aussage, eine Erzählerangabe oder eine bloße Vermutung vorliegt.

Ähnliche Wörter und Gegenbegriffe

Die passende Wortwahl hängt von der Bedeutung ab
Wort oder AusdruckUnterschied und Verwendung
angeheitertKann einen durch Alkohol gelockerten, heiteren Zustand bezeichnen. Angeschickert hebt deutlicher den leichten Rausch hervor; tatsächliche Fröhlichkeit ist nicht zwingend gemeint.
angetrunkenLiegt bedeutungsmäßig nahe und beschreibt ebenfalls einen bereits bestehenden, aber nicht notwendig starken Alkoholeinfluss.
betrunkenIst der allgemeinere Ausdruck und kann auch einen stärkeren Rausch bezeichnen. Die Wörter bilden keine verbindliche medizinische Stufenfolge.
nüchternIst in der Bedeutung nicht alkoholisiert ein Gegenbegriff. Nüchtern im Sinn von sachlich oder ohne Frühstück betrifft dagegen andere Bedeutungen.

Grammatik und richtige Schreibung

Angeschickert ist ein Adjektiv. Geschrieben wird es mit sch, anschließend ck und der Endung -ert. Attributiv wird es gebeugt: ‚ein angeschickerter Gast‘, ‚die angeschickerten Gäste‘. Nach sein und wirken bleibt es unverändert. Das Wort wird gewöhnlich kleingeschrieben; am Satzanfang gilt die übliche Großschreibung.

Steigerung: Wenn ein Vergleich gemeint ist, lässt sich etwa ‚stärker angetrunken‘ oder ‚noch deutlicher unter Alkoholeinfluss‘ formulieren. Ein mechanischer Superlativ ist für genaue Texte wenig hilfreich: Angeschickert bezeichnet bereits einen eher leichten Zustand und besitzt keine feste messbare Skala.

angeschickert – Starke Beugung: ohne Artikel
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativangeschickerterangeschickerteangeschickertesangeschickerte
Genitivangeschickertenangeschickerterangeschickertenangeschickerter
Dativangeschickertemangeschickerterangeschickertemangeschickerten
Akkusativangeschickertenangeschickerteangeschickertesangeschickerte
angeschickert – Schwache Beugung: nach der, die, das
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativangeschickerteangeschickerteangeschickerteangeschickerten
Genitivangeschickertenangeschickertenangeschickertenangeschickerten
Dativangeschickertenangeschickertenangeschickertenangeschickerten
Akkusativangeschickertenangeschickerteangeschickerteangeschickerten
angeschickert – Gemischte Beugung: nach ein, kein oder einem Possessivwort
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativangeschickerterangeschickerteangeschickertesangeschickerten
Genitivangeschickertenangeschickertenangeschickertenangeschickerten
Dativangeschickertenangeschickertenangeschickertenangeschickerten
Akkusativangeschickertenangeschickerteangeschickertesangeschickerten

Die Tabellen zeigen die Adjektivformen vor einem Nomen. Ein unbestimmter Artikel wie ein hat keinen Plural; die Pluralspalte der gemischten Beugung gilt etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel gelten dort die starken Formen. Das Nomen erhält gegebenenfalls zusätzlich seine eigene Fallendung.

Eine verharmlosende Selbstdarstellung untersuchen

Eigene, erfundene Situation: In einer erfundenen Erzählung sagt der erwachsene Jonas nach einem Empfang, er sei nur etwas angeschickert. Beim anschließenden Gespräch unterbricht er seine Freunde wiederholt und wiederholt dieselbe Geschichte.

Beobachtung und Wortwahl: Die Selbstaussage ist zurückhaltend formuliert, während der Erzähler auffällige Gesprächshandlungen beschreibt. Dieser Unterschied kann untersucht werden, ohne daraus eine Diagnose abzuleiten.

Jonas bezeichnet sich lediglich als etwas angeschickert. Das abschwächende Wort etwas steht im Kontrast zu seinem auffälligen Verhalten im Gespräch: Er unterbricht die anderen wiederholt und erzählt dieselbe Begebenheit mehrfach. Seine Formulierung lässt sich deshalb als Versuch lesen, den eigenen Zustand gegenüber den Freunden weniger bedeutsam erscheinen zu lassen.

Warum das funktioniert: Der Absatz verbindet Wortwahl und Handlungen. Die Deutung bleibt als Lesart erkennbar und behauptet nicht, Jonas habe einen bestimmten Alkoholwert. Für eine Charakterisierung wird sein Verhalten in dieser Szene erklärt, nicht sein gesamter Charakter festgelegt.

Grenze der Aussage: Die erfundene Szene belegt weder eine dauerhafte Gewohnheit noch eine Erkrankung. Auch ein einzelnes auffälliges Gespräch darf nicht ohne weitere Hinweise auf einen umfassenden Persönlichkeitszug zurückgeführt werden.

Kurz geprüft

Bedeutet angeschickert immer fröhlich?

Antwort und Erklärung

Nein. Das Wort bezeichnet leichten Alkoholeinfluss, nicht eine bestimmte Gefühlslage. Jemand kann angeschickert und zugleich still, traurig oder gereizt sein. Heiteres Auftreten ist außerdem auch ohne Alkohol möglich.

Weitere Wörter für deinen Text findest du in der Adjektivliste mit Wortauswahl und Vergleichen. Die Grundregeln erklärt der Beitrag Adjektive: Verwendung, Beugung und Steigerung.