askriptiv
Askriptiv: zuschreibend beziehungsweise durch Zuschreibung bestimmt; besonders in der Soziologie für Merkmale oder Positionen verwendet, die nicht durch eigene Leistung erworben werden.
Was bedeutet askriptiv?
Eine askriptive Einordnung kann sich etwa an familiärer Herkunft oder einer von außen zugeschriebenen Zugehörigkeit orientieren. Sie sagt zunächst etwas über den Mechanismus der Zuordnung. Dass ein Merkmal als unveränderlich behandelt wird, beweist nicht, dass es tatsächlich naturgegeben oder unabänderlich ist.
Eigene Beispiele mit Erklärung
„Die Untersuchung beschreibt eine askriptive Statuszuweisung.“
Die gesellschaftliche Position wird zugeschrieben und nicht durch eine Leistung erreicht.
„Die Regel verwendet askriptive Merkmale.“
Die Auswahl knüpft an bestimmte Zuordnungen an.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Erworben beziehungsweise leistungsbezogen bildet einen wichtigen Gegensatz. Askriptiv bedeutet nicht einfach subjektiv oder erfunden: Auch eine tatsächliche familiäre Herkunft kann Grundlage einer gesellschaftlichen Zuschreibung sein.
Schreibweise und Grammatik
Adjektiv askriptiv, mit k und pt. Formen: ein askriptives Merkmal, eine askriptive Zuordnung. Vor einem Nomen stimmt die Endung mit dessen grammatischer Umgebung überein. In einer Verbindung mit sein bleibt die Grundform dagegen endungslos. Die Tabellen unten unterscheiden deshalb die Formen nach bestimmten Artikeln, nach ein beziehungsweise keine und ohne Artikel. Sie zeigen keine unterschiedlichen Bedeutungen, sondern unterschiedliche Satzumgebungen desselben Adjektivs.
Steigerung
Als sachliche Zuordnung wird das Adjektiv gewöhnlich nicht gesteigert. Unterschiede beschreibt man genauer, indem man die betreffende Eigenschaft oder den Vergleichsmaßstab nennt; eine Endung allein macht aus einer Zuordnung noch keinen sinnvoll messbaren Grad.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | askriptiver | askriptive | askriptives | askriptive |
| Genitiv | askriptiven | askriptiver | askriptiven | askriptiver |
| Dativ | askriptivem | askriptiver | askriptivem | askriptiven |
| Akkusativ | askriptiven | askriptive | askriptives | askriptive |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | askriptive | askriptive | askriptive | askriptiven |
| Genitiv | askriptiven | askriptiven | askriptiven | askriptiven |
| Dativ | askriptiven | askriptiven | askriptiven | askriptiven |
| Akkusativ | askriptiven | askriptive | askriptive | askriptiven |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | askriptiver | askriptive | askriptives | askriptiven |
| Genitiv | askriptiven | askriptiven | askriptiven | askriptiven |
| Dativ | askriptiven | askriptiven | askriptiven | askriptiven |
| Akkusativ | askriptiven | askriptive | askriptives | askriptiven |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Die folgende kurze Erläuterung ist ein selbst entworfenes Anwendungsbeispiel, kein Zitat aus einem Fachtext.
In einer erfundenen Gesellschaftsgeschichte hängt der Zugang zu einem Amt allein von der Familie ab, in die jemand geboren wird. Der Kommentar erläutert diese Regel als askriptive Statuszuweisung.
Der Absatz erklärt die Art der Vergabe. Er leitet daraus weder individuelle Fähigkeiten noch den persönlichen Wert eines Menschen ab und unterscheidet gesellschaftliche Regel und tatsächliche Leistung.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
