attributiv

Attributiv: Als nähere Bestimmung innerhalb einer Wortgruppe gebraucht; bei Adjektiven meist als Beifügung zu einem Nomen.

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Eine grammatische Funktion

Attributiv bezeichnet eine Verwendung als Attribut, also als nähere Bestimmung. Bei Adjektiven ist besonders der Gebrauch innerhalb einer Nominalgruppe gemeint: In „die leise Stimme“ beschreibt leise das Nomen Stimme näher. Das Adjektiv gehört zur Wortgruppe, die von diesem Nomen geprägt wird.

Die Bezeichnung beschreibt eine Funktion im Satz, keine eigene Wortart. Dasselbe Adjektiv kann in verschiedenen Sätzen unterschiedlich verwendet werden. Auch ohne einen Artikel kann ein Adjektiv attributiv sein: „leise Stimmen“. Ein vorangestellter Artikel ist also keine Voraussetzung.

Drei Verwendungen desselben Adjektivs

Attributiv: „Ich höre eine leise Stimme.“
Das Adjektiv gehört zur Nominalgruppe eine leise Stimme und bestimmt das Nomen näher.
Prädikativ: „Die Stimme ist leise.“
Die Eigenschaft wird der Stimme über ist zugeschrieben. Das Adjektiv steht in seiner Grundform.
Adverbial: „Die Sprecherin redet leise.“
Das Adjektiv beschreibt hier die Art des Redens. Es bleibt ebenfalls ungebeugt.

Die unveränderte Form allein entscheidet nicht über die Funktion. Im ersten Beispiel lautet die Form ebenfalls leise; erst der Zusammenhang zeigt ihre Aufgabe. Deutlicher erkennt man die Endung bei „ein leiser Ton“.

Attributiv ist nicht dasselbe wie gebeugt

Attributive Adjektive vor einem Nomen werden im Deutschen meist gebeugt: ein lauter Ton, eine laute Stimme. Es gibt jedoch unveränderliche Farbwörter wie apricot. Entscheidend bleibt die Verwendung als nähere Bestimmung und nicht ein sichtbarer Endungswechsel.

Wer einen Satz untersucht, sollte daher zuerst die Wortgruppe suchen und dann ihre Bestandteile bestimmen. Die Übersicht zu Adjektiven und ihren Verwendungen bietet den größeren grammatischen Zusammenhang.

Grammatik und Schreibweise

Wortart: Adjektiv. Das Wort selbst wird mit doppeltem t geschrieben: attributiv. In „eine attributive Verwendung“ wird attributiv seinerseits attributiv gebraucht. In „Das Adjektiv wird attributiv verwendet“ bleibt die Grundform unverändert.

Steigerung

Attributiv bezeichnet eine grammatische Zuordnung und wird dabei gewöhnlich nicht gesteigert. Statt attributiver sagt man bei einem Vergleich etwa häufiger attributiv verwendet. Eine attributive Verbindung ist nicht allein durch eine längere Wortgruppe „mehr attributiv“.

Beugung vor einem Nomen

Die Tabellen zeigen die Formen des hier erklärten Adjektivs. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl des Nomens. Die Pluralspalte gilt für alle grammatischen Geschlechter. Bei der gemischten Beugung steht im Plural etwa keine oder meine; ein hat keinen Plural.

attributiv: Starke Beugung – ohne Artikel
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativattributiverattributiveattributivesattributive
Genitivattributivenattributiverattributivenattributiver
Dativattributivemattributiverattributivemattributiven
Akkusativattributivenattributiveattributivesattributive
attributiv: Schwache Beugung – nach der, die, das
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativattributiveattributiveattributiveattributiven
Genitivattributivenattributivenattributivenattributiven
Dativattributivenattributivenattributivenattributiven
Akkusativattributivenattributiveattributiveattributiven
attributiv: Gemischte Beugung – nach ein/eine; Plural nach keine
FallMaskulinum · SingularFemininum · SingularNeutrum · SingularPlural · alle Genera
Nominativattributiverattributiveattributivesattributiven
Genitivattributivenattributivenattributivenattributiven
Dativattributivenattributivenattributivenattributiven
Akkusativattributivenattributiveattributivesattributiven

Eine Lösung nachvollziehbar erklären

Eigene Übung: Bestimme den Gebrauch von ruhig in „Ein ruhiger Hund liegt im Flur“ und „Der Hund liegt ruhig im Flur“.

Im ersten Satz ist ruhiger attributiv: Es gehört zu ein ruhiger Hund und beschreibt den Hund. Im zweiten Satz beschreibt ruhig die Art des Liegens und wird adverbial gebraucht. Die Begründung ergibt sich aus dem Bezug im Satz.

Die Lösung nennt jeweils die Funktion und erklärt sie. Sie verlässt sich nicht auf die unzuverlässige Faustregel, ein Adjektiv vor einem Verb müsse immer eine bestimmte Aufgabe haben.

Weitere Wörter zum Beschreiben, Vergleichen und Auswählen findest du in der Adjektivliste.