dingfest

Dingfest: In der festen Verbindung jemanden dingfest machen: jemanden fassen oder festnehmen; übertragen auch: etwas sicher erfassen oder unter Kontrolle bringen.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet dingfest?

Dingfest begegnet heute vor allem in der Wendung dingfest machen. Bei einer Person bedeutet sie, jemanden zu fassen beziehungsweise festzunehmen. Häufig steht sie in Berichten über die Suche nach Tatverdächtigen.

Die Wendung ist anschaulich und eher journalistisch oder umgangssprachlich als eine genaue juristische Verfahrensbezeichnung. Dass jemand dingfest gemacht wurde, sagt nicht, dass seine Schuld bereits rechtskräftig festgestellt ist.

Übertragen kann auch ein Problem, eine Ursache oder ein Vorhaben dingfest gemacht werden: Man bekommt es zu fassen, grenzt es ein oder führt es zu einem greifbaren Ergebnis. Welche Bedeutung passt, entscheidet das Objekt der Wendung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Ermittler konnten den Gesuchten dingfest machen.“ Sie fassten ihn; über eine Verurteilung sagt der Satz nichts.
  • „Die Gruppe will die Fehlerursache dingfest machen.“ Sie möchte die Ursache eindeutig ermitteln.
  • „Wir müssen den Plan erst dingfest machen.“ Das Vorhaben soll konkret und verbindlich werden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Verurteilen ist kein Synonym für dingfest machen. Das eine betrifft eine gerichtliche Entscheidung, das andere das Fassen oder Festnehmen. In einer sachlichen Meldung sollten diese Schritte klar getrennt bleiben.

Festmachen kann befestigen oder an etwas erkennen bedeuten. Bei dingfest machen gehört dingfest als eigener Bestandteil zur Wendung. Eine dingfeste Person ist außerhalb besonderer stilistischer Verwendungen keine übliche freie Eigenschaftsbeschreibung.

Schreibweise und Grammatik

Die Grundverbindung wird getrennt geschrieben: dingfest machen. Entsprechend heißen die Formen macht dingfest, machte dingfest und hat dingfest gemacht. Dingfest bleibt dabei unverändert und steht nicht als gewöhnliches Attribut vor einem Nomen.

Steigerung

Die feste Wendung wird nicht regelmäßig gesteigert. Dingfester oder am dingfestesten sind für die normale Bedeutung unüblich. Wenn eine Ursache genauer bestimmt wird, sollte man genauer eingrenzen oder sicher nachweisen schreiben.

Die feste Wendung verwenden

  • Präsens: Sie machen ihn dingfest.
  • Präteritum: Sie machten ihn dingfest.
  • Perfekt: Sie haben ihn dingfest gemacht.
  • Infinitiv mit zu: ihn dingfest zu machen.

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Nachricht steht zunächst: Der Tatverdächtige wurde dingfest gemacht und ist deshalb schuldig. Eine Redakteurin prüft, welche Information die Wendung tatsächlich enthält.

Der erste Teil berichtet über das Fassen des Tatverdächtigen. Die anschließende Schuldbehauptung folgt daraus nicht und muss gestrichen werden, wenn dafür keine Grundlage vorliegt.

Das Beispiel zeigt, dass bildhafte Wendungen rechtliche Schritte nicht ersetzen. Auch in einer Erzählanalyse sollte beschrieben werden, was wirklich geschieht. Das Fassen einer Figur, die Aufklärung einer Tat und ein Urteil sind verschiedene Ereignisse.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.