diskretionär

Diskretionär: Auf einer Entscheidung nach Ermessen beruhend, statt vollständig durch eine feste Regel vorgegeben zu sein.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet diskretionär?

Diskretionär beschreibt eine Entscheidung oder Handlung, bei der die handelnde Stelle einen Beurteilungs- beziehungsweise Entscheidungsspielraum nutzt. Sie wählt unter Berücksichtigung der konkreten Situation, statt lediglich eine starre Vorgabe auszuführen.

Der Ausdruck begegnet etwa in Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Eine diskretionäre Maßnahme wird dort häufig einer regelgebundenen Reaktion gegenübergestellt. Welche Spielräume tatsächlich bestehen, richtet sich jedoch nach dem jeweiligen Zusammenhang.

Ermessen bedeutet nicht automatisch Willkür. Auch eine diskretionäre Entscheidung kann an Ziele, Zuständigkeiten und rechtliche Grenzen gebunden sein. Das Wort sagt zunächst etwas über die Art der Entscheidung, nicht darüber, ob sie sachgerecht getroffen wurde.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Leitung verfügt über einen diskretionären Entscheidungsspielraum.“ Sie kann innerhalb ihres Rahmens die konkrete Lösung auswählen.
  • „Die Untersuchung vergleicht regelgebundene und diskretionäre Maßnahmen.“ Feste Vorgaben und fallbezogene Entscheidungen werden gegenübergestellt.
  • „Eine diskretionäre Auswahl braucht eine nachvollziehbare Begründung.“ Spielraum und Rechenschaft schließen einander nicht aus.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Diskret bedeutet unter anderem zurückhaltend oder vertraulich. Diskretionär heißt dagegen nach Ermessen. Eine öffentlich erklärte Entscheidung kann diskretionär sein; Geheimhaltung ist dafür keine Voraussetzung.

Willkürlich bewertet eine Entscheidung als unsachlich oder ungebunden an angemessene Gründe. Diskretionär bezeichnet zunächst einen Spielraum. Beide Wörter gleichzusetzen würde aus einer Verfahrensbeschreibung vorschnell einen Vorwurf machen.

Schreibweise und Grammatik

Diskretionär wird mit k und mit ä in der Endung -är geschrieben. Formen sind ein diskretionärer Beschluss, eine diskretionäre Maßnahme und mit diskretionären Befugnissen. Die Grundform bleibt nach sein unverändert.

Steigerung

Als Bezeichnung einer Entscheidungsweise wird diskretionär normalerweise nicht gesteigert. Größere Spielräume lassen sich als weitergehendes Ermessen oder stärkere Ermessensabhängigkeit beschreiben. Damit wird der konkrete Vergleich klarer.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdiskretionärerdiskretionärediskretionäresdiskretionäre
Genitivdiskretionärendiskretionärerdiskretionärendiskretionärer
Dativdiskretionäremdiskretionärerdiskretionäremdiskretionären
Akkusativdiskretionärendiskretionärediskretionäresdiskretionäre
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdiskretionärediskretionärediskretionärediskretionären
Genitivdiskretionärendiskretionärendiskretionärendiskretionären
Dativdiskretionärendiskretionärendiskretionärendiskretionären
Akkusativdiskretionärendiskretionärediskretionärediskretionären
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdiskretionärerdiskretionärediskretionäresdiskretionären
Genitivdiskretionärendiskretionärendiskretionärendiskretionären
Dativdiskretionärendiskretionärendiskretionärendiskretionären
Akkusativdiskretionärendiskretionärediskretionäresdiskretionären

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Einrichtung wird ein Zuschuss normalerweise nach einer festen Punktetabelle verteilt. Für begründete Ausnahmefälle darf ein Ausschuss zwischen mehreren geeigneten Lösungen wählen und muss seine Gründe festhalten.

Die Ausnahmeentscheidung ist diskretionär, weil sie einen geregelten Ermessensspielraum nutzt. Sie ist weder automatisch geheim noch allein deshalb willkürlich.

Die Erklärung trennt drei Fragen: Gibt es einen Spielraum, welche Grenzen gelten und wie wird die Entscheidung begründet? Erst zusammen ermöglichen diese Angaben eine sachliche Bewertung. Das Adjektiv allein beantwortet nur die erste Frage in allgemeiner Form.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.