doll

Doll: Regional und umgangssprachlich: toll oder stark; als Verstärkung auch sehr.

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Was bedeutet doll?

Doll begegnet besonders im norddeutschen und ostmitteldeutschen Sprachgebrauch. Es kann ähnlich wie toll verwendet werden oder eine Stärke hervorheben. Was gemeint ist, entscheidet die Verbindung mit den übrigen Wörtern.

In einer Formulierung wie doll freuen verstärkt es den Vorgang: Jemand freut sich sehr. In nicht so doll kann eine zurückhaltende Bewertung liegen. Der Ausdruck beschreibt dann, dass etwas nicht besonders gut gelungen oder nicht besonders beeindruckend ist.

Doll passt zu einem vertrauten, gesprochen wirkenden Ton. In einem überregionalen Sachtext sind genauer bestimmte Wörter oft geeigneter. Die regionale Verwendung ist deshalb nicht einfach ein Schreibfehler, sondern eine Frage von Sprachgebrauch und Situation.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Über die Einladung hat sie sich doll gefreut.“ Das Wort verstärkt die Freude im umgangssprachlichen Ton.
  • „Das Ergebnis ist noch nicht so doll, aber der Aufbau stimmt schon.“ Die Leistung wird zurückhaltend als noch wenig überzeugend bewertet.
  • „Drück nicht so doll auf den Stift.“ Gemeint ist die Stärke des Drucks.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Sehr ist bei vielen verstärkenden Verwendungen die überregionale Entsprechung. Stark passt, wenn eine Kraft oder Intensität gemeint ist. Ein einzelnes Ersatzwort funktioniert deshalb nicht in jedem Satz.

Toll kann eine positive Bewertung enthalten. Doll ist jedoch nicht immer ein Lob: In zu doll wird ein zu großes Ausmaß kritisiert. Das gleich geschriebene englische Nomen doll bedeutet Puppe und gehört zu einem anderen Wortschatz.

Schreibweise und Grammatik

Doll wird mit doppeltem l geschrieben. Als Adjektiv kann es gebeugt werden, etwa eine dolle Idee oder ein doller Einfall, jeweils im passenden regionalen Ton. Als Verstärkung beim Verb bleibt es unverändert: doll lachen.

Steigerung

Die Steigerung lautet doll – doller – am dollsten. Regional kommt auch der Komparativ döller vor. Für einen sachlichen Vergleich ist eine konkrete Eigenschaft meist klarer: stärker, heftiger oder besser benennt genauer, was verglichen wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdollerdolledollesdolle
Genitivdollendollerdollendoller
Dativdollemdollerdollemdollen
Akkusativdollendolledollesdolle
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdolledolledolledollen
Genitivdollendollendollendollen
Dativdollendollendollendollen
Akkusativdollendolledolledollen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdollerdolledollesdollen
Genitivdollendollendollendollen
Dativdollendollendollendollen
Akkusativdollendolledollesdollen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Dialog sagt ein Kind nach dem Basteln, der Kleber halte nicht so doll. In der Anleitung soll die Beobachtung anschließend sachlich beschrieben werden. Die Gruppe prüft, was sich am Werkstück zeigt.

Die geklebte Lasche löst sich schon bei leichtem Zug. Diese Beobachtung erklärt, was im Dialog mit nicht so doll gemeint ist. Im Gespräch bleibt die umgangssprachliche Form natürlich; im Bericht ist die konkrete Beschreibung hilfreicher.

Der Vergleich zeigt zwei passende Ausdrucksweisen für verschiedene Zwecke. Eine Dialogformulierung darf die Sprechweise einer Figur erkennen lassen, während ein Sachtext den beobachteten Vorgang genauer benennt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.