duktil
Duktil: Unter Belastung dauerhaft verformbar, bevor ein Bruch eintritt; eine Eigenschaft von Werkstoffen.
Was bedeutet duktil?
Duktil beschreibt die Fähigkeit eines Materials, sich plastisch zu verformen. Plastisch bedeutet hier: Die Formänderung bleibt nach der Entlastung zumindest teilweise erhalten. Der Werkstoff kann sich beispielsweise dehnen, bevor er bricht.
Das Wort gehört besonders zur Werkstoffkunde. Es ist keine allgemeine Garantie, dass ein Bauteil beliebig belastbar oder unzerbrechlich wäre. Auch ein duktiler Werkstoff kann bei entsprechender Beanspruchung versagen.
Für einen Vergleich sind die Bedingungen wichtig. Das Verhalten kann unter anderem von Temperatur, Werkstoffzustand und Belastungsart abhängen. Die kurze Bezeichnung duktil ersetzt deshalb keine Prüfung eines konkreten Bauteils.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Werkstoff zeigt vor dem Bruch ein duktiles Verhalten.“ Er verformt sich zuvor dauerhaft.
- „Die Probe ist unter diesen Prüfbedingungen duktil.“ Die Aussage bezieht sich auf den beschriebenen Versuch.
- „Eine duktile Verformung bleibt nach der Entlastung sichtbar.“ Die Formänderung ist nicht vollständig rückgängig.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Elastisch beschreibt eine Verformung, die nach Entlastung zurückgeht. Duktil betrifft dagegen die Fähigkeit zur plastischen Verformung. Ein Werkstoff kann zunächst elastisch und bei stärkerer Belastung plastisch reagieren.
Spröde bezeichnet ein Verhalten mit vergleichsweise geringer plastischer Verformung vor dem Bruch. Weich ist ebenfalls kein genaues Synonym für duktil: Härte und Verformbarkeit sind unterschiedliche Werkstoffeigenschaften.
Schreibweise und Grammatik
Duktil wird mit k und der Endung -til geschrieben. Formen sind ein duktiler Werkstoff, eine duktile Probe und mit duktilen Bauteilen. Das Nomen Duktilität bezeichnet die entsprechende Eigenschaft beziehungsweise ihren Grad.
Steigerung
Die Steigerung lautet duktiler und am duktilsten. Ein Vergleich sollte dieselben Prüfbedingungen und eine geeignete Messgröße zugrunde legen. Die Aussage duktiler bedeutet nicht automatisch härter, fester oder für jeden Zweck besser geeignet.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | duktiler | duktile | duktiles | duktile |
| Genitiv | duktilen | duktiler | duktilen | duktiler |
| Dativ | duktilem | duktiler | duktilem | duktilen |
| Akkusativ | duktilen | duktile | duktiles | duktile |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | duktile | duktile | duktile | duktilen |
| Genitiv | duktilen | duktilen | duktilen | duktilen |
| Dativ | duktilen | duktilen | duktilen | duktilen |
| Akkusativ | duktilen | duktile | duktile | duktilen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | duktiler | duktile | duktiles | duktilen |
| Genitiv | duktilen | duktilen | duktilen | duktilen |
| Dativ | duktilen | duktilen | duktilen | duktilen |
| Akkusativ | duktilen | duktile | duktiles | duktilen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Unterrichtsaufgabe werden zwei Proben unter vergleichbaren Bedingungen gezogen. Die erste verlängert sich deutlich und dauerhaft vor dem Bruch. Die zweite bricht nach nur geringer bleibender Formänderung.
Die erste Probe zeigt das duktilere Verhalten: Sie lässt vor dem Bruch eine größere plastische Verformung erkennen. Die Beobachtung betrifft diesen Versuch.
Die Erklärung benennt das tatsächlich unterscheidende Merkmal. Sie behauptet weder, die erste Probe könne nicht brechen, noch, sie sei grundsätzlich der bessere Werkstoff. Welche Eigenschaft erwünscht ist, hängt von Aufgabe, Konstruktion und Belastung ab.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
