egalitär
Egalitär: bedeutet, dass eine Haltung, Ordnung oder Maßnahme auf Gleichheit zwischen Menschen ausgerichtet ist. Meist geht es um soziale Gleichheit, gleichen Rang, gleiche Rechte oder gleiche Beteiligungsmöglichkeiten.
Was bedeutet egalitär?
Eine egalitäre Vorstellung lehnt bestimmte Unterschiede der Stellung oder Behandlung ab. Welche Unterschiede genau gemeint sind, muss der Zusammenhang zeigen. Gleiche Stimmrechte, gleich verteilte Mittel und gleiche Zugangschancen sind verschiedene Ziele; das Wort allein legt keines davon vollständig fest.
Der Ausdruck wird häufig verwendet, wenn Gruppen, Institutionen oder politische Vorstellungen beschrieben werden. Er kann ein angestrebtes Ideal benennen, ohne zu behaupten, dass Gleichheit bereits erreicht ist. Ein egalitärer Anspruch und die tatsächliche Praxis können auseinanderfallen.
Dabei bedeutet Gleichheit nicht notwendig, dass alle Menschen dieselben Interessen oder Fähigkeiten besitzen sollen. In einer konkreten Gruppe kann die gleiche Mitsprache gerade ermöglichen, unterschiedliche Wünsche zur Sprache zu bringen. Eine genaue Erklärung nennt deshalb stets den Bereich, in dem Gleichheit angestrebt wird.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Verein verfolgt einen egalitären Ansatz: Jedes Mitglied hat eine Stimme.“ Die Gleichheit wird hier durch eine konkrete Regel der Beteiligung erläutert.
- „Die Gruppe verteilt Redezeit egalitärer als zuvor.“ Der Vergleich bezieht sich auf die Verteilung der Gesprächsmöglichkeiten und nicht auf sämtliche Beziehungen in der Gruppe.
- „Ihr egalitäres Ideal widerspricht der bevorzugten Behandlung einzelner Mitglieder.“ Der Satz stellt Anspruch und beobachtete Praxis gegenüber.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Gerecht und egalitär überschneiden sich je nach Vorstellung von Gerechtigkeit. Sie sind aber nicht gleichbedeutend: Manche Verteilungen berücksichtigen unterschiedliche Bedürfnisse, statt allen die gleiche Menge zu geben.
Demokratisch betrifft insbesondere Mitentscheidung und Verfahren. Egalitär lenkt den Blick auf Gleichheit. Gleichgültig ist etwas anderes: Ein egalitär handelnder Mensch kann sich sehr intensiv um eine faire Beteiligung bemühen.
Schreibweise und Grammatik
Das Adjektiv wird egalitär geschrieben, mit ä in der Endsilbe. Vor einem Nomen stehen etwa ein egalitärer Ansatz, die egalitäre Ordnung und mit egalitären Regeln. Als Eigenschaftswort bleibt es normalerweise klein.
Steigerung
Die Steigerung lautet egalitär – egalitärer – am egalitärsten. Sie ist sinnvoll, wenn der Grad der Gleichheitsorientierung verglichen wird. Benenne möglichst, woran sich der Unterschied zeigt, beispielsweise an Redezeit oder Entscheidungsrechten.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | egalitärer | egalitäre | egalitäres | egalitäre |
| Genitiv | egalitären | egalitärer | egalitären | egalitärer |
| Dativ | egalitärem | egalitärer | egalitärem | egalitären |
| Akkusativ | egalitären | egalitäre | egalitäres | egalitäre |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | egalitäre | egalitäre | egalitäre | egalitären |
| Genitiv | egalitären | egalitären | egalitären | egalitären |
| Dativ | egalitären | egalitären | egalitären | egalitären |
| Akkusativ | egalitären | egalitäre | egalitäre | egalitären |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | egalitärer | egalitäre | egalitäres | egalitären |
| Genitiv | egalitären | egalitären | egalitären | egalitären |
| Dativ | egalitären | egalitären | egalitären | egalitären |
| Akkusativ | egalitären | egalitäre | egalitäres | egalitären |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Jugendverein entscheidet zunächst nur ein kleiner Kreis über Ausflüge. Dana setzt durch, dass alle Mitglieder Vorschläge machen und anschließend mit gleichem Stimmrecht abstimmen können.
Dana vertritt in dieser Frage eine egalitäre Haltung. Sie öffnet die Entscheidung für alle Mitglieder und verlangt gleiche Stimmrechte. Damit wendet sie sich gegen den besonderen Einfluss des bisherigen kleinen Kreises.
Die Deutung folgt aus einer benannten Regeländerung. Sie macht Dana nicht automatisch in jeder Lebensfrage zur Vertreterin derselben Haltung. Ob auch Geldmittel oder Aufgaben gleich verteilt werden, geht aus der Szene nicht hervor.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
