emisch

Emisch bezeichnet in den Sozialwissenschaften eine Sichtweise, die die Begriffe und Deutungen der Beteiligten selbst berücksichtigt. In der Sprachwissenschaft kann es sich auf Einheiten und Unterschiede innerhalb eines Sprachsystems beziehen.

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Was bedeutet emisch?

Eine emische Beschreibung versucht zu verstehen, welche Bedeutung Menschen ihrem eigenen Handeln und ihren Unterscheidungen geben. Sie fragt beispielsweise danach, wie eine Gruppe bestimmte Rollen oder Vorgänge selbst benennt. Die Innenperspektive ist dabei Gegenstand der Untersuchung.

Das bedeutet nicht, dass nur ein Gruppenmitglied emisch arbeiten könnte. Auch eine außenstehende Person kann die Sicht der Beteiligten erheben und sorgfältig darstellen. Umgekehrt ist die bloße Zugehörigkeit zu einer Gruppe noch keine vollständige Erklärung sämtlicher ihrer Bedeutungen.

Die sprachwissenschaftliche Verwendung richtet sich auf die für ein bestimmtes Sprachsystem bedeutsamen Einheiten und Unterscheidungen. Dieser fachliche Zusammenhang muss eigens genannt werden. Eine allgemeine Übersetzung mit persönlich oder gefühlvoll wäre für beide Verwendungen zu ungenau.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Untersuchung fragt nach der emischen Bedeutung eines Festes.“ Sie berücksichtigt, wie die Beteiligten selbst das Fest verstehen.
  • „Die Autorin stellt zunächst eine emische Perspektive vor.“ Sie beschreibt die verwendeten Kategorien aus der Sicht der untersuchten Gruppe.
  • „Der sprachwissenschaftliche Abschnitt behandelt emische Einheiten.“ Hier ist der Bezug auf das Sprachsystem gemeint, nicht eine persönliche Stimmung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Etisch bezeichnet im entsprechenden Gegensatz eine Betrachtung anhand von außen angelegter Kategorien. Das Wort wird ohne h geschrieben und darf nicht mit ethisch verwechselt werden.

Subjektiv ist kein vollständiges Synonym für emisch. Die Innenperspektive kann methodisch untersucht und nachvollziehbar dargestellt werden. Auch empathisch bedeutet etwas anderes: Einfühlung allein erklärt noch nicht die gruppeneigenen Begriffe und Unterscheidungen.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibweise lautet emisch, mit einfachem m. Formen sind ein emischer Ansatz, die emische Perspektive und mit emischen Kategorien. In einem erklärenden Text sollte der jeweilige Fachbereich früh genannt werden.

Steigerung

Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich. Wenn eine Darstellung die Sicht der Beteiligten stärker berücksichtigt, kann dies genau so beschrieben werden. „Emischer“ wäre ohne einen erläuterten Maßstab wenig hilfreich.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativemischeremischeemischesemische
Genitivemischenemischeremischenemischer
Dativemischememischeremischememischen
Akkusativemischenemischeemischesemische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativemischeemischeemischeemischen
Genitivemischenemischenemischenemischen
Dativemischenemischenemischenemischen
Akkusativemischenemischeemischeemischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativemischeremischeemischesemischen
Genitivemischenemischenemischenemischen
Dativemischenemischenemischenemischen
Akkusativemischenemischeemischesemischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Forscherin untersucht ein Nachbarschaftsfest. Außenstehende beschreiben es vor allem als Unterhaltung. Mehrere Beteiligte erklären dagegen, dass für sie das gemeinsame Erinnern an frühere Bewohner im Mittelpunkt steht. Die Forscherin hält diese Deutungen fest.

Die Forscherin ergänzt ihre Darstellung um eine emische Perspektive. Sie beschreibt, welche Bedeutung die Beteiligten dem Fest selbst geben, und verwendet dafür ihre erläuterten Begriffe. Dabei hält sie fest, dass nicht alle Befragten denselben Schwerpunkt nennen.

Das Beispiel verbindet die Innenperspektive mit konkreten Aussagen und vermeidet die Vorstellung einer völlig einheitlichen Gruppensicht. Die wiedergegebenen Deutungen müssen nicht die einzige mögliche Erklärung des Festes sein. Sie sind ein untersuchbarer Bestandteil seiner Bedeutung.

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