erlesen

Erlesen bedeutet „besonders ausgesucht“ oder „von hoher Qualität“. Das gehobene Adjektiv hebt hervor, dass etwas als außergewöhnlich fein, wertvoll oder sorgfältig ausgewählt betrachtet wird.

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Was bedeutet erlesen?

Eine erlesene Auswahl besteht aus Stücken, die nach einem besonderen Qualitätsanspruch zusammengestellt wurden. Das Wort kann Speisen, Kunstgegenstände, Stoffe, Bücher oder einen Geschmack betreffen. Es beschreibt eine wertende Einschätzung und nennt noch nicht die Kriterien, nach denen ausgewählt wurde.

Erlesen bedeutet nicht einfach teuer. Ein hoher Preis kann mit der behaupteten Qualität zusammenfallen, beweist sie aber nicht. Ebenso muss eine erlesene Sammlung nicht groß sein. Gerade wenige sorgfältig gewählte Stücke können mit dem Wort beschrieben werden, wenn ihre Besonderheit im Mittelpunkt steht.

In Werbung und lobenden Beschreibungen erzeugt erlesen einen gehobenen Ton. Für eine sachliche Darstellung sind zusätzliche Merkmale nützlich: ungewöhnliche Verarbeitung, eine begründete Zusammenstellung oder die besondere Ausführung eines Einzelstücks. Ohne solche Angaben bleibt erlesen vor allem eine Behauptung des guten Geschmacks.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die kleine Vitrine zeigte eine erlesene Auswahl handgearbeiteter Schalen.“ Hervorgehoben wird die Qualität der Auswahl, nicht ihre Größe.
  • „Die Gastgeberin achtete auf erlesene Zutaten.“ Das Wort kennzeichnet einen besonderen Qualitätsanspruch bei der Zusammenstellung.
  • „Der Katalog versprach erlesenen Geschmack, erklärte seine Auswahl aber nicht.“ Die positive Wertung wird als Aussage des Katalogs erkennbar.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Auserlesen und ausgesucht sind nahe Umschreibungen. Ausgezeichnet lobt hohe Qualität allgemeiner, ohne den Gedanken einer besonderen Auswahl ebenso stark hervorzuheben.

Vornehm kann eine elegante Wirkung oder gesellschaftliche Stellung betreffen. Eine erlesene Sammlung muss nicht vornehm präsentiert werden. Auch selten ist kein vollständiges Synonym: Ein seltenes Stück kann für die jeweilige Auswahl ungeeignet sein.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv lautet erlesen. Übliche Formen sind ein erlesener Stoff, die erlesene Auswahl und mit erlesenen Stücken. Der Stamm bleibt dabei erlesen-. Das gleich geschriebene Verb in sich Wissen erlesen hat eine andere Funktion und bedeutet nicht, dass das Wissen dadurch automatisch besonders hochwertig ist.

Steigerung

Die Steigerung lautet erlesen – erlesener – am erlesensten; auch die kürzere Komparativform erlesner kommt vor. Verglichen wird die zugeschriebene Qualität oder Feinheit. Ein erlesener Stoff ist dagegen zunächst eine gebeugte Grundform.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerlesenererleseneerleseneserlesene
Genitiverlesenenerlesenererlesenenerlesener
Dativerlesenemerlesenererlesenemerlesenen
Akkusativerlesenenerleseneerleseneserlesene
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerleseneerleseneerleseneerlesenen
Genitiverlesenenerlesenenerlesenenerlesenen
Dativerlesenenerlesenenerlesenenerlesenen
Akkusativerlesenenerleseneerleseneerlesenen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativerlesenererleseneerleseneserlesenen
Genitiverlesenenerlesenenerlesenenerlesenen
Dativerlesenenerlesenenerlesenenerlesenen
Akkusativerlesenenerleseneerleseneserlesenen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Ausstellung wählt eine Sammlerin sechs Schalen aus einem großen Bestand aus. Sie stellt Stücke mit sorgfältig ausgearbeiteten Mustern und ungewöhnlichen Formübergängen zusammen. Im Begleittext nennt sie diese Auswahl erlesen und erläutert an jeder Schale, welches gestalterische Merkmal sie überzeugt hat.

Die Sammlerin begründet ihre erlesene Auswahl durch konkrete Merkmale der einzelnen Schalen. Der geringe Umfang widerspricht der Bewertung nicht, weil die Qualität und Zusammenstellung im Vordergrund stehen. Ihre Beschreibung macht die Auswahlentscheidung nachvollziehbar.

Der Absatz zeigt, worauf das Qualitätsurteil in der erfundenen Ausstellung beruht. Er erklärt den Geschmack der Sammlerin nicht zum einzig möglichen Maßstab und leitet aus den Schalen weder einen bestimmten Geldwert noch eine gesicherte Herkunft ab.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.