folgewidrig

Folgewidrig: der logischen Folgerung widersprechend oder im Vorgehen nicht konsequent.

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Was bedeutet folgewidrig?

Folgewidrig beschreibt einen Widerspruch zwischen Voraussetzungen und Schluss oder zwischen einem Maßstab und seiner Anwendung. Wer einen Grundsatz aufstellt und ohne Erklärung entgegen diesem Grundsatz entscheidet, kann folgewidrig handeln.

Das Wort verlangt einen erkennbaren Bezug. Eine unerwartete Entscheidung ist nicht schon deshalb folgewidrig, weil andere mit ihr nicht gerechnet haben. Vielleicht liegen neue Informationen vor oder eine zuvor genannte Ausnahme greift. Der behauptete Widerspruch muss konkret gezeigt werden.

Folgewidrig betrifft auch nicht einfach unerwünschte Folgen. Eine unangenehme Konsequenz kann sich durchaus logisch aus einer Regel ergeben. Das Adjektiv beurteilt die Stimmigkeit des Zusammenhangs, nicht allein die Freude oder Enttäuschung über ein Ergebnis.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Begründung ist folgewidrig: Sie erklärt den Preis zunächst für bedeutungslos und macht ihn dann zum einzigen Maßstab.“ Zwischen Ausgangsaussage und abschließender Bewertung besteht ein nicht erklärter Bruch.
  • „Eine begründete Änderung nach neuen Informationen ist nicht notwendig folgewidrig.“ Veränderte Voraussetzungen können einen anderen Schluss tragen.
  • „Der Beschluss ist unwillkommen, ergibt sich aber folgerichtig aus der vereinbarten Regel.“ Unerwünschte Wirkung und logische Stimmigkeit sind verschiedene Fragen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Inkonsequent ist im Alltag geläufiger und kann das unbeständige Festhalten an eigenen Regeln beschreiben. Folgewidrig hebt besonders den Widerspruch im Gedankengang oder im Verhältnis zur Voraussetzung hervor.

Folgerichtig benennt den stimmigen Zusammenhang. Unvernünftig bewertet ein Vorgehen allgemeiner. Eine folgewidrige Begründung sollte durch den genauen Bruch erklärt werden; ein bloßes Missfallen an der Entscheidung reicht nicht aus.

Schreibweise und Grammatik

Folgewidrig wird zusammengeschrieben. Der Bestandteil widrig enthält kein zusätzliches e: Er ist nicht mit wieder im Sinn von erneut zu verwechseln. Formen sind ein folgewidriger Schluss, eine folgewidrige Entscheidung und mit folgewidrigen Begründungen. Das Nomen lautet Folgewidrigkeit.

Steigerung

Folgewidrig wird gewöhnlich nicht gesteigert. Für die Analyse zählt, worin der logische Bruch besteht. Deutlich folgewidrig oder mehrfach widersprüchlich kann genauer sein als eine künstliche Rangfolge. Folgewidriger in ein folgewidriger Schluss ist eine Beugungsform der Grundstufe und kein Komparativ.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfolgewidrigerfolgewidrigefolgewidrigesfolgewidrige
Genitivfolgewidrigenfolgewidrigerfolgewidrigenfolgewidriger
Dativfolgewidrigemfolgewidrigerfolgewidrigemfolgewidrigen
Akkusativfolgewidrigenfolgewidrigefolgewidrigesfolgewidrige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfolgewidrigefolgewidrigefolgewidrigefolgewidrigen
Genitivfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigen
Dativfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigen
Akkusativfolgewidrigenfolgewidrigefolgewidrigefolgewidrigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfolgewidrigerfolgewidrigefolgewidrigesfolgewidrigen
Genitivfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigen
Dativfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigenfolgewidrigen
Akkusativfolgewidrigenfolgewidrigefolgewidrigesfolgewidrigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Auswahlrunde erklärt ein Schüler, dass ausschließlich die Lesbarkeit der Plakate zählen soll. Zwei Entwürfe sind gleich gut lesbar. Ohne einen weiteren Maßstab anzukündigen, lehnt er einen davon allein wegen seines höheren Materialpreises ab.

Die Begründung ist gemessen am angekündigten einzigen Maßstab folgewidrig. Der Schüler führt nachträglich den Preis als ausschlaggebend ein, ohne die Änderung zu erläutern. Der Preis könnte ein sinnvoller Gesichtspunkt sein, passt aber nicht zur zuvor behaupteten Ausschließlichkeit.

Der Absatz kritisiert die unstimmige Begründung und verwirft das neue Kriterium nicht grundsätzlich. Eine offene Korrektur der Auswahlregeln würde die Lage verändern. Damit bleibt erkennbar, welcher konkrete Schritt den Vorwurf der Folgewidrigkeit trägt.

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