forstwirtschaftlich

Forstwirtschaftlich: die Bewirtschaftung und Nutzung von Wäldern sowie das entsprechende Arbeitsgebiet betreffend.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet forstwirtschaftlich?

Forstwirtschaftlich bezeichnet einen Bezug zur Forstwirtschaft. Es kann um die Pflege und Entwicklung von Waldbeständen, um ihre Nutzung oder um die Organisation entsprechender Arbeiten gehen. Das Adjektiv benennt einen Tätigkeitsbereich und nicht einfach alles, was sich im Wald befindet.

Eine forstwirtschaftliche Planung betrachtet den Wald unter dem Gesichtspunkt seiner Bewirtschaftung. Dabei können wirtschaftliche, ökologische und weitere gesellschaftliche Anforderungen zusammentreffen. Das Wort allein sagt noch nicht, wie gut diese Anforderungen in einer bestimmten Planung berücksichtigt werden.

Forstwirtschaftlich bedeutet daher nicht automatisch nachhaltig oder naturverträglich. Solche Eigenschaften müssen zusätzlich beschrieben und begründet werden. Umgekehrt beschränkt sich eine Betrachtung der Forstwirtschaft nicht notwendig auf das Fällen von Bäumen; auch längerfristige Entwicklung und Pflege gehören zum Themenfeld.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Bericht erklärt einen forstwirtschaftlichen Arbeitsablauf.“ Er behandelt eine Tätigkeit aus der Waldbewirtschaftung.
  • „Die Karte unterscheidet Erholungswege und forstwirtschaftliche Zufahrten.“ Die Bezeichnungen nennen unterschiedliche Nutzungszwecke.
  • „Der Text untersucht die Folgen einer forstwirtschaftlichen Maßnahme.“ Die Zugehörigkeit zum Bereich ersetzt keine Bewertung der Folgen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Botanisch betrifft die Pflanzenkunde. Forstwirtschaftlich richtet den Blick auf die Bewirtschaftung von Wäldern. Botanische Kenntnisse können dabei nützlich sein, doch eine botanische Beschreibung ist noch kein Bewirtschaftungsplan.

Holzhaltig bezeichnet einen stofflichen Anteil oder, im Papierbereich, einen bestimmten Zusammenhang mit Holzstoff. Forstwirtschaftlich bezeichnet dagegen einen Wirtschafts- und Arbeitsbereich. Die Wörter können sich auf denselben Rohstoffzusammenhang beziehen, sagen aber Unterschiedliches aus.

Schreibweise und Grammatik

Forstwirtschaftlich wird zusammengeschrieben. Die Folge forst- bleibt erhalten; das Wort beginnt nicht mit forscht-. Als Adjektiv wird es gebeugt: ein forstwirtschaftlicher Betrieb, eine forstwirtschaftliche Nutzung, mit forstwirtschaftlichen Maßnahmen. In forstwirtschaftlich genutzt bleibt es ohne Endung. Das Nomen Forstwirtschaft wird großgeschrieben.

Steigerung

Für den Bezug auf das Arbeitsgebiet ist keine gewöhnliche Steigerung üblich. Stärker forstwirtschaftlich genutzt oder intensiver bewirtschaftet beschreibt eine Abstufung genauer. Forstwirtschaftlicher in ein forstwirtschaftlicher Betrieb ist eine Endungsform der Grundstufe. Die Intensität einer Nutzung ist von ihrer bloßen Zuordnung zu unterscheiden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativforstwirtschaftlicherforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichesforstwirtschaftliche
Genitivforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlicherforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlicher
Dativforstwirtschaftlichemforstwirtschaftlicherforstwirtschaftlichemforstwirtschaftlichen
Akkusativforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichesforstwirtschaftliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichen
Genitivforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichen
Dativforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichen
Akkusativforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativforstwirtschaftlicherforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichesforstwirtschaftlichen
Genitivforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichen
Dativforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlichen
Akkusativforstwirtschaftlichenforstwirtschaftlicheforstwirtschaftlichesforstwirtschaftlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Unterrichtssituation beschreibt eine Klasse einen Wald. Eine Gruppe sammelt Merkmale der dortigen Pflanzen. Eine zweite untersucht einen erfundenen Plan zur Pflege und Nutzung des Bestands. Bei der Vorstellung benennen beide Gruppen ihre jeweilige Blickrichtung.

Die zweite Gruppe beschäftigt sich mit einer forstwirtschaftlichen Fragestellung. Sie untersucht geplante Eingriffe und deren Zusammenhang mit der Bewirtschaftung. Ob der Plan ökologisch oder wirtschaftlich überzeugt, ist damit noch nicht entschieden und müsste gesondert begründet werden.

Das Beispiel trennt Sachgebiet und Bewertung. Es macht zudem deutlich, weshalb die reine Beschreibung einer Pflanzenart eine andere Aufgabe erfüllt als die Untersuchung einer Nutzung. Der erfundene Plan behauptet keine tatsächliche Praxis in einem bestimmten Wald.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.