fürstlich

Fürstlich: den Fürstenstand betreffend; übertragen besonders prächtig, großzügig oder reichlich.

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Was bedeutet fürstlich?

Fürstlich kann zunächst einen Bezug zu einem Fürsten, einer Fürstin oder dem entsprechenden Adelsstand ausdrücken. Eine fürstliche Familie ist in dieser Bedeutung keine bloß besonders wohlhabende Familie. Es geht um eine soziale beziehungsweise historische Zuordnung.

Im übertragenen Gebrauch steht dagegen die Vorstellung großer Pracht oder Großzügigkeit im Vordergrund. Fürstlich bewirtet zu werden bedeutet, besonders reichlich und aufwendig versorgt zu werden. Ein fürstliches Geschenk kann außergewöhnlich großzügig ausfallen, ohne von einer adligen Person zu stammen.

Die übertragene Bedeutung enthält eine Wertung. Sie hebt hervor, dass etwas über das gewöhnlich Erwartete hinausgeht. Ob diese Wertung angemessen ist, hängt vom Zusammenhang ab. Besonders kostspielig und besonders aufmerksam sind außerdem nicht in jeder Situation dasselbe.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Roman beschreibt die fürstliche Familie des erfundenen Landes.“ Hier geht es um die Stellung innerhalb der erzählten Gesellschaft.
  • „Die Gäste werden fürstlich bewirtet.“ Die Bewirtung fällt besonders reichlich oder prächtig aus.
  • „Sie nennt das Geschenk fürstlich.“ Die Sprecherin bewertet den Umfang als außergewöhnlich großzügig.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Großzügig kann auch den Umgang mit Zeit, Wissen, Regeln oder kleinen Fehlern betreffen. Fürstlich hebt bei Gaben und Bewirtung besonders die Fülle und Pracht hervor. Eine großzügige Geste muss nicht luxuriös ausfallen.

Feudal kann ebenfalls einen herrschaftlichen Eindruck beschreiben, besitzt aber weitere gesellschaftliche und politische Bedeutungen. Fürstlich hat dagegen den ausdrücklichen Bezug zum Fürstenstand beziehungsweise zur bildhaften Vorstellung seines Aufwandes.

Schreibweise und Grammatik

Fürstlich wird mit ü geschrieben und im gewöhnlichen Gebrauch klein gesetzt: ein fürstliches Haus, die fürstliche Familie, mit fürstlichen Gaben. In bestimmten Titeln und festgelegten Namen kann Großschreibung vorkommen. Fürstlich in fürstlich bewirtet bleibt endungslos; die Tabellen zeigen den Gebrauch vor einem Nomen.

Steigerung

In der Bedeutung prächtig oder großzügig sind fürstlicher und am fürstlichsten möglich. Die Zugehörigkeit zum Fürstenstand wird dagegen nicht auf diese Weise abgestuft. Fürstlicher in ein fürstlicher Empfang kann bloß eine Endungsform der Grundstufe sein. Der Zusammenhang zeigt, ob tatsächlich verglichen wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfürstlicherfürstlichefürstlichesfürstliche
Genitivfürstlichenfürstlicherfürstlichenfürstlicher
Dativfürstlichemfürstlicherfürstlichemfürstlichen
Akkusativfürstlichenfürstlichefürstlichesfürstliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfürstlichefürstlichefürstlichefürstlichen
Genitivfürstlichenfürstlichenfürstlichenfürstlichen
Dativfürstlichenfürstlichenfürstlichenfürstlichen
Akkusativfürstlichenfürstlichefürstlichefürstlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfürstlicherfürstlichefürstlichesfürstlichen
Genitivfürstlichenfürstlichenfürstlichenfürstlichen
Dativfürstlichenfürstlichenfürstlichenfürstlichen
Akkusativfürstlichenfürstlichefürstlichesfürstlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung lädt eine Familie ihre Nachbarn zum Essen ein. Der Tisch ist reich gedeckt, und die Gäste werden aufmerksam versorgt. Ein Gast nennt die Bewirtung fürstlich, obwohl niemand in der Szene adlig ist.

Fürstlich bewertet die besonders reichliche Bewirtung. Die Formulierung ist bildhaft und sagt nichts über die Herkunft der Gastgeber aus. Ihre Aufmerksamkeit zeigt sich zusätzlich darin, dass sie auf die Wünsche der Gäste eingehen.

Der Absatz unterscheidet das sprachliche Bild vom gesellschaftlichen Rang. Er macht außerdem sichtbar, dass Aufwand und Fürsorge getrennt beobachtet werden können. Die erfundene Szene erklärt die Wertung, ohne aus einer einzelnen Einladung eine umfassende Charaktereigenschaft abzuleiten.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.