gerollt

Gerollt: Durch Rollen in eine Form oder Lage gebracht; bei Lauten mit einer raschen Folge von Verschluss und Öffnung gebildet.

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Was bedeutet gerollt?

Gerollt kann den Zustand nach einem Rollvorgang bezeichnen. Ein gerolltes Blatt ist zu einer Rolle geformt und nicht flach ausgebreitet. Andere Verbindungen beziehen sich auf das Bearbeiten oder Bewegen eines Gegenstands. Das zugehörige Verb rollen hat mehrere Bedeutungen; deshalb muss das Nomen mitgelesen werden.

In der Lautbeschreibung bezeichnet ein gerolltes R eine vibrierende Aussprache mit einer schnellen Folge von Verschluss und Öffnung. Das Rollen kann an unterschiedlichen Artikulationsstellen erfolgen. Der Ausdruck ist daher nicht ausschließlich eine Bezeichnung für die Beteiligung der Zungenspitze. Auch ist nicht jede Aussprache des Buchstabens r gerollt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die gerollte Zeichnung liegt in einer Pappröhre.“ Das Blatt ist zu einer Rolle geformt.
  • „Die Gruppe vergleicht ein gerolltes und ein gefaltetes Tuch.“ Die Gegenstände unterscheiden sich durch die Art ihrer Formung.
  • „In der Aufnahme ist ein gerolltes R zu hören.“ Die Aussage betrifft die Bildung eines Lauts, nicht die Form des Buchstabens.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Gefaltet bezeichnet eine andere Art, eine Fläche zusammenzulegen. Rund nennt eine Form, ohne einen Rollvorgang zu behaupten. Ein runder Gegenstand muss also nicht gerollt worden sein. Rollend beschreibt häufig einen laufenden Vorgang, gerollt dagegen dessen Ergebnis oder eine besondere Lautbildung.

Bei Lauten ist vibrierend ein naher Fachausdruck. Gerundet betrifft in der Vokalbeschreibung hingegen die Lippenrundung. Ein gerollter Konsonant und ein gerundeter Vokal werden nach unterschiedlichen Merkmalen beschrieben.

Schreibweise und Grammatik

Gerollt wird mit doppeltem l geschrieben und ist das Partizip II von rollen. Als Eigenschaft vor einem Nomen wird es gebeugt: ein gerolltes Blatt, eine gerollte Decke, mit gerollten Zeichnungen. In Sie hat das Blatt gerollt gehört dieselbe Form dagegen zum Verbgefüge.

Steigerung

Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich. Bei Gegenständen passen präzisere Angaben wie enger gerollt oder lockerer gerollt. Bei Lauten kann eine Beschreibung der konkreten Aussprache nötig sein. Ein pauschales „gerollter“ erklärt nicht, welcher Unterschied tatsächlich gehört wurde.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgerolltergerolltegerolltesgerollte
Genitivgerolltengerolltergerolltengerollter
Dativgerolltemgerolltergerolltemgerollten
Akkusativgerolltengerolltegerolltesgerollte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgerolltegerolltegerolltegerollten
Genitivgerolltengerolltengerolltengerollten
Dativgerolltengerolltengerolltengerollten
Akkusativgerolltengerolltegerolltegerollten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgerolltergerolltegerolltesgerollten
Genitivgerolltengerolltengerolltengerollten
Dativgerolltengerolltengerolltengerollten
Akkusativgerolltengerolltegerolltesgerollten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Ausstellungsteam sollen große Papierzeichnungen transportiert werden. Eine Person schlägt vor, sie zu falten, eine andere möchte sie in einer Röhre aufbewahren. Für die Liste beschreibt das Team den vorgesehenen Zustand jeder Zeichnung ausdrücklich als gerollt.

Die Zeichnungen werden gerollt in einer Röhre aufbewahrt. Das Wort kennzeichnet hier die Form der Blätter und unterscheidet sie von gefalteten Exemplaren. Über die dargestellten Motive oder den künstlerischen Wert der Zeichnungen sagt es nichts aus.

Der Absatz erklärt den Gebrauch am Gegenstand und bleibt bei der beschriebenen Aufbewahrungsform. Er ist keine allgemeine Empfehlung für empfindliche Kunstwerke. In einem anderen Zusammenhang, etwa einer Ausspracheübung, müsste dieselbe Wortform anhand des Lauts statt anhand eines Blattes erläutert werden.

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