gesucht

Gesucht: Begehrt oder nachgefragt; in gehobenem, veraltendem Gebrauch auch angestrengt gekünstelt. Als Partizip bezeichnet es außerdem etwas, wonach gesucht wird.

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Was bedeutet gesucht?

Gesucht kann etwas Begehrtes bezeichnen. Eine gesuchte Sammlerausgabe ist für Interessierte attraktiv und wird nachgefragt. Das Adjektiv nennt noch keinen Preis und beweist keine bestimmte Qualität. Nachfrage und sachliche Bewertung eines Gegenstands sind verschiedene Gesichtspunkte.

Eine andere Bedeutung liegt bei einer gesuchten Ausdrucksweise vor. Hier wirkt die Formulierung angestrengt, künstlich oder übermäßig ausgefeilt. Dieser gehobene, veraltende Gebrauch enthält eher Kritik. Zusätzlich gibt es das gewöhnliche Partizip zu suchen: Der gesuchte Schlüssel ist schlicht der Schlüssel, den jemand zu finden versucht.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die kleine Ausgabe ist unter Sammlerinnen gesucht.“ Gemeint ist ihre Nachfrage innerhalb einer bestimmten Gruppe.
  • „Der Brief wirkt durch seine gesuchten Wendungen unnatürlich.“ Gesucht kritisiert hier eine gekünstelte Ausdrucksweise.
  • „Der lange gesuchte Schlüssel liegt in der Manteltasche.“ Die Form bezieht sich auf die vorausgegangene Suche nach dem Gegenstand.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Begehrt passt zur Nachfragebedeutung, gekünstelt zur Stilkritik. Die Wörter sind daher nicht in jedem Satz austauschbar. Eine gesuchte Münze wird nicht als sprachlich künstlich beschrieben, während ein gesuchter Vergleich keineswegs besonders beliebt sein muss.

Beliebt bezeichnet Zustimmung oder Zuneigung. Gesucht kann sich enger auf Nachfrage richten. Sorgfältig ist bei einer Formulierung meist positiv; gesucht im kritischen Stilsinn wirft ihr dagegen gerade eine unecht wirkende Anstrengung vor.

Schreibweise und Grammatik

Gesucht wird mit u und der Endung -t geschrieben. Vor einem Nomen wird es gebeugt: ein gesuchter Gegenstand, eine gesuchte Wendung, mit gesuchten Ausdrücken. Im Verbgefüge hat den Schlüssel gesucht bleibt es ungebeugt. Die Endungen allein verraten nicht, welche der Bedeutungen gemeint ist.

Steigerung

In den bewertenden Bedeutungen sind Vergleiche wie gesuchter oder am gesuchtesten möglich. Meist ist stärker nachgefragt beziehungsweise noch gekünstelter eindeutiger. Bei einer tatsächlichen Suche werden dagegen etwa Dauer oder Intensität benannt: länger gesucht oder gründlicher gesucht.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgesuchtergesuchtegesuchtesgesuchte
Genitivgesuchtengesuchtergesuchtengesuchter
Dativgesuchtemgesuchtergesuchtemgesuchten
Akkusativgesuchtengesuchtegesuchtesgesuchte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgesuchtegesuchtegesuchtegesuchten
Genitivgesuchtengesuchtengesuchtengesuchten
Dativgesuchtengesuchtengesuchtengesuchten
Akkusativgesuchtengesuchtegesuchtegesuchten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgesuchtergesuchtegesuchtesgesuchten
Genitivgesuchtengesuchtengesuchtengesuchten
Dativgesuchtengesuchtengesuchtengesuchten
Akkusativgesuchtengesuchtegesuchtesgesuchten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Schreibkurs möchte eine Figur einen einfachen Dankesbrief besonders eindrucksvoll gestalten. Sie ersetzt klare Sätze durch komplizierte Bilder und feierliche Wendungen. Beim Vorlesen wirken die Formulierungen auf eine Mitschülerin auffällig unnatürlich.

Die Mitschülerin empfindet den Briefstil als gesucht. Damit meint sie keine besonders begehrte Textform, sondern den Eindruck angestrengter Künstlichkeit. Die ungewöhnlichen Bilder erschweren aus ihrer Sicht die schlichte Mitteilung des Dankes.

Der Absatz benennt die gemeinte Bedeutung und kennzeichnet das Stilurteil als Wahrnehmung einer Figur. Er erklärt ungewöhnliche Sprache nicht grundsätzlich zum Fehler. In einem anderen Text könnten gerade auffällige Bilder gewollt sein und eine nachvollziehbare ästhetische Aufgabe erfüllen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.