goldig
Goldig: Umgangssprachlich: auf rührende Weise reizend oder sehr nett; selten auch golden leuchtend.
Was bedeutet goldig?
Goldig drückt im heutigen Alltagsgebrauch meist liebevolle Zuneigung oder Rührung aus. Eine kleine Geste, ein Tier oder ein Gegenstand kann auf jemanden goldig wirken. Das Urteil sagt etwas über die Reaktion der betrachtenden Person und ist keine messbare Eigenschaft des Beschriebenen.
Das Wort kann sowohl das Aussehen als auch menschliches Verhalten bewerten. Ein goldiges Geschenk muss nicht besonders teuer sein; entscheidend kann die als aufmerksam empfundene Idee sein. Seltener bezeichnet goldig einen goldenen Schimmer. Diese Farbbedeutung ist von der wertenden Alltagsbedeutung zu unterscheiden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Figur findet die winzige bemalte Schachtel goldig.“ Sie reagiert gerührt oder liebevoll auf deren Erscheinung.
- „Dass du mir einen Platz freigehalten hast, ist goldig.“ Das Wort würdigt hier eine nette Handlung.
- „Auf dem Wasser liegt ein goldiger Schimmer.“ In dieser selteneren Verwendung geht es um eine golden wirkende Lichtfarbe.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Niedlich liegt bei einem reizenden Aussehen nahe. Nett passt besonders zu einer freundlichen Handlung. Goldig fügt häufig eine stärker gerührte, liebevolle Reaktion hinzu. Apart hebt eher eine besondere, ansprechende Erscheinung hervor und hat einen anderen Ton.
Golden ist für die Material- oder Farbbedeutung geläufiger. Eine goldige Handlung enthält selbstverständlich kein Gold. Bei Erwachsenen kann die Bezeichnung je nach Beziehung auch verniedlichend oder herablassend wirken; deshalb ist nicht allein das positive Wörterbuchurteil, sondern die konkrete Gesprächssituation wichtig.
Schreibweise und Grammatik
Goldig wird mit d vor -ig geschrieben. Formen sind ein goldiger Einfall, eine goldige Geste, mit goldigen Einzelheiten. Nach finden bleibt es ungebeugt: Sie findet die Idee goldig. Substantiviert wird großgeschrieben: etwas Goldiges. Die einfache Schreibung des Stamms bleibt bei der Beugung erhalten.
Steigerung
Die Steigerung lautet goldig – goldiger – am goldigsten. Sie passt besonders zum Vergleich subjektiv reizender oder netter Dinge. Dabei sollte erkennbar sein, wessen Empfinden dargestellt wird. Ein Erzähler kann die Wertung einer Figur wiedergeben, ohne sie selbst uneingeschränkt zu teilen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | goldiger | goldige | goldiges | goldige |
| Genitiv | goldigen | goldiger | goldigen | goldiger |
| Dativ | goldigem | goldiger | goldigem | goldigen |
| Akkusativ | goldigen | goldige | goldiges | goldige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | goldige | goldige | goldige | goldigen |
| Genitiv | goldigen | goldigen | goldigen | goldigen |
| Dativ | goldigen | goldigen | goldigen | goldigen |
| Akkusativ | goldigen | goldige | goldige | goldigen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | goldiger | goldige | goldiges | goldigen |
| Genitiv | goldigen | goldigen | goldigen | goldigen |
| Dativ | goldigen | goldigen | goldigen | goldigen |
| Akkusativ | goldigen | goldige | goldiges | goldigen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Geschichte bemerkt eine Figur, dass ihre Freundin kleine Zettel als Lesezeichen benutzt. Sie faltet ihr daraufhin ein Lesezeichen in Tierform und legt es ins Buch. Die Freundin nennt die unerwartete Aufmerksamkeit goldig.
Die Freundin bewertet das selbst gemachte Lesezeichen als goldig, weil sie die kleine Aufmerksamkeit als besonders nett empfindet. Der geringe materielle Aufwand mindert ihren persönlichen Wert nicht. Die Wortwahl vermittelt Rührung und Nähe zwischen den Figuren.
Der Absatz begründet die positive Reaktion mit einer konkreten Handlung und der Beziehung der Beteiligten. Er macht daraus kein allgemeines Urteil über den Geschmack aller Menschen. In einer anderen Situation könnte dieselbe Wortwahl verniedlichend wirken; die Zustimmung der Empfängerin ist hier deshalb ein wichtiger Teil der Szene.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
