gottgefällig

Gottgefällig: Nach religiöser Vorstellung Gottes Willen entsprechend oder auf Gottes Wohlgefallen gerichtet.

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Was bedeutet gottgefällig?

Gottgefällig bewertet eine Handlung oder Lebensführung nach einem religiösen Maßstab. Gemeint ist, dass sie als Gott wohlgefällig oder seinem Willen entsprechend verstanden wird. Die Aussage setzt eine Vorstellung davon voraus, was Gott will. Diese Vorstellung muss aus dem jeweiligen Zusammenhang erschlossen werden.

In einem erzählenden oder erklärenden Text sollte erkennbar bleiben, wer die Bewertung vornimmt. Eine Figur kann ein Verhalten für gottgefällig halten, während eine andere ihrer Begründung widerspricht. Das Adjektiv benennt dann eine religiöse Deutung und nicht eine von jeder Perspektive unabhängige Eigenschaft.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur versteht ihre Hilfe als gottgefälliges Handeln.“ Der Satz ordnet die religiöse Bewertung ausdrücklich der Figur zu.
  • „Die Predigt erläutert, was in diesem Zusammenhang als gottgefällig gilt.“ Der Maßstab wird innerhalb einer bestimmten religiösen Rede entwickelt.
  • „Die beiden Figuren streiten darüber, welches Verhalten gottgefällig sei.“ Die gemeinsame religiöse Frage führt nicht notwendig zu derselben Antwort.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Fromm beschreibt häufig eine vom Glauben geprägte Haltung oder Lebensführung. Gottgefällig beurteilt stärker die Übereinstimmung mit einem angenommenen göttlichen Willen. Eine Figur kann sich also als fromm verstehen und trotzdem über das gottgefällige Handeln im Einzelfall unsicher sein.

Gläubig bezeichnet das Haben eines Glaubens. Gefällig kann hingegen auch im allgemeinen Sinn angenehm, ansprechend oder hilfsbereit bedeuten. Der Bestandteil gott- legt bei gottgefällig einen besonderen religiösen Bezug fest; bloßes Gefallen bei anderen Menschen reicht dafür nicht aus.

Schreibweise und Grammatik

Gottgefällig wird zusammengeschrieben, mit tt und ä sowie doppeltem l. Formen sind ein gottgefälliger Entschluss, eine gottgefällige Handlung, mit gottgefälligen Werken. Das Adjektiv steht im gewöhnlichen Satz klein. Nach sein bleibt die Grundform: Sie hält das Verhalten für gottgefällig.

Steigerung

Vergleichsformen wie gottgefälliger und am gottgefälligsten können innerhalb einer religiösen Bewertung auftreten. Sie vergleichen dann angenommene Übereinstimmung oder Eignung, keine objektiv messbare Eigenschaft. Für eine genaue Erklärung sollte der zugrunde gelegte religiöse Maßstab ausdrücklich genannt werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgottgefälligergottgefälligegottgefälligesgottgefällige
Genitivgottgefälligengottgefälligergottgefälligengottgefälliger
Dativgottgefälligemgottgefälligergottgefälligemgottgefälligen
Akkusativgottgefälligengottgefälligegottgefälligesgottgefällige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgottgefälligegottgefälligegottgefälligegottgefälligen
Genitivgottgefälligengottgefälligengottgefälligengottgefälligen
Dativgottgefälligengottgefälligengottgefälligengottgefälligen
Akkusativgottgefälligengottgefälligegottgefälligegottgefälligen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgottgefälligergottgefälligegottgefälligesgottgefälligen
Genitivgottgefälligengottgefälligengottgefälligengottgefälligen
Dativgottgefälligengottgefälligengottgefälligengottgefälligen
Akkusativgottgefälligengottgefälligegottgefälligesgottgefälligen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung will eine Figur Geld für ein großes Fest ausgeben. Eine andere schlägt vor, damit bedürftige Nachbarn zu unterstützen, und nennt dies gottgefälliger. Die erste fragt nach der religiösen Begründung dieses Vergleichs.

Die zweite Figur bewertet die Unterstützung der Nachbarn als gottgefälliger als das geplante Fest. Ihr Urteil setzt voraus, dass diese Form der Hilfe dem von ihr angenommenen göttlichen Willen stärker entspricht. Die Szene zeigt damit zunächst ihre religiöse Gewichtung der beiden Möglichkeiten.

Der Absatz erklärt die Perspektive der Figur, ohne ihren Maßstab für alle Religionen oder Menschen verbindlich zu erklären. Für eine Charakterisierung ist zusätzlich wichtig, ob sie die vorgeschlagene Hilfe selbst leistet und andere Sichtweisen anhört. Das wertende Adjektiv allein beweist noch keine entsprechende Lebensführung.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.