labiodental

Labiodental bezeichnet einen Laut, der mit Unterlippe und oberen Schneidezähnen gebildet wird. Die deutschen Laute [f] und [v], etwa am Anfang von „Fisch“ und „Weg“, sind typische Beispiele.

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Was bedeutet labiodental?

Das Wort benennt in der Phonetik den Artikulationsort. Beim Sprechen von [f] oder [v] entsteht zwischen Unterlippe und oberen Schneidezähnen eine Enge, durch die Luft strömt. Bei der deutschen Aussprache von [v] kommt gewöhnlich die Stimme hinzu; [f] ist stimmlos. Der Artikulationsort kann also gleich sein, obwohl sich die Laute in einem anderen Merkmal unterscheiden.

Die deutsche Bezeichnung Lippenzahnlaut hilft beim Verständnis des Fachwortes. Entscheidend ist die Bildung des Lautes. Der Buchstabe v steht in „Vater“ für [f], in „Vase“ für [v]; beide Lautungen sind labiodental. Daraus folgt nicht, dass ein Buchstabe an sich einen unveränderlichen Artikulationsort besitzt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Schülerin spricht ein langes [f] und beobachtet die labiodentale Stellung von Lippe und Zähnen.“ Der Satz bezieht den Fachbegriff auf eine sichtbare Artikulationsbewegung.
  • „In „Wasser“ beginnt die übliche deutsche Aussprache mit einem stimmhaften labiodentalen Laut.“ Gemeint ist [v]. „Stimmhaft“ ergänzt die Angabe des Artikulationsortes.
  • „Die Lehrerin unterscheidet die labiodentale Bildung von [f] vom Lippenverschluss bei [p].“ Der Vergleich trennt labiodentale von bilabialer Artikulation.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Labial ist der weitere Begriff für eine maßgebliche Lippenbeteiligung. Bilabial bedeutet, dass beide Lippen zusammenwirken. Labiodental benennt dagegen gerade die Verbindung von Lippe und Zähnen.

Die Bezeichnungen beantworten nicht alle Fragen über einen Laut. Ein Reibelaut wird nach der Art der Luftführung beschrieben, ein labiodentaler Laut nach dem Ort der Artikulation. [f] lässt sich mit beiden Angaben bestimmen.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv wird zusammengeschrieben: labiodental, nicht „labio dental“. Vor einem Nomen wird es gebeugt: ein labiodentaler Reibelaut, mit labiodentaler Artikulation. Als adverbiale Bestimmung bleibt es endungslos: labiodental sprechen. Das substantivierte der Labiodental wird großgeschrieben.

Steigerung

Der Artikulationsort ist eine fachliche Zuordnung. Die üblichen Beschreibungen verwenden daher keine Steigerungsreihe. Ein labiodentaler Laut ist die gebeugte Grundform, keine Aussage darüber, dass ein Laut „mehr labiodental“ sei.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlabiodentalerlabiodentalelabiodentaleslabiodentale
Genitivlabiodentalenlabiodentalerlabiodentalenlabiodentaler
Dativlabiodentalemlabiodentalerlabiodentalemlabiodentalen
Akkusativlabiodentalenlabiodentalelabiodentaleslabiodentale
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlabiodentalelabiodentalelabiodentalelabiodentalen
Genitivlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalen
Dativlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalen
Akkusativlabiodentalenlabiodentalelabiodentalelabiodentalen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlabiodentalerlabiodentalelabiodentaleslabiodentalen
Genitivlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalen
Dativlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalenlabiodentalen
Akkusativlabiodentalenlabiodentalelabiodentaleslabiodentalen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Für ein Lernplakat soll eine Gruppe den Unterschied zwischen [f] und [v] mit möglichst wenig Fachsprache erklären.

Bei [f] und [v] berührt die Unterlippe die oberen Schneidezähne; beide Laute sind labiodental. Beim [v] schwingen zusätzlich die Stimmlippen. Prüfe deshalb nacheinander: Wo entsteht der Laut, und ist dabei die Stimme beteiligt?

Die Erklärung trennt zwei Beobachtungen, statt beide unter einem ungenauen Etikett zusammenzufassen. Das Lernplakat dient der Unterscheidung der Laute. Es ist keine Anleitung zur Beurteilung oder Behandlung von Sprechstörungen.

Bezeichnet „labiodental“ die Lautstärke?

Nein. Das Wort bestimmt den Artikulationsort. Lautstärke und Stimmhaftigkeit sind andere Merkmale.

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