lau

Lau bedeutet mäßig warm, weder deutlich kalt noch heiß. Übertragen kann es auch eine wenig entschiedene, halbherzige oder schwach ausgeprägte Haltung bezeichnen.

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Was bedeutet lau?

Bei Luft und Wetter klingt lau häufig angenehm: Ein lauer Abend kann mild und wohltuend sein. Bei einer Speise, die heiß erwartet wird, kann dasselbe Wort Enttäuschung ausdrücken. Der Temperaturbereich wird nicht durch eine feste Gradzahl bestimmt.

Die übertragene Verwendung beschreibt mangelnde Entschiedenheit oder geringe innere Beteiligung. Eine laue Unterstützung fällt beispielsweise schwach aus. Der Kontext muss zeigen, woran das erkennbar ist; geringe Lautstärke allein beweist keine geringe Überzeugung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Durch das Fenster kam laue Abendluft herein.“ Die milde Temperatur wird in einem angenehmen Zusammenhang beschrieben.
  • „Nach dem langen Gespräch war der Tee nur noch lau.“ Die erwartete Wärme hat abgenommen; eine exakte Temperatur bleibt offen.
  • „Seine laue Unterstützung bestand aus einer knappen Zusage ohne weitere Beteiligung.“ Das Verhalten erklärt die übertragene Bewertung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Lauwarm ist bei Temperaturen bedeutungsnah und kann ebenfalls geringe Begeisterung ausdrücken. Mild besitzt weitere Bedeutungen, etwa bei Geschmack oder Strenge.

Für lau bedeutet umgangssprachlich kostenlos. Diese feste Wendung ist nicht als Temperaturangabe zu verstehen. Ein Konzert „für lau“ muss weder kühl noch halbherzig sein.

Schreibweise und Grammatik

Lau wird ohne h geschrieben. Vor einem Nomen entstehen Formen wie laue Luft, ein lauer Abend und mit lauem Wasser. Die Endungen werden an lau- angefügt. Lauer kann deshalb eine gebeugte Grundform oder eine Vergleichsform sein.

Steigerung

Die Steigerung lautet lau – lauer – am lauesten; auch am lausten ist belegt. Bei Temperaturvergleichen sind genaue Angaben oft klarer, weil lau einen mittleren und kontextabhängigen Eindruck bezeichnet.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlauerlauelaueslaue
Genitivlauenlauerlauenlauer
Dativlauemlauerlauemlauen
Akkusativlauenlauelaueslaue
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlauelauelauelauen
Genitivlauenlauenlauenlauen
Dativlauenlauenlauenlauen
Akkusativlauenlauelauelauen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlauerlauelaueslauen
Genitivlauenlauenlauenlauen
Dativlauenlauenlauenlauen
Akkusativlauenlauelaueslauen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Erzählung schildert denselben Abend aus zwei Perspektiven: Eine Figur freut sich über die milde Luft, die andere über den abgekühlten Tee weniger.

Die laue Luft machte das Sitzen auf der Terrasse angenehm. Der Tee in ihrer Tasse war inzwischen ebenfalls lau, aber darauf reagierte sie enttäuscht. Dasselbe Temperaturwort erhält durch die unterschiedliche Erwartung eine andere Wertung.

Die Gegenüberstellung zeigt, wie der Kontext über die Wirkung eines Adjektivs entscheidet. Das Wort selbst bedeutet weder grundsätzlich angenehm noch grundsätzlich schlecht.

Ist lau immer eine negative Bewertung?

Nein. Laue Abendluft kann angenehm sein. Bei heiß erwartetem Essen kann lau dagegen Enttäuschung ausdrücken.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.