ledig

Ledig bezeichnet als Familienstand jemanden, der noch nie verheiratet war. In der gehobenen Wendung einer Sache ledig sein bedeutet es dagegen von etwas frei oder entlastet sein.

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Was bedeutet ledig?

Der Familienstand sagt nichts darüber aus, ob jemand in einer Partnerschaft lebt. Eine ledige Person kann eine feste Beziehung führen. Umgekehrt ist eine geschiedene oder verwitwete Person zwar nicht aktuell verheiratet, wird aber nicht einfach dem Familienstand ledig gleichgesetzt.

Die zweite Bedeutung steht besonders mit dem Genitiv: der Sorge ledig. In älteren Texten kann ein lediges Kind ein außerhalb einer Ehe geborenes Kind bezeichnen; diese historische Benennung sollte nicht als heutige Bewertung übernommen werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Auf die Frage nach ihrem Familienstand antwortet sie „ledig“.“ Die Antwort betrifft eine Eheschließung, nicht ihr gegenwärtiges Liebesleben.
  • „Nach der Übergabe war er dieser Aufgabe ledig.“ Er war von der Aufgabe entbunden.
  • „Im alten Dokument wird von einem ledigen Kind gesprochen.“ Die Bedeutung ergibt sich hier aus historischem Sprachgebrauch und darf nicht als Beziehungsstatus eines Kindes missverstanden werden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Single bezieht sich gewöhnlich auf das Fehlen einer Partnerschaft. Unverheiratet kann weiter gefasst sein als ledig, weil auch eine frühere Ehe möglich ist.

Lediglich bedeutet nur oder bloß. Trotz der gemeinsamen Wortgestalt ist es kein Ersatz für die Familienstandsangabe.

Schreibweise und Grammatik

Beispiele sind eine ledige Person und der Verantwortung ledig. In der zweiten Konstruktion steht typischerweise ein Genitiv. Das Wort wird als Adjektiv kleingeschrieben; substantiviert etwa ein Lediger groß.

Steigerung

Beim Familienstand und in der Bedeutung frei von einer Sache ist normalerweise keine Steigerung nötig. Die sprachspielerische Form lediger schafft keinen zusätzlichen amtlichen Familienstand.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativledigerledigeledigesledige
Genitivledigenledigerledigenlediger
Dativledigemledigerledigemledigen
Akkusativledigenledigeledigesledige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativledigeledigeledigeledigen
Genitivledigenledigenledigenledigen
Dativledigenledigenledigenledigen
Akkusativledigenledigeledigeledigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativledigerledigeledigesledigen
Genitivledigenledigenledigenledigen
Dativledigenledigenledigenledigen
Akkusativledigenledigeledigesledigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Erzählung stellt ausdrücklich fest, dass zwei Menschen unverheiratet zusammenleben.

Obwohl beide ledig sind, teilen sie seit Jahren ihren Alltag. Wer daraus „beide sind Single“ macht, verändert die Aussage: Der Familienstand wurde dann fälschlich mit der Beziehungssituation gleichgesetzt.

Das Beispiel zeigt eine wichtige Grenze der Bedeutung. Ledig ist keine Aussage über Einsamkeit, Bindungsfähigkeit oder persönlichen Lebensentwurf.

Kann eine ledige Person in einer festen Partnerschaft leben?

Ja. Ledig beschreibt den Familienstand, nicht das Vorhandensein einer Partnerschaft.

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