madig

Madig bedeutet wörtlich, dass etwas von Maden befallen ist; umgangssprachlich kann es außerdem „schlecht“ heißen.

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Was bedeutet madig?

Bei Obst oder Pilzen bezeichnet das Wort einen Befall mit Larven. Es beschreibt damit einen konkreteren Zustand als verdorben: Verdorbenes muss nicht madig sein.

In jemandem etwas madig machen ist der Befall nur noch ein sprachliches Bild. Gemeint ist, etwas schlechtzureden und damit die Freude oder das Interesse daran zu mindern. Sachliche Kritik ist nicht automatisch Madigmachen; die Wendung enthält meist einen Vorwurf.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Beim Aufschneiden zeigt sich, dass der Apfel madig ist.“ Hier ist der Befall wörtlich gemeint.
  • „Lass dir den Ausflug nicht schon vorher madig machen.“ Andere reden das Vorhaben so schlecht, dass die Vorfreude leiden könnte.
  • „Die Figur beklagt sich über das madige Angebot.“ Madig steht hier umgangssprachlich für schlecht oder enttäuschend.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Faul und madig können gemeinsam vorkommen, bezeichnen aber nicht denselben Vorgang. Übertragen ist schlechtreden eine einfache Umschreibung für madig machen. Prüfen oder kritisieren kann dagegen begründet und konstruktiv erfolgen.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet madig, nicht mit langem ie. Die Wendung wird getrennt geschrieben: jemandem etwas madig machen. Die betroffene Person steht im Dativ, die Sache im Akkusativ.

Steigerung

Madiger – am madigsten kann den stärkeren Befall oder eine umgangssprachliche Bewertung ausdrücken. Bei einem konkreten Fund sagt eine Beschreibung wie von vielen Larven befallen oft mehr aus.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmadigermadigemadigesmadige
Genitivmadigenmadigermadigenmadiger
Dativmadigemmadigermadigemmadigen
Akkusativmadigenmadigemadigesmadige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmadigemadigemadigemadigen
Genitivmadigenmadigenmadigenmadigen
Dativmadigenmadigenmadigenmadigen
Akkusativmadigenmadigemadigemadigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmadigermadigemadigesmadigen
Genitivmadigenmadigenmadigenmadigen
Dativmadigenmadigenmadigenmadigen
Akkusativmadigenmadigemadigesmadigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Schülerin freut sich auf den Theaterbesuch. Ihr Bruder nennt das Stück schon vorab langweilig, ohne es zu kennen.

Der Bruder macht ihr den Theaterabend madig: Er wertet das Stück ab, obwohl er weder die Inszenierung gesehen noch den Text gelesen hat.

Die unbegründete Abwertung erklärt die Wendung. Ein konkreter Hinweis auf eine lange Spieldauer wäre dagegen für sich genommen noch kein Madigmachen.

Ist jeder faule Apfel madig?

Nein. Faul beschreibt einen Verderbszustand; madig bezeichnet einen Larvenbefall. Beides kann zusammen auftreten, muss es aber nicht.

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