medioker

Medioker bedeutet mittelmäßig oder ohne besondere Qualität. Das bildungssprachliche Wort wirkt häufig distanziert und abwertend.

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Was bedeutet medioker?

Medioker begegnet etwa in Kritiken zu Kunst, Texten oder Leistungen. Es sagt nicht, dass etwas vollständig misslungen ist, sondern dass es über das Mittelmaß kaum hinauskommt.

Weil das Wort ungebräuchlicher ist, kann es ein Urteil schärfer oder überheblicher klingen lassen. In einer hilfreichen Kritik sollten die konkreten Schwächen wichtiger sein als das Etikett.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Rezension nennt den Film medioker.“ Die Qualität wird als wenig herausragend bewertet.
  • „Zwischen starken Szenen stehen mehrere mediokre Dialoge.“ Die Kritik unterscheidet Teile des Werks.
  • „Ein teurer Einband macht einen mediokren Text nicht besser.“ Äußere Ausstattung und inhaltliche Qualität bleiben getrennt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Mittelmäßig ist die leichter verständliche Entsprechung. Miserabel urteilt deutlich härter und bedeutet sehr schlecht.

Durchschnittlich kann rein rechnerisch gemeint sein. Medioker ist gewöhnlich ein Qualitätsurteil, keine statistische Angabe.

Schreibweise und Grammatik

Die Grundform lautet medioker. In der Beugung kommen kurze Formen wie mediokre Dialoge und Formen mit erhaltenem e wie mediokere Dialoge vor. Die Tabellen zeigen die kurze Variante mit dem Stamm mediokr-.

Steigerung

Häufig genügt die Grundform. Vergleichsformen wie mediokrer oder mediokerer und am mediokersten kommen vor, wirken jedoch schwerfällig. Konkrete Qualitätsunterschiede sind meist verständlicher.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmediokrermediokremediokresmediokre
Genitivmediokrenmediokrermediokrenmediokrer
Dativmediokremmediokrermediokremmediokren
Akkusativmediokrenmediokremediokresmediokre
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmediokremediokremediokremediokren
Genitivmediokrenmediokrenmediokrenmediokren
Dativmediokrenmediokrenmediokrenmediokren
Akkusativmediokrenmediokremediokremediokren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmediokrermediokremediokresmediokren
Genitivmediokrenmediokrenmediokrenmediokren
Dativmediokrenmediokrenmediokrenmediokren
Akkusativmediokrenmediokremediokresmediokren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Rezension bewertet einen Roman mit gelungenem Anfang, aber wenig überzeugendem Schluss.

Der Schluss bleibt medioker: Die überraschende Versöhnung wird kaum vorbereitet, und der letzte Dialog wiederholt lediglich bekannte Aussagen. Der präzise beobachtete Beginn ist deutlich stärker.

Die Kritik erklärt ihr Urteil an Aufbau und Dialog. Sie macht den mäßigen Schluss nicht automatisch zum Urteil über jedes Kapitel.

Heißt medioker zwangsläufig völlig unbrauchbar?

Nein. Gemeint ist gewöhnlich Mittelmaß oder fehlende besondere Qualität; miserabel wäre ein viel schärferes Urteil.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.