mittelalterlich

Mittelalterlich bedeutet aus dem Mittelalter stammend oder diese historische Epoche betreffend. Übertragen kann es abwertend für rückständig stehen.

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Was bedeutet mittelalterlich?

Eine mittelalterliche Handschrift ist eine Handschrift aus der entsprechenden Epoche. Eine Ausstellung über mittelalterliche Literatur kann dagegen heute stattfinden: Das Wort bezeichnet dann ihren Gegenstand.

Die übertragene Abwertung ist von der historischen Einordnung zu trennen. Wer eine heutige Regel mittelalterlich nennt, kritisiert sie meist als überholt; er liefert damit keine genaue Aussage über die vielfältige Vergangenheit.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das Archiv untersucht eine mittelalterliche Urkunde.“ Die Datierung des Dokuments ist gemeint.
  • „Der Kurs behandelt mittelalterliche Erzählformen.“ Das Wort bestimmt das historische Thema.
  • „Die Figur schimpft über die angeblich mittelalterliche Regel.“ Hier wird wertend und übertreibend gesprochen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Mittelaltrig bedeutet meist mittleren Lebensalters. Altmodisch bezeichnet einen als veraltet empfundenen Stil, ohne eine bestimmte Epoche festzulegen. Mehr zum historischen Zusammenhang erklärt die Übersicht zum Mittelalter in der Literatur.

Schreibweise und Grammatik

Mittelalterlich wird zusammengeschrieben und als Adjektiv klein: mittelalterliche Literatur. Das Nomen Mittelalter wird großgeschrieben.

Steigerung

Für die Herkunft aus einer Epoche keine gewöhnliche Steigerung. In übertragener Wertung oder bei einer stilistischen Wirkung sind mittelalterlicher – am mittelalterlichsten möglich.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmittelalterlichermittelalterlichemittelalterlichesmittelalterliche
Genitivmittelalterlichenmittelalterlichermittelalterlichenmittelalterlicher
Dativmittelalterlichemmittelalterlichermittelalterlichemmittelalterlichen
Akkusativmittelalterlichenmittelalterlichemittelalterlichesmittelalterliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmittelalterlichemittelalterlichemittelalterlichemittelalterlichen
Genitivmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichen
Dativmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichen
Akkusativmittelalterlichenmittelalterlichemittelalterlichemittelalterlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativmittelalterlichermittelalterlichemittelalterlichesmittelalterlichen
Genitivmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichen
Dativmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichenmittelalterlichen
Akkusativmittelalterlichenmittelalterlichemittelalterlichesmittelalterlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Ausstellungsbeschreibung unterscheidet Original und Nachbildung.

Die mittelalterliche Handschrift liegt in einer Vitrine. Daneben zeigt eine moderne Nachbildung, wie ihre Seiten gebunden wurden. Der historische Ursprung des Originals wird nicht auf die Nachbildung übertragen.

Die Beschreibung trennt Datierung und Veranschaulichung. Etwas kann mittelalterlich wirken, ohne tatsächlich aus der Epoche zu stammen.

Muss eine Ausstellung über mittelalterliche Literatur selbst alt sein?

Nein. Mittelalterlich bezeichnet hier die behandelte Literatur, nicht das Entstehungsdatum der Ausstellung.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.